Intimreinigung mit Intimwaschlotionen bei Scheidenpilz

Gesund gepflegt bis in den Schritt

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Intimwaschlotionen fördern das natürliche Klima des Genitalbereichs.
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Die Deutschen gelten im Ausland als besonders reinlich. Das scheint nicht nur ein Klischee zu sein. Vor allem deutsche Frauen nehmen es mit dem Waschen offenbar sehr genau. Doch statt ihrem Körper damit Gutes zu tun, schädigen sie ihn meist ohne es zu wissen. Eine neue Generation von Intimwaschlotionen reinigt die Bikinizone schonend. Ihr Geheimnis: die Milchsäure.

Gynäkologe Dr. Thomas Gent aus Hamburg schätzt, dass bei rund 40 Prozent seiner Patientinnen mit Scheidenpilz übertriebene Intimreinigung der Grund für die Infektion ist. Zu viel Waschen mit parfümierten Seifen oder Duschgels, desinfizierende Intimwaschlotionen und -deos zerstören den natürlichen Schutzwall der Vagina - ihre Schleimhaut. Das ebnet Pilzen und Bakterien den Weg, fördert ihre Vermehrung und eine Entzündung. Um die Schleimhaut intakt zu halten, ist es daher wichtig, die zarte Zone mäßig und sanft zu reinigen.

Milchsäure schützt die Scheide

Die leicht zu merkende Lösung für richtige Intimreinigung lautet: weniger ist besser. Es ist nicht übertrieben, den Schambereich ein bis zwei Mal am Tag zu waschen. Auf aggressive Seifen und Duschlotionen sollte eine Frau aber verzichten. Speziell Duftstoffe reizen die Schleimhaut stark. Daher auch Finger weg von Feuchttüchern: Sie enthalten in aller Regel Parfum- und Konservierungsstoffe. Es reicht aus, die äußeren Genitalien mit lauwarmen Wasser und einer milden Intimwaschlotion mit Milchsäure zu reinigen.

Ganz wichtig ist aber, dass die Intimwaschlotion frei von Duft- und Konservierungsstoffen ist. Sie sollte außerdem einen leicht sauren ph-Wert von 4,0 haben, so wie er der gesunden Scheidenflora entspricht. Milchsäurebildende Bakterien kommen auch natürlich in der Vagina vor und sind das Geheimnis ihres Schutzschildes, da sie für das saure, keimfeindliche Klima sorgen.

Noch ein Tipp: Auf Waschlappen sollten Frauen bei der Intimreinigung verzichten. Hier sammeln sich oftmals Erreger. Variante zwei: Bei jedem Waschen einen frischen Lappen benutzen.

Scheidenpilz vorbeugen beim täglichen Waschen

Für eine Frau, die gerade eine Pilzinfektion überstanden hat, stellt sich die Frage der richtigen Intimhygiene in besonderer Weise. Diese darf die angegriffene Scheidenflora auf keinen Fall weiter reizen. Sie sollte der Schleimhaut vielmehr helfen, sich zu regenerieren. Gynäkologen raten Frauen daher oft zu Milchsäurebakterien, die in verschiedenen Formen in der Apotheke erhältlich sind.

Diese sind etwa als Milchsäurekur in Form von Gel in der Apotheke erhältlichen. Darüber werden Laktobazillen in die Scheide eingeführt, um das natürliche Gleichgewicht wieder herzustellen. Zusätzlich kann eine pH-saure Intimwaschlotion mit Milchsäure die Heilung der Schleimhaut sinnvoll unterstützen. Milchsäure bewirkt einen sauren pH-Wert in der Scheide, welches ein erneutes Aufkeimen von Pilzen erschwert.

Eine solche Waschlotion hilft aber, erneuten Scheideninfektionen vorzubeugen. Die lauern immer dann, wenn das Immunsystem einer Frau angeschlagen ist, etwa weil sie krank war oder Antibiotika nehmen muss. Außerdem sind Frauen in bestimmten Lebensphasen anfälliger für Infektionen: Immer wenn sich ihr Hormonhaushalt ändert, haben es Krankheitskeime besonders einfach, sich in der Scheide auszubreiten. Daher erleben Mädchen in der Pubertät, Schwangere und Frauen in den Wechseljahren häufiger Scheideninfektionen als andere. Eine Intimwaschlotion mit Milchsäure kann der Vagina helfen, ihren natürlichen Schutzwall zu bewahren und Keime abzuwehren.

Was Sie bei Scheidenpilz beachten sollten!
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    Richtig Waschen

    Während einer Pilzinfektion Waschlappen, Handtücher und Unterwäsche täglich wechseln und diese bei mindestens 60 Grad mit einem Vollwaschmittel in der Waschmaschine waschen.

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    Vorsicht vor seltsamen Hausmitteln (1)

    Tampons mit Joghurt zählen dazu, denn es kursiert der Mythos, dass sie den Pilz in der Scheide bekämpfen helfen. Jedoch die Tampons entziehen der entzündlich veränderten Schleimhaut Feuchtigkeit und trocknen sie aus. Außerdem sind die Bakterienstämme im Joghurt andere als die natürlich vorkommenden Laktobazillen.

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    Welche Wäsche geeignet ist

    Auf Hosen und Slips aus Synthetik lieber verzichten und Baumwollwäsche bevorzugen, String-Tangas nur zu besonderen Gelegenheiten tragen.

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    Keine übertriebene Hygiene

    Versuchen Sie nicht, den Pilz durch übertriebene Hygiene „wegzuwaschen“ oder Intimdeos und Scheidenspülungen zu verwenden – das beeinträchtigt das Scheidenmilieu negativ.

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  • scheidenpilz02_schwimmbad-149470140.jpg
    Worauf Sie im Schwimmbad oder am Meer achten sollten

    Im Schwimmbad immer Handtücher unterlegen und nasse Badesachen rasch wechseln. Denn Pilze lieben Feuchtigkeit und Wärme!

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  • scheidenpilz10_knoblauch-101069487.jpg
    Vorsicht vor seltsamen Hausmitteln (2)

    Knoblauch in die empfindliche Intimregion einzubringen, kann unangenehme Reizungen und allergische Reaktionen hervorrufen.

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  • scheidenpilz07_reiseapotheke-99905740.jpg
    Was Sie auf Reisen dabei haben sollten

    Ein wirksames Antipilzmittel gehört in jede Reiseapotheke, um die oft peinliche und langwierige Suche nach ärztlicher Hilfe in der Ferne und Experimente mit landesüblichen Medikamenten zu vermeiden.

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    Luftdurchlässige Binden benutzen

    Scheidenpilz während der Periode? Bindenbenutzerinnen sollten dann unbedingt darauf achten, luftdurchlässige Exemplare zu wählen. Denn Plastik im Intimbereich – ob in Unterwäsche oder Binde – fördert die Feuchtigkeit und damit den Scheidenpilz.

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    Scheidenpilz nicht totschweigen

    Denn das funktioniert nicht! Wer seinen Mut zusammennimmt und frühzeitig in die Apotheke geht, bekommt effektive Medikamente gegen den Scheidenpilz. Apotheken-Angestellte haben sehr häufig mit Mykosen zu tun, also keine Bange.

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    Scheidenmilieu mit Milchsäure stärken

    Nach dem Scheidenpilz oder wenn eine Frau sehr häufig betroffen ist, empfiehlt es sich, die Scheidenflora mit einer Milchsäurekur aufzubauen und so die Abwehr der Schleimhaut zu stärken. Der beste Zeitpunkt dafür: kurz nach der Menstruation.

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    Unter Umständen den Partner mitbehandeln

    Meist ist es nicht nötig, den Partner mitzubehandeln, wenn die Frau Scheidenpilz hat. In seltenen Fällen kommt es aber vor, dass der Pilz sich am Penis festsetzt. Dann ist eine Behandlung des Jungen oder Mannes angesagt, damit es nicht zur gegenseitigen Ping-Pong-Infektion kommt.

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    Vorsicht vor seltsamen Hausmitteln (3)

    Dass Teebaumöl Scheidenpilz bekämpfen soll, ist ein Mythos. Das Öl kann untenherum aufgetragen sogar die empfindliche und vom Pilz gestresste Schleimhaut reizen und schadet dann eher.

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Autor: Martina Janning
Letzte Aktualisierung: 28. Mai 2013
Quellen: Nach Informationen von Dr. Anja Oppelt, Gynäkologin und LIFELINE-Expertin und Dr. Thomas Gent, Gynäkologe aus Hamburg

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