Welche Hygieneartikel sind sinnvoll?
Einige Frauen kennen das: Der Scheidenpilz tritt immer wieder auf. Eventuell können dann die richtigen Hygieneartikel vorbeugen oder helfen, fragt sich manche Betroffene. Und vielleicht sind Bioprodukte ja noch besser?
Frauen mit chronischem Scheidenpilz haben es nicht leicht, wiederkehrende Beschwerden wie Juckreiz, Ausfluss und/oder Schmerzen können das Leben schwer machen. Gerade bei Ausfluss erscheint der einen oder anderen Betroffenen das Tragen von Slipeinlagen eine rettende Idee.
Slipeinlagen ja oder nein?
Ungefähr 85 Prozent der Frauen in Deutschland haben schon einmal Slipeinlagen benutzt, etwa die Hälfte tragen sie regelmäßig. Davon hat natürlich nicht jede Scheidenpilz. Sie wenden die Slipeinlagen an, weil sie sich damit sicherer und sauberer fühlen.
Doch erfüllen laut einer Untersuchung von ÖKO-TEST nicht alle Slipeinlagen die dafür notwendigen Ansprüche. Sehr gute Vertreter der kleinen Binden gab es demnach nicht, doch immerhin zwei Drittel der 15 getesteten Marken stellten sich als „gut“ heraus. Die Produkte wurden auf Inhaltsstoffe geprüft und in der Praxis von Frauen getestet.
Einige der Slipeinlagen hielten die Feuchtigkeit nicht im ausreichenden Maße. Bei Druck gelangte die Nässe wieder an die Oberfläche. Das Resultat: Im Intimbereich bleibt es unangenehm feucht. Für Frauen mit immer wiederkehrendem Scheidenpilz ist dabei nicht nur der fehlende Komfort ein Problem, im feuchten Klima gedeihen die Pilze unter Umständen besser und gegen die Beschwerden hilft dies nicht weiter.
Bio ist nicht zwangsläufig besser
Unter den getesteten Slipeinlagen befand sich auch eine Slipeinlage, deren oberste Schicht aus biologisch angebauter Baumwolle bestand. Sie schnitt nicht besser als die anderen ab.
Tampons bei Menstruation
Fast Dreiviertel aller Frauen im gebärfähigen Alter benutzen Tampons während der Menstruation. Dabei sollten sie auf die richtige Größe und das regelmäßige Entfernen der Tampons achten. Das bedeutet, dass sie möglichst immer die kleinste Größe anwenden und den Tampon nach vier bis acht Stunden wechseln. Ansonsten können die Scheide zu trocken werden, beim Herausziehen des Tampons leichte Schmerzen entstehen oder sich das Einbringen eines neuen Tampons schwierig gestalten.
In der Regel gelangen keine Erreger mit den Tampons in die Vagina. Doch bieten sich Tampons unter Umständen als Nährböden für bereits vorhandene Keime an, die sich so leichter vermehren können. Deshalb wird Frauen, die zu wiederholten Infektionen in der Vagina neigen, empfohlen, auf Tampons zu verzichten und stattdessen auf Binden zurückzugreifen. Das gilt auch (und gerade) für Frauen mit chronischem Scheidenpilz.
Tampons auf dem Prüfstand
ÖKO-TEST hat 15 Tamponmarken überprüft, hier schnitten einige sowohl im Praxistest als auch bei den Inhaltsstoffen sehr gut ab. Das einzige getestet Bioprodukt wurde dagegen als befriedigend bewertet, was unter anderem an den Inhaltsstoffen lag.
Insgesamt scheinen Bio-Hygieneartikel nicht besser als herkömmliche Produkte zu sein. Wobei vom Tampongebrauch bei chronischem Scheidenpilz, egal ob Bio oder nicht, eher abgeraten wird. Das gilt vermutlich auch für die Anwendung von Naturschwämmchen, die die Nutzerin nach jeder Anwendung mit Wasser auswäscht und nach der Menstruation in Essigwasser desinfiziert. Ob das Reinigen mit Wasser jeden Keim zerstört, ist fraglich.
Tampon mit Milchsäurebakterien
In Skandinavien wurde ein Tampon entwickelt, der Milchsäurebakterien enthält, die natürlicherweise in der Vagina vorkommenden. Der Probiotic-Tampon. Er soll die Keimbesiedlung in der Scheide positiv beeinflussen, Juckreiz lindern und die Heilung einer bakteriellen Vaginose fördern. Zur Regeneration und zum Aufbau der Scheidenflora stehen auch andere sehr verlässliche Methoden zur Verfügung, wie z.B. ein feuchtigkeitsspendendes Milchsäuregel







