Toilettenbrillen übertragen Scheidenpilz

Welche Ansteckungsquellen für Scheidenpilz der Alltag bereit hält

Öffentliche WCs sind keine Horte der Sauberkeit. Frauen können sich hier alles Mögliche holen - beispielsweise eine Pilzinfektion. Daher nicht auf die Klobrille setzen.

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Erhöhte Keimbelastung auf öffentlichen Toiletten: Frauen mit hoher Infektionsneigung setzen sich dort besser nicht hin.
(c) Getty Images/iStockphoto

Gerade Frauen, die öfter an Scheidenpilz erkranken, kommen ins Grübeln. Sie gehen Gelegenheiten durch, bei denen es sie erwischt haben könnte. Viele Betroffene stellen sich dann die Frage, ob sie sich auf einer öffentlichen Toilette angesteckt haben. Kein abwegiger Gedanke. Öffentliche WCs und Toiletten in Schwimmbädern genießen den Ruf, nicht allzu sauber zu sein. Ein Hygienetest des ADAC zeigte eine enorme Keimbelastung von Toiletten in Raststätten.

Keime auf Toilettenbrillen und Türklinken

Über 60 Prozent der inspizierten Sanitäranlagen bewerteten die Tester als gesundheitlich bedenklich. Keime und Krankheitserreger stellten die Tester auf Armaturen, Türklinken und Toilettenbrillen fest. Putzprotokolle suggerieren den WC-Besuchern Hygiene - erweisen sich dabei oft als trügerisch. So mutmaßten die ADAC-Prüfer, dass das Personal Toilettensitze zu Spitzenzeiten zwar häufiger reinigt, aber immer mit demselben Lappen. Statt Keime und Erreger zu beseitigen, verteilen sie sich.

Scheidenpilz lauert auf der Klobrille

Es ist nicht ausgeschlossen, dass eine Frau sich auf einer öffentlichen Toilette eine Pilzinfektion holt. "Theoretisch ist eine Übertragung durch eine Schmierinfektion möglich", urteilt Lifeline-Expertin Dr. Anja Oppelt. Um auf Nummer sicher zu gehen: Setzen Sie sich nicht auf die Toilettenbrille. Wenn kein Kontakt stattfindet, übertragen sich keine Pilzsporen und andere Krankheitserreger.

Türklinke mit Papier abputzen

Türklinken auf öffentlichen WCs gelten ebenfalls als Ansteckungsquelle für Scheidenpilz. Die Möglichkeit, sich hier zu infizieren, scheint deutlich geringer als bei Klobrillen. Die Pilzsporen müssten danach erst in die Vagina gelangen. Um eine Infektion auf jeden Fall auszuschließen, reiben Sie die Türklinke mit Toilettenpapier vor dem Anfassen ab. Das Händewaschen nach dem Toilettengang gilt als unvermeidbar. Zum Abtrocknen besser nur Papiertücher benutzen. Stoffhandtücher dienen als ideale Sammelstellen für Erreger.

Dampfbäder und Whirlpools gefährlicher als Toiletten

Bewerten Sie das Risiko, sich auf einer öffentlichen Toilette mit Scheidenpilz zu infizieren, nicht zu hoch, betont Expertin Oppelt: " In Dampfbädern, Saunen und Whirlpools liegen die Möglichkeiten viel höher, sich anzustecken. Dort kommen Sie direkt mit den Erregern in Kontakt."

Bestes Beispiel: Dampfbäder. Viele Besucher sitzen hier nicht auf ihren Handtüchern und berühren Flächen mit Krankheitskeimen wie Scheidenpilzen. So komme es leicht zu einer Schmierinfektion, erklärt Oppelt. In Whirlpools könnten sich Keime sogar ungehindert vermehren und direkt übertragen werden. Frauen mit chronischem Scheidenpilz steigen besser nicht in Whirlpools.

Wer nicht darauf verzichten will, schützt seinen Intimbereich mit einer Fettcreme wie Vaseline. Nach einiger Zeit wird die Fettschicht jedoch durchlässig. Daher nicht zu lange im Whirlpool bleiben. Ziehen Sie anschließend unbedingt die naßen Badesachen aus.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 24. Juni 2015
Quellen: Gespräch mit Dr. Anja Oppelt, Frauenärztin und LIFELINE-Expertin und des ADAC

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