Risikofaktor Stress

Mit Stressmanagement gegen Scheidenpilz

Mit Stressmanagement gegen Scheidenpilz
Stress ist ein weit verbreitetes Phänomen - und kann auch zu Scheidenpilz führen.
(c) Stockbyte

Stress schwächt die Abwehrkräfte des Körpers. Daher sind beruflich stark eingespannte Frauen anfälliger für Infektionen. Dies kann auch Infektionen mit Scheidenpilz begünstigen.

Die Belastungen im Beruf nehmen zu - das bestätigte eine Studie der Techniker Krankenkasse. Demnach empfinden acht von zehn Deutschen ihr Leben als stressig und jeder Dritte steht dauerhaft unter Druck. An erster Stelle der Ursachen nannten die Befragten Stress und Druck im Job. Und dies hat Auswirkungen auf die Gesundheit und die Infektanfälligkeit.

Sowohl temporäre als auch andauernde Belastungen stören die Immunabwehr des Körpers. Am stärksten wirkt sich Dauerstress auf das körperliche Abwehrvermögen aus. Denn Dauerstress beeinflusst nachweislich sowohl die allgemeine als auch die spezifische Immunabwehr und führt unter anderem dazu, dass die Zahl der Immunzellen im Blut sinkt und die natürlichen Killerzellen und die sogenannten Fresszellen, die normalerweise Bakterien, Viren und Pilze unschädlich machen, weniger aktiv sind. Entsprechend größer ist das Risiko, dass Infektionen - wie etwa eine Scheidenpilzinfektion – auftreten können, hartnäckig verlaufen oder immer wiederkehren.

Stressbewältigung ist eine gute Prophylaxe zur Stabilisierung des Immunsystems. Tritt doch eine Infektion mit Scheidenpilz auf, werden Anti-Pilz-Mittel zur Behandlung der Erkrankung eingesetzt.

Mit Cremes und Vaginaltabletten gegen Scheidenpilz

Einen Scheidenpilz zu behandeln, ist zum Glück meist keine schwierige Sache. In Apotheken sind Anti-Pilz-Mittel in Form von Vaginalcremes und Vaginaltabletten erhältlich (zum Beispiel KadeFungin® 3). Sie sind einfach in der Handhabung: Die Creme wird mit einem Applikator in die Scheide eingebracht und zusätzlich dünn auf die Schamlippen aufgetragen. Es ist ratsam, auch den After mitzubehandeln, da sich auch dort Pilzsporen befinden können. Vaginaltabletten werden mit Hilfe eines Applikators oder mit einem Finger in der Scheide platziert. Idealerweise wird die kombinierte Anwendung der Vaginalcreme für den äußeren Bereich und der Vaginaltabletten für die innere Anwendung über drei Tage durchgeführt.

Normalerweise ist eine Scheidenpilzinfektion nach drei Tagen Anti-Pilz-Therapie überstanden. Bessern sich die typischen Symptome - Jucken, Brennen und krümeliger weißer Ausfluss - nach der Therapie jedoch nicht, sollte die Frau zu einem Gynäkologen gehen. Er kann überprüfen, ob es sich tatsächlich um eine Infektion durch Pilze handelt. Eine genaue Untersuchung beim Gynäkologen empfiehlt sich auch, wenn eine Frau wiederholt unter einem Scheidenpilz leidet.

Milchsäure-Präparate – Reha für die Scheide

Um die Vaginalflora nach einer überstandenen Infektion oder zum Beispiel auch nach Antibiotika-Einnahme wegen eines anderen Infektes zu stabilisieren und zu regenerieren, empfiehlt Lifeline-Expertin Dr. Anja Oppelt, Milchsäure-Präparate zu benutzen. Diese gibt es zum Beispiel als Gel. Es gibt auch Milchsäure-Zäpfchen, bei deren Anwendung es jedoch zu einem Brennen im Scheideneingang und Ausfluss von Zäpfchenresten kommen kann. Bei einem Milchsäure-Gel treten diese Erscheinungen nicht auf. Dr. Andreas Clad, Oberarzt der Uni-Klinik Freiburg: „Ausfluss scheint bei Anwendung eines Milchsäure-Gels kein Thema zu sein. Die Frauen haben das Gefühl, sie applizieren das Gel in die Scheide und es wird aufgesogen wie ein Schwamm.“

Bewegung und Lieblingstätigkeiten entspannen

Wer den Teufelskreis von Arbeitsbelastungen und erhöhter Infektanfälligkeit durchbrechen will, kommt nicht daran vorbei, Stress bewusst zu bekämpfen. Bewegung eignet sich dazu besonders gut. Regelmäßiges Laufen, Schwimmen oder zügiges Spazierengehen hilft, gelassener zu werden. Auch Entspannungstechniken wie Yoga, Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training oder Meditation lassen bei vielen Menschen innere Ruhe einkehren.

Professor Dr. Christoph M. Bamberger von der Uniklinik Hamburg-Eppendorf empfiehlt, sich mindestens 30 Minuten am Tag zu bewegen und fünf Minuten täglich Entspannungsübungen zu machen. Sich seine Lieblingstätigkeiten bewusst zu machen und ihnen jeden Tag 30 Minuten nachzugehen, hilft ebenfalls dabei, den enormen Stress in der Arbeit besser zu bewältigen, sagt er.

Was Sie bei Scheidenpilz beachten sollten!
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    Richtig Waschen

    Während einer Pilzinfektion Waschlappen, Handtücher und Unterwäsche täglich wechseln und diese bei mindestens 60 Grad mit einem Vollwaschmittel in der Waschmaschine waschen.

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    Vorsicht vor seltsamen Hausmitteln (1)

    Tampons mit Joghurt zählen dazu, denn es kursiert der Mythos, dass sie den Pilz in der Scheide bekämpfen helfen. Jedoch die Tampons entziehen der entzündlich veränderten Schleimhaut Feuchtigkeit und trocknen sie aus. Außerdem sind die Bakterienstämme im Joghurt andere als die natürlich vorkommenden Laktobazillen.

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  • scheidenpilz03_uwäsche-141265464.jpg
    Welche Wäsche geeignet ist

    Auf Hosen und Slips aus Synthetik lieber verzichten und Baumwollwäsche bevorzugen, String-Tangas nur zu besonderen Gelegenheiten tragen.

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    Keine übertriebene Hygiene

    Versuchen Sie nicht, den Pilz durch übertriebene Hygiene „wegzuwaschen“ oder Intimdeos und Scheidenspülungen zu verwenden – das beeinträchtigt das Scheidenmilieu negativ.

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    Worauf Sie im Schwimmbad oder am Meer achten sollten

    Im Schwimmbad immer Handtücher unterlegen und nasse Badesachen rasch wechseln. Denn Pilze lieben Feuchtigkeit und Wärme!

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  • scheidenpilz10_knoblauch-101069487.jpg
    Vorsicht vor seltsamen Hausmitteln (2)

    Knoblauch in die empfindliche Intimregion einzubringen, kann unangenehme Reizungen und allergische Reaktionen hervorrufen.

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  • scheidenpilz07_reiseapotheke-99905740.jpg
    Was Sie auf Reisen dabei haben sollten

    Ein wirksames Antipilzmittel gehört in jede Reiseapotheke, um die oft peinliche und langwierige Suche nach ärztlicher Hilfe in der Ferne und Experimente mit landesüblichen Medikamenten zu vermeiden.

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    Luftdurchlässige Binden benutzen

    Scheidenpilz während der Periode? Bindenbenutzerinnen sollten dann unbedingt darauf achten, luftdurchlässige Exemplare zu wählen. Denn Plastik im Intimbereich – ob in Unterwäsche oder Binde – fördert die Feuchtigkeit und damit den Scheidenpilz.

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    Scheidenpilz nicht totschweigen

    Denn das funktioniert nicht! Wer seinen Mut zusammennimmt und frühzeitig in die Apotheke geht, bekommt effektive Medikamente gegen den Scheidenpilz. Apotheken-Angestellte haben sehr häufig mit Mykosen zu tun, also keine Bange.

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    Scheidenmilieu mit Milchsäure stärken

    Nach dem Scheidenpilz oder wenn eine Frau sehr häufig betroffen ist, empfiehlt es sich, die Scheidenflora mit einer Milchsäurekur aufzubauen und so die Abwehr der Schleimhaut zu stärken. Der beste Zeitpunkt dafür: kurz nach der Menstruation.

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    Unter Umständen den Partner mitbehandeln

    Meist ist es nicht nötig, den Partner mitzubehandeln, wenn die Frau Scheidenpilz hat. In seltenen Fällen kommt es aber vor, dass der Pilz sich am Penis festsetzt. Dann ist eine Behandlung des Jungen oder Mannes angesagt, damit es nicht zur gegenseitigen Ping-Pong-Infektion kommt.

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    Vorsicht vor seltsamen Hausmitteln (3)

    Dass Teebaumöl Scheidenpilz bekämpfen soll, ist ein Mythos. Das Öl kann untenherum aufgetragen sogar die empfindliche und vom Pilz gestresste Schleimhaut reizen und schadet dann eher.

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Autor: Martina Janning
Letzte Aktualisierung: 12. Dezember 2013
Quellen: Nach Informationen zum Thema Arbeitsstress und Stressbewältigung der Techniker Krankenkasse (TK): „Wie Stress unsere Abwehr beeinflusst“, www.tk-online.de/tk/stress/010-phaenomen-stress/stress-und-immunsystem/36388, Stand 26. Juli 2010, und „Deutschland auf Standby: Jeder Dritte steht unter Dauerdruck“, www.presseportal.de/pm/6910/1405094/tk_techniker_krankenkasse, Stand 26. Juli 2010, sowie von Prof. Dr. Christoph M. Bamberger: „Stress-Intelligenz“, Knaur Verlag, München 2009, und nach Informationen zum Thema Milchsäure von Dr. Anja Oppelt, Gynäkologin und LIFELINE-Expertin im Special Scheidenpilz sowie von Dr. Andreas Clad, Oberarzt von der Uniklinikum Freiburg: Gespräch mit Ute Bertelsmann, Oktober 2009

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