Quellen für Ansteckung

Mit Pilzinfektion baden gehen?

Frauen mit Neigung zu Scheidenpilzinfektionen müssen keinen Bogen um Schwimmbäder machen

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Frauen mit Neigung zu Pilzinfektionen brauchen aufs Schwimmen nicht verzichten.
(c) Getty Images/ Image Source

Frauen mit Neigung zu Pilzinfektionen brauchen aufs Schwimmen und andere Wasserfreuden nicht verzichten. Sehr zu empfehlen: Baden im Meer hilft der Scheidenflora bei der Heilung.

Wasser ist ein Wohlfühlelement. Ob wir in einem Solebad schweben, in einer Schwimmhalle Bahnen ziehen, an einem heißen Sommertag Abkühlung in einem See suchen oder uns ins Meer stürzen. Eintauchen bedeutet immer ein Stück Abtauchen aus dem Alltag. Traurig für jeden, der sich diese Erfahrung verwehrt. Manche Frauen plagen Scheidenpilzinfektionen derart, dass sie einen großen Bogen um jede Bademöglichkeit machen. Dabei ist Abstinenz nicht in jedem Fall nötig.

Nasse Badesachen zügig ablegen

Die wichtigste Regel zur Vorbeugung gegen Scheidenpilz: Ziehen Sie nach dem Baden die feuchten Sachen aus. Die Oberhaut quillt durch nasse Badeanzüge auf und erleichtert Pilzen das Eindringen. Duschen Sie nach dem Schwimmen gründlich und trocknen Sie sich gut ab.

Ziehen Sie danach trockene Wäsche an. Am besten leichte Bekleidung aus Baumwolle. Gerade beim Sonnen führt synthetische Badekleidung schnell zu einem Wärme- und Feuchtigkeitsstau im Schritt. Beides potenzielle Pilzförderer und Auslöser für Scheideninfektionen.

Chlor malträtiert die Scheidenflora

Damit sich Krankheitskeime nicht ungehindert vermehren, wird das Wasser in öffentlichen Bädern gechlort. Genau da liegt das Problem von Frauen, die für Pilzinfektionen anfällig sind. Chlor greift die Scheidenflora an und mindert ihre Schutzfunktion. Manchmal hilft es, wenn Frauen eine Fettsalbe benutzen, beispielsweise mit Vaseline als Grundlage im Intimbereich, hat Dr. Urs Lauper vom Universitäts-Spital Zürich festgestellt.

Frauen sollten nicht zu lange im Wasser bleiben, da der Fettfilm dadurch seine Barrierewirkung verliert. Zudem unterläuft das Einfetten die Hygienebemühungen von Badeanstalten. Sie bitten ausdrücklich darum, vorm Schwimmen gründlich zu duschen, um das Wasser sauber zu halten. Ein starker Chlorgeruch entsteht erst, wenn die Chemikalie mit stickstoffhaltigen Verunreinigungen in Kontakt kommt, wie

  • Harnstoff,
  • Schweiß,
  • Kosmetik und
  • Haargel

Dabei entwickeln sich Chloramine, die den typischen Hallenbadgeruch verursachen. Andererseits: In nicht oder unzureichend desinfiziertem Wasser tummeln sich Pilzsporen und Bakterien vermehrt, wenn es warm ist. Nichts für Frauen mit häufigen Genitalinfektionen. In privaten Pools und Planschbecken sollten sie nur schwimmen, wenn diese gechlort werden.

Das Meer hilft bei Scheidenpilz

Wir empfehlen Frauen mit chronischen Pilzinfektionen einen Besuch am Meer. Das Salzwasser schädigt den natürlichen Schutzwall der Vagina nicht. Im Gegenteil. Ist die Scheidenflora durch eine Pilzinfektion angegriffen, helfe ihr die salzige See sogar beim Erholen, erklärt Lifeline-Expertin Dr. Anja Oppelt.

Gegen einen Sprung in einen See ist nichts einzuwenden, wenn er sauber ist. In Deutschland wird die Qualität von Badegewässern kontrolliert. Die meisten Bundesländer veröffentlichen die Ergebnisse im Internet. Ansonsten erteilen die zuständigen Gesundheitsbehörden Auskünfte.

Informationen zu den einzelnen Badestellen in Deutschland:

Die körpereigene Abwehr stärken

Autor: Lifeline
Letzte Aktualisierung: 17. Juli 2013
Quellen: Dr. Anja Oppelt, Gynäkologin und LIFELINE-Expertin, der Ärztezeitung und des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

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