Schwangerschaft

Schwanger und Scheidenpilz? Keine Panik

Schwanger und Scheidenpilz? Keine Panik
Scheidenpilz in der Schwangerschaft - in den seltesten Fällen ein Problem

Für Schwangere ist ein Scheidenpilz besonders zermürbend. Sie leiden nicht nur unter den unangenehmen Symptomen - oft sorgen sie sich auch um das Wohl ihres ungeborenen Kindes: Besteht die Gefahr einer Frühgeburt? Kann sich die Infektion übertragen? Auch fragen sich viele Frauen, ob der Pilz während der Schwangerschaft mit den gängigen Medikamenten behandelt werden darf.

Experten können die werdenden Mütter beruhigen: Anders als bakterielle Infekte stellt ein Scheidenpilz während der Schwangerschaft kein großes Risiko dar. Die Gefahr einer Frühgeburt durch den Erreger Candida albicans sei sehr gering, meint Dr. Anja Oppelt, Lifeline-Expertin und Gynäkologin in Erlangen.

Die Infektion ist für das Neugeborene ungefährlich

Leidet die Frau zum Zeitpunkt der Geburt unter Scheidenpilz, entwickelt das Kind allerdings in 90 Prozent der Fälle in den ersten Lebenswochen eine Mykose (Pilzbefall) im Windelbereich oder Mund, schreibt Prof. Werner Mendling in seinem Buch "Haut- und Vaginalmykosen" (2001). Auf der Kopfhaut komme es begleitend oft zu schuppigem Belag (seborrhoische Reaktion).

Die Schwangere tut in jedem Fall gut daran, die Geburtshelfer über den Scheidenpilz zu informieren. Zur gefürchteten Blutvergiftung mit Candida albicans (Candida-Septikämie) beim Neugeborenen führt der Scheidenpilz jedoch fast nie. Die Septikämie wird meist gefördert durch Operationen, venöse Katheter, Verschleppung des Keims vom Mund-Rachen-Raum in die Lunge etwa durch Beatmung. Auch Verletzungen im Mund-Rachen-Raum - etwa durch häufiges Absaugen - können eine Septikämie hervorrufen. Betroffen von der Blutvergiftung sind zumeist Frühgeborene, die im Inkubator intensiv gepflegt werden, so Mendling.

Clotrimazol-Zäpfchen gut verträglich

Obwohl der Scheidenpilz für das Kind keine Bedrohung darstellt, sollten auch Schwangere behandelt werden - und zwar wie alle anderen Frauen auch mit Zäpfchen und Creme, sagt Oppelt. Von "natürlichen" Wirkstoffen wie Teebaumöl, Knoblauch und Ringelblütenextrakt rät Oppelt dagegen unbedingt ab: "Damit macht man nur die Scheidenflora kaputt." Schließlich wirken die Substanzen austrocknend.

Vorsicht vor Whirlpools

Werdende Mütter infizieren sich besonders leicht mit Candida albicans: Durch den Anstieg der Schwangerschaftshormone erhöht sich der Glukosegehalt der Scheidenschleimhaut, so dass die Pilze einen idealen Nährboden vorfinden. Außerdem ist das Immunsystem von Schwangeren leichter angreifbar, sagt Oppelt. "Darum sollten sie mit Schwimmbädern vorsichtig sein, da sich Bakterien und Pilze gerade in den warmen Whirlpools wunderbar vermehren."Ganz wichtig ist auch, bei der Intimpflege immer von vorn nach hinten zu waschen. Anderenfalls können Keime aus dem Darm leicht in die Scheide gelangen. Der Tipp klingt banal, doch viele Frauen vergessen gerade die einfachsten vorbeugenden Regeln, meint Oppelt.

Warum Behandlung mit Milchsäure in der Schwangerschaft sinnvoll ist

Durch Bakterien verursachte Scheideninfektionen sind viel häufiger die Ursache von Frühgeburten, als Mediziner bislang dachten. Um Infektionen vorzubeugen, können Schwangere ihre Scheidenflora mit Hilfe von Milchsäureprodukten sauer und gesund halten, erklärt Professor Dr. Werner Mendling im Interview.

Kade Fungin

Autor: BSMO Redaktion
Letzte Aktualisierung: 29. Januar 2013

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