Wo der Vaginalpilz lauert

Selbstbefriedigung mit Geduld und Gleitgel

Infektionsquelle für Scheidenpilz: der menschliche Speichel

Die Mehrzahl der Frauen verschafft sich selbst sexuelle Höhepunkte. Wer anfällig für Scheidenpilz ist, sollte Gleitmitteln dabei den Vorzug vor Spucke geben. Denn Speichel kann Keime übertragen. Sexspielzeug auch.

Selbstbefriedigung- Mit Geduld und Gleitgel
Bei der Selbstbefriedigung sollten Sie besser Gleitgel benutzen.
Getty Images/iStockphoto

Selbstbefriedigung ist unter Frauen längst nicht mehr verpönt: Etwa 80 Prozent legen selbst Hand an, um sich sexuelle Lust zu verschaffen. Viele Frauen kommen nämlich durch Masturbieren besser zum Höhepunkt als durch Sex mit einem Partner, hat ein Kondomhersteller in einer Studie herausgefunden.

Doch Selbstbefriedigung ist nicht nur was für einsame Stunden, auch als lustvolle Ergänzung des Liebesspiels zu zweit hält sie mehr und mehr Einzug in die Schlafzimmer. Das ist gut so. Nicht so gut ist aber die Sorglosigkeit, mit der vielfach auf Erkundungskurs gegangen wird. Wie beim Verkehr mit einem Partner können auch beim Onanieren Keime übertragen werden. Das sollten Frauen bedenken, die anfällig für Scheidenpilz und andere Vaginalinfektionen sind.

Verkannte Brutstätten für Keime: Speichel und Sexspielzeug

Vom Mund in die Scheide

  • zum Download des Ratgebers!

    Was tun bei Scheidenpilz? Der kostenlose Ratgeber bietet Infos, einen Selbsttest und Tipps zum Download in vielen Sprachen!

Manche Frauen benutzen Gleitmittel, die meisten befeuchten einfach einen Finger im Mund, damit es beim Masturbieren von Anfang an flutscht - auch wenn Vulva und Vagina noch nicht sehr feucht sind. Im Mund befinden sich jedoch viele Bakterien. Eine unterschätzte Gefahr, sagt die Gynäkologin Dr. Anja Oppelt: "Mit dem Speichel können sich Pilze und Bakterien übertragen. Kommt hinzu, dass die Scheidenflora geschwächt ist, entstehen leicht Infektionen." Eine schwedische Studie zeigte, dass Frauen mit chronischem Scheidenpilz oft auch Pilzsporen im Mund haben. Die Quote stieg noch, wenn die Frauen akut an einer Vaginalmykose litten. Speichel ist damit eine potenzielle Quelle für erneute Ansteckung und ein möglicher Grund für immer wieder aufflammende Pilzinfektionen. Das müssen Paare auch bei oralem Verkehr bedenken und besser Kondome benutzen. Beim Masturbieren sollten Frauen mit Neigung zu Scheidenpilz einem Gleitmittel den Vorzug vor Spucke geben.

Per Dildo zum Genuss

Sexspielzeug kann Frauen beim Onanieren viel Vergnügen bereiten: Während ein Vibrator seine Qualitäten vor allem beim sanften Stimulieren der Genitalien - besonders der Klitoris - zeigt, sind Dildos allein fürs Einführen geschaffen. Sie vibrieren nicht, sondern vermitteln ein Gefühl von Fülle und Druck in der Vagina, was viele Frauen sehr schätzen. Damit die Freude im Nachhinein nicht durch Krankheiten getrübt wird, sollte bei Sexspielzeug unbedingt Sauberkeit herrschen. "Auf Dildos und Vibratoren können Keime siedeln", sagt Oppelt. Um sie sicher von Pilzen und Bakterien zu befreien, sollten Sexspielzeug vor dem Gebrauch mit heißem Wasser und Seife gereinigt werden. Wird ein Dildo anal eingesetzt, ist es ratsam, ihn nur für diesen Zweck zu reservieren oder ihm ein Kondom überzustreifen , das anschließend entsorgt wird. Darmkeime werden so nicht in die Scheide verschleppt und können dann keine Infektion oder Fehlbesiedelung mit unerwünschten Keimen auslösen.

Sex und Scheidenpilz: Goldene Regeln

Autor:
Letzte Aktualisierung: 06. Mai 2014
Quellen: Nach Informationen eines Gesprächs mit LIFELINE-Expertin Dr. Anja Oppelt, des Kondomherstellers Durex sowie nach Mardh, PA et al.: Colonisation of extragenital sites by Candida in women with recurrent vulvovaginal candidosis. Br. J. Obstet. Gynecol. 2003;110(10):934-7.

Fragen zum Thema
shop-apotheke.com
Scheidenpilz-Newsletter

Abonnenten erhalten einmal im Monat eine Zusammenstellung interessanter Artikel und Nachrichten zum Thema Scheidenpilz kostenlos per E-Mail.

bestellen
shop-apotheke.com
Videos

Zum Seitenanfang