Informationen für Mädchen mit scheidenpilz

Wenn Du Liebeskummer hast, telefonierst Du stundenlang mit Deiner Freundin. Wenn es in der Schule schlecht läuft, hört Deine Mutter zu. Und mit wem sprichst Du über Scheidenpilz? Viele Mädchen sind unsicher oder schämen sich über das Jucken im Intimbereich zu erzählen: Was denken die anderen bloß? Diese Angst ist nicht unberechtigt. Über Pilzinfektionen gibt es jede Menge Vorurteile.

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Das Internet bietet eine anonyme Informationsmöglichkeit - auch zum Thema Scheidenpilz.
Getty Images/iStockphoto

Du fühlst Dich schon seit einigen Tagen nicht mehr wohl in Deiner Haut. Deine Scheide ist gerötet, juckt und brennt. Außerdem findest Du weißen, bröckeligen Ausfluss in Deinem Slip. Du machst Dir Sorgen, was der Grund dafür ist. Doch Du weiß nicht, wen Du fragen könntest. Mit diesem Problem bist Du nicht allein. Viele Mädchen sind unsicher, wem sie sich anvertrauen sollen, wenn sie die Symptome einer vaginalen Pilzinfektion bemerken. Groß ist die Angst vor Vorurteilen. Zu Recht. Davon gibt es reichlich. Viele glauben beispielsweise, dass Scheidenpilz etwas mit Unsauberkeit zu tun hat. Das stimmt aber nicht.

Im Gegenteil: Häufiges Waschen mit aggressiven Seifen, Duschgels oder Scheidenspülungen können den Intimbereich anfälliger für Scheidenpilzinfektionen machen.

Vorurteil Nr. 1: Scheidenpilz wird nur beim Sex übertragen

Weit verbreitet ist die Annahme, dass nur Frauen, die Geschlechtsverkehr haben, eine vaginale Pilzinfektionen bekommen können. Dies ist jedoch falsch. Eine Scheidenpilzinfektion kann jede Frau treffen, in deren Körper ausreichende Mengen des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen vorhanden sind. Und dies ist bereits während der Pubertät kurz vor der ersten Monatsblutung der Fall. Blöd nur, wenn die eigene Mutter das nicht weiß und glaubt, das könne nur daher rühren, weil Du bereits mit einem Jungen geschlafen hast. Denn das ist das Vorurteil, welches dahinter steckt: Scheidenpilz wird beim Sex übertragen.

Ganz schlimm kommt es, wenn dann auch noch der eigene Freund denkt, Du hättest ihn mit einem anderen betrogen, weil auch er dem Vorurteil anhängt und daher glaubt, davon hättest du den Vaginalpilz...

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Natürlich weißt Du es besser, aber erklär das mal in der Situation. Genauso abwegig ist es natürlich, wenn Du Deinem Freund unterstellst, er habe mit einer anderen geschlafen und davon einen Scheidenpilz mitgebracht.

Denn es gibt sehr viele Auslöser für eine vaginale Pilzinfektion. Schwankungen bei den Hormonen können ebenso verantwortlich sein wie eine geschwächte Körperabwehr, bestimmte Medikamente oder Stress. Scheidenpilz ist nämlich keine Geschlechtskrankheit. Lediglich bei hartnäckigem und immer wiederkehrendem Scheidenpilz könnte ein  sogenannter Ping-Pong-Effekt, bei dem der Pilz zwischen ihr und ihm immer hin und her wandert, der Auslöser der Scheidenpilz sein. Hier ist es sinnvoll, dass auch der Mann auf eine Pilzinfektion untersucht und gegebenenfalles behandelt wird. Das heißt aber nicht, dass der Pilz beim Sex übertragen wird. Nur in seltenen Fällen leidet ein Mann an einer Pilzinfektion. 

Viele Mütter wissen nur wenig über Pilzinfektionen

Da so vieles Falsches über Scheidenpilz existiert, solltest Du genau überlegen, wem Du Dich anvertraust. Viele Mütter sind im Punkte Pilzinfektion nicht auf dem neuesten Stand der Dinge, Deine Freundinnen sind wahrscheinlich genauso ratlos wie Du. Eine gute Möglichkeit, Fragen zu stellen, die Dir vielleicht sogar ein wenig peinlich sind, ist das Internet. Hier im Special Scheidenpilz kannst Du anonym alles zum Thema loswerden, was Dich beschäftigt. Die Lifeline-Experten antworten kundig und verständlich.

Natürlich solltest Du, wenn die Symptome das erste Mal auftreten, direkt zu einem Gynäkologen gehen, um Dich untersuchen und beraten zu lassen. Medikamente gegen Scheidenpilz, sofern er nochmals auftritt, bekommst Du aber auch ohne Rezept in der Apotheke.

Scheidenpilz: Was zu beachten ist

Unkenntnis leistet Pilzinfektionen Vorschub

Noch ein Trost: Pilzinfektionen haben in den vergangenen Jahren stark zugenommen, registriert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Drei von vier Mädchen und Frauen bekommen mindestens ein Mal in ihrem Leben einen Scheidenpilz.

Häufig ist einfach Unkenntnis schuld. So wissen viele Mädchen nicht, dass sie sich nach dem Stuhlgang von vorne nach hinten wischen müssen, um keine Pilze aus dem Darm in die Scheide zu verschleppen.

Wissen kann vorbeugen - dennoch kommen solche Dinge in der Schule selten zur Sprache. Dabei wäre Scheidenpilz doch ein Thema für den Aufklärungsunterricht. Einen Versuch wäre es wert: Manche Lehrer freuen sich ja über Vorschläge, die ihre Schüler wirklich interessieren.

Autor: Martina Janning
Letzte Aktualisierung: 24. Juni 2015
Durch: sl / Lifeline

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