Vaginalmykose auf einen Blick

Scheidenpilzinfektion

Woher kommt Scheidenpilz (Vaginalmykose) und was hilft dagegen

Scheidenpilzinfektion
Eine Scheidenpilzinfektion kann viele Ursachen haben von zu langer Antiobiotikagabe bis zu Stress.
(c) Ciaran Griffin

Was ist Scheidenpilz? Woran erkenne ich Scheidenpilz? Was führt zu einer Scheidenpilzinfektion, und wie kann ich vorbeugen? Alles Wissenswerte im Überblick.

Definition der Vaginalmykose

Eine Scheidenpilzinfektion, medizinisch als Vaginalmykose bezeichnet, ist eine Entzündung der Scheide und der äußeren Geschlechtsorgane, hervorgerufen durch Pilze. Sie betrifft geschlechtsreife Frauen. Nach Schätzungen entwickeln drei Viertel aller Frauen mindestens einmal im Leben eine Scheidenpilzinfektion.

Ursachen von Scheidenpilzinfektionen:

Meist wird eine Pilzinfektion der Scheide (Vaginalmykose) durch Candida albicans hervorgerufen. Bei einer gesunden, geschlechtsreifen Frau überwiegen in der Scheidenflora Milchsäurebakterien (Laktobazillen), die ein saures Milieu erzeugen, das krankmachende Bakterien und Pilze am Vermehren hindert. Verschiedene Faktoren können das empfindliche Gleichgewicht der Scheide stören:

  • geschwächtes Immunsystem durch Einnahme von Antibiotika,
  • Erkrankungen wie Diabetes mellitus,
  • Veränderungen im Hormonhaushalt während der Pubertät, der Menstruation, einer Schwangerschaft oder den Wechseljahren,
  • Stress,
  • Verwenden von Intimwaschmitteln und -sprays.
Was Sie bei Scheidenpilz beachten sollten!
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    Richtig Waschen

    Während einer Pilzinfektion Waschlappen, Handtücher und Unterwäsche täglich wechseln und diese bei mindestens 60 Grad mit einem Vollwaschmittel in der Waschmaschine waschen.

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    Vorsicht vor seltsamen Hausmitteln (1)

    Tampons mit Joghurt zählen dazu, denn es kursiert der Mythos, dass sie den Pilz in der Scheide bekämpfen helfen. Jedoch die Tampons entziehen der entzündlich veränderten Schleimhaut Feuchtigkeit und trocknen sie aus. Außerdem sind die Bakterienstämme im Joghurt andere als die natürlich vorkommenden Laktobazillen.

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    Welche Wäsche geeignet ist

    Auf Hosen und Slips aus Synthetik lieber verzichten und Baumwollwäsche bevorzugen, String-Tangas nur zu besonderen Gelegenheiten tragen.

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    Keine übertriebene Hygiene

    Versuchen Sie nicht, den Pilz durch übertriebene Hygiene „wegzuwaschen“ oder Intimdeos und Scheidenspülungen zu verwenden – das beeinträchtigt das Scheidenmilieu negativ.

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    Worauf Sie im Schwimmbad oder am Meer achten sollten

    Im Schwimmbad immer Handtücher unterlegen und nasse Badesachen rasch wechseln. Denn Pilze lieben Feuchtigkeit und Wärme!

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    Vorsicht vor seltsamen Hausmitteln (2)

    Knoblauch in die empfindliche Intimregion einzubringen, kann unangenehme Reizungen und allergische Reaktionen hervorrufen.

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    Was Sie auf Reisen dabei haben sollten

    Ein wirksames Antipilzmittel gehört in jede Reiseapotheke, um die oft peinliche und langwierige Suche nach ärztlicher Hilfe in der Ferne und Experimente mit landesüblichen Medikamenten zu vermeiden.

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    Luftdurchlässige Binden benutzen

    Scheidenpilz während der Periode? Bindenbenutzerinnen sollten dann unbedingt darauf achten, luftdurchlässige Exemplare zu wählen. Denn Plastik im Intimbereich – ob in Unterwäsche oder Binde – fördert die Feuchtigkeit und damit den Scheidenpilz.

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    Scheidenpilz nicht totschweigen

    Denn das funktioniert nicht! Wer seinen Mut zusammennimmt und frühzeitig in die Apotheke geht, bekommt effektive Medikamente gegen den Scheidenpilz. Apotheken-Angestellte haben sehr häufig mit Mykosen zu tun, also keine Bange.

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    Scheidenmilieu mit Milchsäure stärken

    Nach dem Scheidenpilz oder wenn eine Frau sehr häufig betroffen ist, empfiehlt es sich, die Scheidenflora mit einer Milchsäurekur aufzubauen und so die Abwehr der Schleimhaut zu stärken. Der beste Zeitpunkt dafür: kurz nach der Menstruation.

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    Unter Umständen den Partner mitbehandeln

    Meist ist es nicht nötig, den Partner mitzubehandeln, wenn die Frau Scheidenpilz hat. In seltenen Fällen kommt es aber vor, dass der Pilz sich am Penis festsetzt. Dann ist eine Behandlung des Jungen oder Mannes angesagt, damit es nicht zur gegenseitigen Ping-Pong-Infektion kommt.

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    Vorsicht vor seltsamen Hausmitteln (3)

    Dass Teebaumöl Scheidenpilz bekämpfen soll, ist ein Mythos. Das Öl kann untenherum aufgetragen sogar die empfindliche und vom Pilz gestresste Schleimhaut reizen und schadet dann eher.

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Pilze können außerdem übertragen werden:

  • durch falsche Toilettenhygiene, indem nach dem Stuhlgang zur Scheide hin gewischt wird,
  • durch Geschlechtsverkehr, wenn der Partner infiziert ist,
  • durch gemeinsam benutzte Toilettenartikel, Wäsche oder Handtücher,
  • in Schwimmbädern, Whirlpools und Saunen,
  • durch eng anliegende Kleidung aus synthetischen Stoffen.

Symptome der Scheidenpilzinfektion (Vaginalmykose):

  • Juckreiz,
  • Brennen im Scheidenbereich,
  • bröckliger weißlicher Ausfluss,
  • Rötungen und Schwellungen,
  • manchmal Schmerzen beim Wasserlassen,
  • manchmal Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

Diagnose von Pilzinfektionen der Scheide:

Nach einem Gespräch untersucht ein Frauenarzt die Scheide und begutachtet die Symptome. Mit einem Wattestäbchen entnimmt er etwas Scheidensekret, das er unter dem Mikroskop auf Pilzsporen untersucht. Ist dieser Nachweis nicht eindeutig, entnimmt er einen Abstrich fürs Labor. Das züchtet daraus eine Pilzkultur, die eine genaue Diagnose des Erregers ermöglicht.

Behandlung des Scheidenpilzes:

Die Scheide gesund erhalten
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    Gesundes Scheidenmilieu

    Die gesunde Scheidenflora sorgt für eine saure Umgebung, das Pilze und andere Keime abwehrt. Eine wichtige Rolle bei der Selbstreinigung spielt auch der Scheidenausfluss.

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    Hygiene ist wichtig

    Die Scheide zusätzlich zu reinigen, ist vielen Frauen wichtig. Das muss aber höchstens ein Mal täglich sein, mit Wasser oder einer milden, pH-neutralen Waschlotion für den Intimbereich.

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    Übertriebene Hygiene ist falsch

    Allerdings: Wer sich im Intimbereich zu eifrig reinigt und pflegt, erreicht das Gegenteil vom Gewünschten und macht die Scheide anfälliger für Infektionen.

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    Kein Intimdeo

    Absolut tabu sind aggressive Seifen und Duschgele sowie Intimdeos, die die empfindliche Schleimhaut reizen können.

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    Riskante Piercings

    Intimschmuck kann Unverträglichkeitsreaktionen hervorrufen. Und selbst ohne Nickel oder Kobalt darin reiben Piercings untenherum und können so die Barriere gegen Bakterien und Pilze verletzen.

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    Tangas aus Synthetik

    Wenn die Haut durch Plastik nicht atmen kann, haben Pilze und Bakterien leichtes Spiel. Ein Stringtanga reibt zudem in der Poritze, was Entzündungen zusätzlich begünstigt.

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    Enge Jeans schaden

    Ähnlich steht es mit engen Jeans. Auch sie fördern ein heißes, ungesundes Scheidenklima.

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    Richtige Monatshygiene

    Deshalb sollten Frauen und Mädchen auch bei der Monatshygiene darauf achten, kein Plastik im Intimbereich zu tragen …

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    Tampon austauschen

    … und den Tampon, falls sie einen tragen, regelmäßig alle drei bis vier Stunden zu wechseln.

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    Richtig rasieren

    Frauen, die sich im Intimbereich die Haare wegrasieren, neigen oft zu Rasierpickelchen. Vorbeugend eine frische Klinge nehmen und nass rasieren, wenn möglich in Wuchsrichtung der Schamhaare.

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    Richtiges Abwischen

    Nach dem Toilettengang immer von vorne nach hinten abwischen, um keine Keime vom After an die Scheide zu transportieren.

Eine Pilzinfektion lässt sich in der Regel gut selbst behandeln. In Apotheken gibt es rezeptfreie Cremes und Vaginaltabletten, die einfach zu handhaben sind: Anti-Pilz-Cremes werden ein- bis zweimal täglich mittels Applikator in die Scheide eingeführt und ein- bis zweimal dünn auf die Schamlippen aufgetragen. Sicherheitshalber sollte der Afterbereich mitbehandelt werden, da sich auch dort Pilzsporen befinden können. Vaginaltabletten gegen Scheidenpilz werden mit Hilfe eines Applikators oder mit dem Finger in die Vagina eingeführt. Während der Menstruation sind sie nicht sinnvoll, da das Blut den Wirkstoff aus der Scheide spült.Wichtig ist, sich jeweils an die Hinweise auf der Packung zu halten und die Behandlung nicht vorzeitig abzubrechen, weil keine Beschwerden mehr spürbar sind. Um sämtliche Pilze abzutöten, ist die vollständige Dosis der Wirkstoffe nötig! Während der Behandlung sollte man sehr genau darauf achten, täglich Unterwäsche, Handtuch und Waschlappen zu wechseln.

Ein Arztbesuch wird notwendig,

  • wenn nach drei Tagen Anti-Pilz-Therapie keine Besserung eintritt,
  • bei wiederkehrenden Pilzinfektionen,
  • in der Schwangerschaft,
  • bei Unsicherheit, ob es sich tatsächlich um Scheidenpilz handelt.

Einer Vaginalmykose vorbeugen

  • nach dem Toilettengang immer von vorne nach hinten wischen,
  • Intimbereich mit klarem Wasser oder einer Intimwaschlotion mit Milchsäure waschen,
  • keine Intimsprays benutzen,
  • keine luftdichten Slipeinlagen tragen,
  • in den letzten Tagen der Periode keine oder sehr kleine Tampons verwenden,
  • leichte Unterwäsche aus Baumwolle tragen und täglich wechseln,
  • auf enge, synthetische Kleidung verzichten,
  • beim Sex mit einem neuen Partner immer Kondome benutzen,
  • nasse Badesachen ausziehen,
  • in der Sauna immer auf ein Handtuch setzen.
Was ist Scheidenpilz?

Woran erkenne ich Scheidenpilz? Was führt zu einer Scheidenpilzinfektion, und wie kann ich vorbeugen? Das Wichtigste darüber erläutert Experte Professor Dr. Werner Mendling im Interview.

Kade Fungin

Autor: Springer Medizin
Letzte Aktualisierung: 15. Juli 2013
Durch: Lifeline

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