Probiotische Bakterien gegen Pilzinfektion

Immer wieder Scheidenpilz? Ergänzende Therapie lässt Betroffene hoffen

Die Symptome einer Scheidenpilzinfektion (Vaginalmykose) sind unangenehm – vor allem, wenn sie immer wieder auftreten. Gegen wiederkehrenden Scheidenpilz steht jetzt – zusätzlich zur Behandlung mit Anti-Pilz-Mitteln – eine neue Behandlungsoption zur Verfügung.

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Eine Pause bitte: Häufig wiederkehrender Scheidenpilz raubt Betroffenen den letzten Nerv.
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Bewährte Antimykotika (Arzneimittel gegen Pilzerreger) helfen schnell gegen die Anzeichen eines Scheidenpilzes. Allerdings haben manche Frauen im Anschluss an die Behandlung nicht lange Ruhe, bevor die Infektion ihnen erneut zu schaffen macht. In der Fachsprache nennt man solch einen Krankheitsrückfall Rezidiv.

Schuld an wiederkehrenden Pilzinfektionen ist eine dauerhaft aus dem Gleichgewicht geratene Scheidenflora, die es den auslösenden Hefepilzen (meist Candida albicans) leicht macht, sich zu vermehren. Zu den Risikofaktoren für rezidivierenden Scheidenpilz zählt zum Beispiel die wiederholte Gabe von Antibiotika.

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Laktobazillenstamm senkt Risiko für wiederkehrenden Scheidenpilz

milchsäurebakterien
Tabletten mit probiotischen Milchsäurebakterien können den Teufelskreis bei ständig wiederkehrendem Scheidenpilz durchbrechen.
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Gegen diese besonders belastende Form der Vaginalmykose kann ein bestimmter Stamm probiotischer Milchsäurebakterien (Laktobazillen) helfen, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Für die Untersuchung wurden Frauen mit wiederkehrendem Scheidenpilz zusätzlich zum Anti-Pilz-Wirkstoff Clotrimazol mit Vaginaltabletten behandelt, welche den Laktobazillenstamm Lactobacillus plantarum I1001 enthalten. Die Kontrollgruppe erhielt die Standardtherapie, also nur den antimykotischen Wirkstoff.

Gut verträglich und widerstandsfähig gegen Antibiotika

Wie sich herausstellte, hatten Patientinnen ohne die Bakterienhelfer ein beinahe achtfach erhöhtes Rezidivrisiko. Zu Nebenwirkungen kam es durch die neue Kombinationstherapie kaum.

Auch die gleichzeitige Anwendung von Antibiotika, etwa gegen eine Blasenentzündung, ist denkbar – denn die gleichzeitige Therapie mit Antibiotika kann L. plantarum I1001, wie die Milchsäurebakterien abgekürzt werden, nichts anhaben.

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Letzte Aktualisierung: 19. Dezember 2016
Quellen: European Journal of Clinical Microbiology & Infectious Diseases

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