Pilz-Diät

Experten sehen Pilz-Diäten skeptisch

Experten sehen Pilz-Diaeten skeptisch-93013706.jpg
Umstrittene Wirkung: Diäten gegen Scheidenpilz.
@Hamiza Bakirci www.hbakirciphoto.com

Scheidenpilz behandeln Ärzte meistens mit Zäpfchen und Salben. Doch tritt der Scheidenpilz häufiger auf, möchte die eine oder andere Frau es gern einmal mit einer anderen Methode versuchen. Anti-Pilz-Diäten wären eine Möglichkeit: Immerhin hat der prominente Pilz-Experte Hans Rieth den Verzicht auf Zucker und Weißmehlprodukte jahrzehntelang propagiert.

"Rieth hat gedacht: Pilze leben von Zucker - also werden sie durch zuckerarme Kost ausgehungert", erklärt Prof. Werner Mendling, Gynäkologe und Mykologe (Pilz-Experte) am Urban-Krankenhaus in Berlin. Die Anti-Pilz-Diät sieht darum einen Verzicht auf Zucker und auch auf Weißmehlprodukte wie polierten Reis, Nudeln, Weißbrot vor.

Aushungern und rausfegen

Doch kohlenhydratreiche Nahrungsmittel sind in der Anti-Pilz-Diät nicht generell verboten. Sie sind sogar erwünscht, sofern sie - wie Gemüse - viele Ballaststoffe enthalten. Salat, Brokkoli & Co. sorgen nämlich dafür, dass sich auch die Darmfalten aufblähen und Pilze, die dort in den Winkeln sitzen, besser aus dem Körper gelangen. Was aber haben Pilze im Darm mit Scheidenpilz zu tun, mag sich manche Frau fragen. Sehr viel, meinen Verfechter der Anti-Pilz-Diät. Sie glauben nämlich, so Mendling, dass die Pilze in der Scheide aus dem Darm stammen.

Aushungern und rausfegen - das sind salopp formuliert also die zwei Prinzipien der Anti-Pilz-Diät. Doch die meisten Pilz-Experten haben sich von diesem Behandlungsansatz seit gut zehn Jahren verabschiedet, sagt Mendling. "Als Rieth, der 30 Jahre die Mykologie-Szene in Deutschland und Europa beherrschte, starb, sagten alle, seine Diät sei durch keine Studie bewiesen."

"In Einzelfällen könnte man es überlegen"

Ganz im Gegenteil: Eine Studie mit 28 Teilnehmern am Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Universität Würzburg hat gezeigt, dass der Verzehr von Zucker und Weißmehlprodukten die Gefahr von Pilzerkrankungen nicht erhöht. Allerdings geben die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift American Journal for Clinical Nutrition (1999, 69) zu bedenken: "In künftigen Studien sollte untersucht werden, ob bestimmte Patientengruppen möglicherweise von einer Diät profitieren, die kaum raffinierte Kohlenhydrate enthält." Auch Mendling meint: "Grundsätzlich ist die Anti-Pilz-Diät vom Tisch. Doch in Einzelfällen könnte man es überlegen. Wenn überhaupt, dann aber nur bei chronischem, ständig wieder auftretendem Scheidenpilz." Frauen, die nur selten unter Scheidenpilz leiden, seien mit Cremes und Zäpfchen besser beraten.

Autor: BSMO Redaktion
Veröffentlicht am: 23. Mai 2008
Letzte Aktualisierung: 23. März 2012

Scheidenpilz
Broschüren
  • Scheidenpilz Scheidenpilz

    Hier finden Sie Infobroschüren zum Thema Scheidenpilz, die Sie kostenlos und bequem herunterladen können.

Expertenrat Scheidenpilz

Expertenrat Scheidenpilz

Im Expertenrat Scheidenpilz können Sie Fragen an unsere Spezialisten stellen.

zum Expertenrat
Diskussionsforum

Diskussionsforum

Sie möchten sich mit anderen Betroffenen zum Thema Scheidenpilz austauschen? Hier geht's zum Diskussionsforum.

Suchen
shop-apotheke.com
Scheidenpilz-Newsletter

Scheidenpilz-Newsletter

Abonnenten erhalten einmal im Monat eine Zusammenstellung interessanter Artikel und Nachrichten zum Thema Scheidenpilz kostenlos per E-Mail.

bestellen
shop-apotheke.com
Videos
Weiterempfehlen

Zum Seitenanfang

Freitag, 18. Mai 2012