pH-Wert in Waschlotionen
Die Intimzone ist saurer als die übrige Haut
Seife greift den Säureschutzmantel der Haut an, insbesondere im Schritt. Zum Waschen daher immer nur pH-saure Reinigungsprodukte oder Intimwaschlotionen benutzen.
Sauer, neutral oder basisch
Der pH-Wert gehört zu den Begriffen, die jeder schon mal gehört oder gelesen hat. Aber was bezeichnet er eigentlich? Die Antwort: Er dient dazu, Säuren und Laugen zu unterscheiden und ihre Stärke anzugeben. Die Abkürzung pH" steht für das lateinische potentia hydrogenii" und heißt übersetzt: Konzentration an Wasserstoff-Ionen. Alles, was Wasser enthält, hat einen pH-Wert. Seine Skala reicht von 0 bis 14, wobei 0 den stärksten Säuregrad und 14 die höchste basische Stärke bezeichnen. Der Mittelwert pH 7 wird als neutral bezeichnet diesen Wert weist reines Wasser auf. Zum Vergleich: In der Bauchspeicheldrüse liegt der pH-Wert mit 8 weit im basischen Bereich. Das Blut ist mit pH 7,35 bis 7,45 ebenfalls basisch. Der Harn hat zwischen pH 4,8 und 8 bewegt sich also zwischen deutlich sauer und basisch.
pH-Werte variieren nach der Hautregion
Auch auf der Haut lässt sich ein pH-Wert messen, da der Hydrolipidfilm auf ihrer Oberfläche Wasser enthält. Im Schnitt beträgt der pH der Haut zwischen 5,4 und 5,9 daher ist auch vom Säureschutzmantel" die Rede. Er bildet sich aus Hornschuppen, Talg, Schweiß und zahlreichen Bakterien. Das klingt unappetitlich, ist aber äußerst hilfreich. Denn die Bakterien schützen uns vor Infektionen, indem sie Angriffspunkte für Krankheitskeime blockieren; sie schirmen negative Umwelteinflüsse ab und verhindern Reizungen und Austrocknen. Wie sauer die Hautflora ist, hängt dabei auch von der Art der vorhandenen Bakterien und dem Wassergehalt ab. An feuchten Stellen, wie in den Achselhöhlen oder in Körperfalten, kann der pH-Wert weniger sauer werden und in den basischen Bereich steigen. Im Intimbereich ist die Haut hingegen mit durchschnittlich pH 4 deutlich saurer als an anderen Stellen. Mit dem Alter steigt der pH-Wert überall leicht an.
Seife schädigt den Schutzmantel der Haut
Interessant ist der pH-Wert für die Hautpflege. Deren Sinn ist nämlich nicht nur das Säubern, sondern der Erhalt der Schutzfunktion unseres größten Organs, der Haut. Obschon Dermatologen seit geraumer Zeit darauf hinweisen, beherzigen viele Menschen es noch immer nicht: Das Schlimmste, was jemand seiner Haut antun kann, ist das benutzen von Seife. Da sie basisch ist, greift jedes Waschen mit Seife den sauren Schutzmantel unserer Körperhülle an. So steigt der pH der Haut beim Einseifen auf etwa 9. Um den Wert auf Normalniveau abzusenken, braucht gesunde Haut 30 bis 200 Minuten. Dermatologen beobachten daher mit Sorge das Comeback der Seife, befördert durch spezialisierte Ladenketten und als handgefertigten Luxusartikel. Aber sogar etliche Sensitiv-Waschlotionen seien basisch und daher nicht zur Hautpflege geeignet, sagt Dr. Kristine Breuer, Fachärztin für Dermatologie am Berufsgenossenschaftliches Unfallkrankenhaus Hamburg. Sie empfiehlt so genannte Syndets, deren pH-Wert im sauren Bereich liegt und daher der Haut angepasst sind. Wer unsicher ist, welchen pH-Wert seine Waschlotion oder sein Duschgel hat, kann den Wert mit einem speziellen Teststreifen aus der Apotheke überprüfen.
Abgestimmte Intimwaschlotion für die Genitalzone
Hände weg von herkömmlichen Seifen - das gilt ganz besonders für den Intimbereich, deren Milieu noch saurer als die übrige Haut ist. Für diese Körperzone gibt es speziell abgestimmte Waschlotionen. Für jemanden mit gesunder Haut reicht es zwar, sich mit lauwarmem Wasser zu waschen, sagen Dermatologen. Wer sich damit aber unwohl fühlt, kann zu Intimwaschlotionen mit einem sauren pH-Wert um die 4 greifen. Für Frauen mit Neigung zu Pilzinfektionen kann eine saure Intimpflege sogar hilfreich sein: Pilze können sich nämlich nur vermehren, weil das saure Scheidenklima gestört ist. Das bedeutet, dass die dort siedelnden Milchsäurebakterien ihren Dienst versagen. Intimwaschlotionen mit zugesetzter Milchsäure können die Schleimhaut darin unterstützen, ihren Schutzwall wieder zu errichten oder zu erhalten. Da Reinigungsmittel aber nur für die äußere Anwendung gedacht sind, sollte eine Frau für die Regeneration nach einer Scheidenpilzinfektion Milchsäurebakterien in Form von Zäpfchen oder Tabletten in die Vagina einführen. (mj)









