
Intimpflege & Hygiene
Richtige Intimpflege schützt vor Scheidenpilz
Wer einmal von einer Freundin gehört hat, wie unangenehm Scheidenpilz ist, möchte das Jucken und Brennen nie erleben. Wie aber können Frauen einer Infektion vorbeugen? Dazu kursieren allerhand Ratschläge, die zudem oft widersprüchlich sind. Die einen schwören auf eine Anti-Pilz-Ernährung, andere empfehlen den Intimbereich mit Fett einzucremen. Was schützt tatsächlich?
Das A und O beim Verhüten von Scheidenpilz ist die richtige Intimhygiene. "Das bedeutet Verzicht auf alles, was die Schleimhäute der Scheide kaputt macht", sagt Dr. Thomas Gent vom Berufsverband der Frauenärzte in Hamburg. Mit Sorge stellt er fest, dass sich viele Frauen von der Werbung zu übertriebener Intimpflege verleiten lassen. Häufiges Waschen mit Seife oder aggressiven Duschgels und Intimsprays schädigten die Scheidenflora ebenso wie luftdichte Slipeinlagen, warnt der Gynäkologe. "Um sich sicher zu fühlen, tragen manche Frauen sogar immer einen Tampon." Ebenso wie beim ständigen Verwenden von Slipeinlagen entstehe so ein "Löschblatt-Effekt". Wie der Name jedoch schon sage, müsse eine Schleimhaut feucht sein, erklärt Gent. Sonst bekomme sie Risse, die Infektionen erleichterten.
Um Scheidenpilz vorzubeugen, sollten Frauen sich im Schritt mit lauwarmem Wasser oder einer Intimwaschlotion mit Milchsäure waschen. Die enthaltenen Bakterien kommen auch natürlich in der Vagina vor, sie können ihre Schutzfunktion unterstützen und einer gereizter Schleimhaut beim Heilen helfen. Oft vernachlässigt, aber entscheidend zur Prävention: "Man sollte auch keinen Waschlappen, besonders keinen gemeinsamen, benutzen. Er ist die beste Brutstätte für Bakterien", sagt Gent.
Fettcreme in der Intimzone kann schützen
Pilze mögen es feucht und warm. Sie fühlen sich deshalb in Schwimmbecken, Dampfbädern und Whirlpools besonders wohl. Pilz anfälligen Frauen raten viele Ärzte daher vom Besuch solcher Einrichtungen ab - nicht weil sie sich dort Pilze holen, sondern weil ihre geschwächte Scheidenflora nicht mit dem Zuviel an Chemikalien fertig wird. Manchen Frauen hilft es jedoch, im Intimbereich eine Fettcreme zu benutzen, hat Dr. Urs Lauper vom Universitäts-Spital Zürich festgestellt. Allerdings sollte man nicht zu lange im Wasser bleiben, sonst büßt die Fettschicht ihre Barrierewirkung ein. Nach dem Baden empfiehlt Lauper die Fettcreme abzuduschen. Wichtig: Nasse Badesachen immer ausziehen, um Scheidenpilzen keine Chance zu geben.
Ausgewogene Ernährung beugt Scheidenpilz vor
Wer Süßes meidet, verhindert Scheidenpilz. Diesen Tipp finden Ratsuchende immer wieder. Leider ist eine solche Anti-Pilz-Diät als gezielte Vorbeugung sinnlos, dämpft Dr. Gent die Erwartungen. "Aber natürlich ist eine an Ballaststoffen reiche Ernährung mit wenig Kohlenhydraten und Fett insgesamt gesund."
Weitere Tipps zur Prophylaxe von Scheidenpilz hat LIFELINE-Expertin Dr. Anja Oppelt:
- nach dem Toilettengang immer von vorne nach hinten wischen
- leichte Unterwäsche aus Baumwolle tragen und täglich wechseln
- auf enge, synthetische Kleidung verzichten
- in den letzten Tagen der Periode keine oder sehr kleine Tampons verwenden
- beim Sex mit einem neuen Partner immer Kondome benutzen
(mj/BSMO)













