
Whirlpool, Sauna, Dampfbad
Bei Scheidenpilz tabu?
Saunabaden macht Spaß und ist gesund - vor allem in der kalten Jahreszeit. Viele pilzgeplagte Frauen versagen sich jedoch das Schwitzvergnügen. Sie haben Angst, sich oder andere zu Infizieren. Doch wer verantwortungsvoll sauniert, muss sich keine Sorgen machen. Vor Dampfbädern hingegen warnen Experten. In dem warmen, feuchtem Klima fühlen sich Pilze einfach zu wohl.
Wenn es draußen kalt und ungemütlich wird, geht es in Saunen wieder heiß her. Mediziner empfehlen den Hitze-Kälte-Wechsel, um die Abwehrkräfte zu stärken und so Erkältungen vorzubeugen. Außerdem trainiert regelmäßiges Saunabaden den Kreislauf, pflegt die Haut und setzt sogar Glückshormone frei. Umso mehr bedauern Scheidenpilz-Patientinnen, nicht in die Schwitzhütte gehen zu können. "Ich habe dieses Problem mit den ständig wiederkehrenden Pilzinfektionen", schreibt eine Betroffene im LIFELINE-Forum Scheidenpilz. "Immer denke ich mir, warum kann ich nicht so wie all die anderen in die Sauna gehen?" Doch stimmt das überhaupt? Müssen Frauen mit häufigem Scheidenpilz auf Saunabaden verzichten?
Immer ein trockenes Handtuch unterlegen
"Auch für Frauen mit häufigen Scheidenpilzinfektionen spricht nichts gegen Saunieren - wenn sie darauf achten, sich und andere nicht zu gefährden", urteilt die Gynäkologin und LIFELINE-Expertin Dr. Anja Oppelt,. "Am wichtigsten ist es, sich immer auf ein Handtuch zu setzen oder zu legen." Die Ärztin empfiehlt, immer mehrere Handtücher mitzunehmen. So könne nach jedem Abduschen ein Handtuch zum Abtrocknen benutzt werden, und ein trockenes untergelegt werden. Denn sorgfältiges Abtrocknen hält Scheidenpilze Zaum: je trockener die Umgebung, desto geringer die Ansteckungsgefahr. Regel Nummer Zwei: Nicht ins Tauchbecken steigen! "Dort können sich Pilze tummeln und vermehren", erklärt die Gynäkologin. Zum Abkühlen stattdessen immer mit einem Schlauch abspritzen. Das schützt einen selbst und andere vor Infektionen. Menschen mit einer akuten Pilzerkrankungen ermahnt der Deutsche Saunabund e.V., kein Schwitzbad zu besuchen.
Dampfbäder und Biosaunen sind nichts für Pilzgeplagte
Ein ganz anderes Thema sind Dampfbäder. Sie erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Doch Frauen mit wiederkehrenden Scheidenpilzinfektionen sollten sie unbedingt meiden, urteilt Expertin Oppelt. Im Gegensatz zur heißen und trockenen Sauna herrsche im Dampfbad eine hohe Luftfeuchtigkeit. Sie erleichtere Pilzsporen die Vermehrung. Gleiches gilt für so genannte Biosaunen. Sie sind im eigentliche Sinne keine Saunen, sondern "feuchte Warmluftbäder", berichtet Rolf-Andreas Pieper, Geschäftsführer des Deutschen Saunabundes e.V. Mit 50 Grad Temperatur und 50% Luftfeuchtigkeit liegen "Biosaunen" zwischen Dampfbad und Sauna. Laut Werbung von Betreibern sollen Biosaunen z.B. schonender für den Kreislauf sein, aber Kritiker bezweifeln das. "Uns liegen rund 350 medizinische Arbeiten über die gesundheitlichen Effekte des Saunierens vor, aber ich kenne nur eine über so genannte Biosaunen", sagt Pieper.
Ein starkes Immunsystem schützt vor Infektionen
Experten halten die immunstärkende Wirkung von Dampfbädern und feuchten Warmluftbädern für fraglich. Nicht so bei Saunen. Sie stärken die Körperabwehr nachweislich. Frauen, die aufgrund eines schwachen Abwehrsystems immer wieder an Pilzinfektionen erkranken, sollten Saunabaden ruhig in ihr Stärkungsprogramm aufnehmen, meint Gynäkologin Oppelt.












