
Urlaubsplanung
Auch Anti-Pilzmittel gehören in eine Reiseapotheke
Viele Frauen sind im Urlaub anfälliger für Pilzinfektionen. Deshalb sollten sie Zäpfchen und Salben gegen Scheidenpilz mit auf die Reise nehmen.
Wer sich seinen Urlaub ausmalt, will nicht an Kranksein denken. Sollte er aber jedenfalls ein wenig. Kleine Missgeschicke und Malessen lassen sich gut selbst behandeln. Ärgerlich ist es aber, wenn kostbare Ferienzeit für das Suchen einer Apotheke und das Entziffern eines bulgarischen oder spanischen Waschzettels draufgeht. Außerdem heißen Medikamente im Ausland oft anders als in Deutschland oder sind gar nicht erhältlich. Auch sei besonders im außereuropäischen Ausland die Gefahr groß, dass Patienten an gefälschte Arzneimittel geraten, weiß Apotheker Fritz Becker vom Landesapothekerverband Baden-Württemberg: "Diese Fälschungen können zu wenig oder keinen Wirkstoff, im schlimmsten Fall sogar andere, schädliche Inhaltsstoffe enthalten." Es ist daher sinnvoll, eine Reiseapotheke mitzunehmen. Mit den Vorbereitungen sollte 6-8 Wochen vor dem Urlaub begonnen werden, rät die Bundesvereinigung deutscher Apothekerverbände (ABDA). Gerade bei Impfungen müssen oft bestimmte Abstände eingehalten werden. Bei der Impfplanung können Apotheker helfen; viele stützen sich dabei auf Computerprogramme.
Regeln für die Reiseapotheke
Grundsätzlich gilt: Jemand, der regelmäßig Medikamente einnimmt, muss darauf achten, dass er ausreichend Vorrat für den Urlaub einpackt. Etwa ein Drittel mehr als regulär benötigt, raten Apotheker. Um Platz im Gepäck zu sparen, kann der Umkarton zuhause bleiben. Der Beipackzettel sollte aber unbedingt mitgenommen werden. Bei allen anderen Arzneimitteln keine Experimente eingehen - in die Reiseapotheke gehören nur bekannte und bewährte Mittel. Bei alten Präparaten die Haltbarkeit überprüfen. Dabei unbedingt bedenken, dass heißes Klima die Verfallszeit beschleunigen kann. Flüssige Medikamente trocknen z.B. schneller ein, Wirkstoffe können verdampfen, Zäpfchen und Salben weich werden und zerfließen. Eine Reiseapotheke muss daher kühl gelagert werden, am besten in einem Kühlschrank. Nicht im Auto liegen lassen oder im Hotelzimmer auf der sonnigen Fensterbank verwahren! Gegen die oft hohe Feuchtigkeit in den Tropen hilft es, die Reiseapotheke in einer gut abgedichteten Plastikdose zu verwahren. Übrigens: Während der Fahrt gehört die Reiseapotheke auf jeden Fall ins Handgepäck. So sind die Medikamente griffbereit und auch verfügbar, wenn die Koffer verloren gehen oder verspätet ankommen.
Notfallapotheke nach persönlichem Bedarf bestücken
Es bringt nichts, einfach die Hausapotheke mit auf Reisen zu nehmen. Vielmehr sollten mitgenommene Medikamente auf das Urlaubsland, die Art der Reise und auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt sein. Wer mit dem Rucksack durch Asien reist, braucht andere Arzneimittel als ein Camper in Finnland oder eine Familie mit kleinen Kindern beim Hotelurlaub in Spanien. Den besonderen Bedarf am besten mit einem Arzt oder Apotheker besprechen. Frauen mit chronischem Scheidenpilz sollten auf jeden Fall an ein Anti-Pilzmittel denken, dies gibt es rezeptfrei in jeder Apotheke. Auch wer schon mal im Urlaub Bekanntschaft mit einer Pilzinfektion gemacht hat, beugt besser vor. Viele Frauen sind in den Ferien anfälliger als sonst: Der Reisestress schwächt die Körperabwehr. Die Klimaumstellung und vermehrtes Schwitzen in synthetischer Unterwäsche begünstigen Pilzinfektionen der Scheide ebenso wie stark gechlortes Poolwasser.
Zum Ausdrucken: Checkliste für Ihre Reiseapotheke
Nach Empfehlungen von Ärzten und Apothekern gehört auf jeden Fall Folgendes in eine Reiseapotheke:
Medikamente gegen
- Fieber-/Schmerzen
- Übelkeit/Erbrechen (Reisekrankheit)
- Durchfall
- Magenbeschwerden
- Verstopfung
- Erkältung (Husten, Schnupfen, Halsschmerzen)
- Augenreizungen
- Ohrenschmerzen
- Allergische Hautreaktionen
- Scheidenpilzinfektionen
Mittel für
- Wundbehandlung (Desinfektionsmittel, Brand- und Wundgel)
- Verstauchungen (Zerrungen)
- Verletzungen
Außerdem:
- Medikamente, die Sie regelmäßig einnehmen
- Sonnenschutz
- Insektenschutz
- Verbandmaterialien (Mullbinden, Pflaster)
- Fieberthermometer (am besten bruchsicher)
- Kleine Schere
- Splitterpinzette
- Zeckenzange
- Einmal-Handschuhe
- Kondome
Bei Reisen in tropische Länder
- ggf. Malariamittel (Prophylaxe: in der Regel Behandlungsbeginn vor Reiseantritt)
- steriles Spritzmaterial
(mj)
Quellen: Nach Informationen des Centrums für Reisemedizin, der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände und des Landesapothekerverband Baden-Württemberg











