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Scheidenpilz & Sport

Fit und aktiv trotz Scheidenpilzinfektion

Sport macht den Kopf frei, lässt die Pfunde purzeln und stärkt das Immunsystem. Doch bei einer Scheidenpilzinfektion geht der Spaß an der Bewegung schnell verloren. Umso wichtiger, den Scheidenpilz gezielt und frühzeitig zu behandeln.

Die Tage werden wieder kürzer, Regen, Wind und sinkende Temperaturen bestimmen unser Wetter – und nicht zuletzt auch unsere Laune. Schließlich schlägt das triste Grau des Herbstes nicht selten auf das Gemüt. Sport ist jetzt genau das Richtige, denn Bewegung hebt die Stimmung und sorgt dafür, dass Stress und Anspannung abfallen. Nicht zuletzt können wir durch Sport auch unser Immunsystem stärken und uns zum Beispiel vor dem Angriff der Erkältungsviren besser schützen. Egal, ob man sich nun lieber auf dem Laufband im Fitness-Studio, beim Bahnen-Schwimmen in der Schwimmhalle oder beim Joggen in der freien Natur so richtig auspowern möchte – mit Sport ist man in der grauen Jahreszeit auf der richtigen Seite.

Doch was tun, wenn sich eine Scheidenpilzinfektion ihren Weg gebahnt hat? Juckreiz, Brennen, Rötung, Ausfluss – bei diesen Symptomen ist an Sport häufig nicht einmal zu denken. Vor allem, weil die zusätzliche Reibung die Beschwerden immer wieder allzu deutlich ins Gedächtnis ruft.

Schnell wieder fit: Gezielte Behandlung von Scheidenpilzinfektionen

Viele Frauen kennen die typischen Symptome einer Scheidenpilzinfektion nur allzu gut. Und das kann auch von Vorteil sein. Denn so kann man bei den ersten typischen Anzeichen der meist durch Candida albicans-Hefen ausgelösten Infektion (Juckreiz, Rötung, Brennen, Ausfluss) frühzeitig reagieren und gezielt eine entsprechende Behandlung einleiten. Wer also schnell wieder fit sein und auf Sport nicht verzichten will, der kann beispielsweise auf lokal anzuwendende Antipilzmittel mit dem Wirkstoff Clotrimazol zurückgreifen (z.B. als Vaginalcreme, Vaginaltabletten oder in der bewährten Kombi-Packung rezeptfrei in der Apotheke erhältlich). Derartige Antipilzmittel lindern die Beschwerden in der Regel schon nach kurzer Zeit, so dass man auf Sport nicht länger als nötig verzichten muss. Experten empfehlen allerdings, derartige Antipilzmittel auch bei einer schnell spürbaren Linderung der Beschwerden über einen Zeitraum von drei Tagen anzuwenden, um einen nachhaltigen Therapieerfolg zu gewährleisten.

Wer erneuten Infektionen vorbeugen möchte, der kann zusätzlich auch nach erfolgreich behandeltem Scheidenpilz die Regeneration der Vaginalflora mit einer entsprechenden Milchsäurekur (ebenfalls rezeptfrei in der Apotheke) unterstützen.

Sport ohne böses Erwachen – die besten Tipps zur Vorbeugung von Scheidenpilzinfektionen

Wer zu Scheidenpilzinfektionen neigt, der sollte beim Sport grundsätzlich einige Tipps beachten. Schließlich sorgt das feuchtwarme Scheidenmilieu, das beim Schwitzen entsteht, für ein erhöhtes Infektionsrisiko. Und auch in Sachen Duschen, Sauna und mehr ist ein wenig Vorsicht ratsam.

Darauf sollten Sie beim Sport achten:

  • Funktionsunterwäsche tragen: Diese trocknet schnell und sorgt dafür, dass die Feuchtigkeit nach außen geleitet wird.
  • Slipeinlagen meiden: Slipeinlagen verstärken das feuchtwarme Milieu im Scheidenbereich und machen so auch die positiven Effekte von Funktionsunterwäsche wieder hinfällig. Also auf Slipeinlagen beim Sport besser verzichten.

Und nach dem Sport?

  • Duschen & Intimpflege: Vermeiden Sie Intimsprays oder Seifen für den Intimbereich, um das saure Milieu der Vaginalflora nicht negativ zu beeinflussen. Besser sind klares Wasser oder spezielle Waschlotionen, die den natürlichen sauren pH-Wert der Scheide nicht angreifen.
  • Saunagang: Sollte Ihr Fitness-Studio über eine Sauna verfügen, achten Sie darauf, sich immer auf ein eigenes, mitgebrachtes Handtuch zu setzen. Nehmen Sie auch ein Reservehandtuch mit, das Sie zum Abtrocknen nutzen können.
  • Solarium: Nach dem Sport noch ein wenig Sonne tanken? Schön und gut – aber bitte nicht ohne vorherige Desinfektion der Liegefläche.

Tipp: Stress abbauen durch Sport und Scheidenpilzinfektionen vermeiden

Stress gilt als einer der zentralen Risikofaktoren für Scheidenpilzinfektionen. Nutzen Sie daher Sport auch ganz gezielt zum Stressabbau und lassen Sie es auch einmal bewusst ruhiger angehen. Denn auch wenn Ausdauersportarten wie Joggen oder Tanzen grundsätzlich den Stress in die Schranken weisen, so sollte man auch immer wieder bewusst entspannende Sportarten wählen, um Körper und Geist gleichermaßen zur Ruhe kommen zu lassen. Sport und Bewegung mit Relax-Faktor bieten viele fernöstliche Sportarten wie Yoga, Pilates, Tai Chi und Qi Gong.


Quelle: Mendling, W.: Vaginalkandidose. In: Vaginose, Vaginitis, Zervizitis und Salpingitis, 2. Aufl., Heidelberg, Springer 2006, S. 131-132;
Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), Arbeitsgemeinschaft für Infektionen und Infektionsimmunologie in der Gynäkologie und Geburtshilfe (AGII), Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG), Deutschsprachige Mykologische Gesellschaft (DMyKG): Die Vulvovaginalkandidose. Stand August 2010. URL: http://www.dggg.de/fileadmin/public_docs/Leitlinien/1-4-1-vulvovaginalkandidose-2010.pdf (25.05.2011)
Gießen, H.: Klassische Substanzen aus dem OTC-Bereich: Clotrimazol. In: DAS PTA MAGAZIN (02) 2008, S. 54 f.
Autor: Jennifer Hamatschek
Stand: Sep 27, 2011


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