Vor und nach der Geburt
Scheidenpilz in der Schwangerschaft und Stillzeit richtig behandeln
Schwangere und stillende Frauen sollten bei Medikamenten Vorsicht walten lassen. Bei Scheidenpilz eignen sich die Wirkstoffe Clotrimazol und Nystatin. Auch Milchsäure-Präparate können Frauen in der Schwangerschaft und Stillzeit ohne Sorge verwenden.
Bei Pilzverdacht sollten Schwangere und stillende Frauen ihren Arzt aufsuchen
Frauen, die ein Baby bekommen oder gerade Mutter geworden sind, gehen sehr vorsichtig mit Medikamenten um. Das belegt eine Umfrage im Auftrag der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA). Demnach nehmen knapp zwei Drittel aller Mütter während der Schwangerschaft oder Stillzeit keine Arzneimittel ein. Das ist gut so, denn Medikamente können den Nachwuchs schädigen – nicht nur im Mutterleib, sondern auch beim Stillen. Arzneistoffe gelangen in die Muttermilch und können so an den Säugling weitergegeben werden.
Nur empfohlene Medikamente in der Schwangerschaft und Stillzeit
Doch manchmal geht es in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht ohne Medikamente. Eine Scheidenpilzinfektion ist so ein Notfall. Cremes und Vaginaltabletten gegen Scheidenpilz gibt es zwar ohne Rezept in jeder Apotheke zu kaufen. Friedemann Schmidt, Vizepräsident der ABDA, rät aber trotzdem: „Schwangere und Stillende sollten die Einnahme von Medikamenten grundsätzlich vorab mit ihrem Arzt besprechen.“ Der Gynäkologe weiß, welche Wirkstoffe eine Betroffene verwenden kann, ohne das Kind zu gefährden.
Während der Schwangerschaft und Stillzeit eignen sich zwei Wirkstoffe gegen Scheidenpilz: Clotrimazol und Nystatin. In beiden Fällen sprächen umfangreiche Erfahrungen gegen ein Risiko für den Säugling, urteilt das Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, eine Einrichtung der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Berlin.
Vor dem Stillen die Hände gut waschen
Um sicher zu gehen, rät LIFELINE-Expertin Dr. Anja Oppelt zudem: „Waschen Sie immer gut die Hände, wenn Sie Ihren Intimbereich mit einem Anti-Pilz-Mittel eingecremt haben und bevor Sie stillen.“ Das verhindert, dass das Baby mit dem Präparat direkt in Berührung kommt. Außerdem können keine Arzneistoffe über die Haut in die Muttermilch gelangen.
Milchsäure-Präparate sind keine Gefahr fürs Baby
Gerade für Frauen, die schon während der Schwangerschaft eine Scheidenpilzinfektion hatten, kann es sinnvoll sein, ein gesundes Scheidenmilieu gezielt aufzubauen. Um eine gestörte Vaginalflora ins Gleichgewicht zu bringen, eignen sich Milchsäure-Präparate. Frauen können Präparate, die Milchsäure enthalten auch in der Stillzeit ohne Sorge benutzen, Mediziner haben hier keine Bedenken. Milchsäure-Präparate gibt es z. B. als Gel in Form einer Milchsäurekur, die eine Woche lang angewandt wird und auch über einen angenehm befeuchtenden Effekt verfügt (z. B. KadeFungin® Milchsäurekur).
Einer Scheidenpilzinfektion lässt sich durch bewusstes Verhalten vorbeugen. Am wichtigsten ist es, nach dem Toilettengang immer von vorne nach hinten zu säubern, um keine Pilze aus dem Darm in die Scheide zu übertragen. Außerdem rät LIFELINE-Expertin Oppelt, die Intimzone nicht übertrieben mit aggressiven Seifen, Scheidenspülungen oder Sprays zu reinigen. Frauen sollten außerdem leichte Unterwäsche aus Baumwolle tragen und sie täglich wechseln. Auf enge, synthetische Kleidung sollte zudem verzichtet werden.












