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Scheidentrockenheit nach Pilz

Trockene Scheide kann beim Sex quälend sein

Nach einem Scheidenpilz haben Frauen oft Schmerzen beim Sex. Schuld ist ihre angegriffene Schleimhaut. Milchsäurebakterien und Östrogensalben helfen.

Milchsäurebakterien fördern saures Scheidenklima

Der Scheidenpilz geht – Probleme beim Geschlechtsverkehr bleiben. Dieser Verlauf ist keine Seltenheit. Stellvertretend für viele berichtet die 21-jährige Anke im LIFELINE-Forum: "Ich hatte lange Zeit einen Pilz und bin jetzt seit zirka vier Monaten beschwerdefrei. Beim Sex habe ich nun hinterher oft starke Schmerzen. Ich bin dann teilweise richtig wund." Der Grund dafür ist, dass der Scheidenpilz die Schleimhaut der Vagina angegriffen hat, indem er die oberste Lage abgeschilfert hat. Davon kann sich die Scheidenhaut nur langsam erholen, und die Zellschichten nach und nach wieder aufbauen. Dieser Prozess dauert in der Regel zwischen drei und fünf Wochen, weiß Dr. Anja Oppelt. Die Gynäkologin rät, den Körper bei seiner Reparaturarbeit mit Milchsäurebakterien zu unterstützen. Die dominieren das Scheidenmilieu einer gesunden, geschlechtsreifen Frau und schützen sie vor Infektionen, indem sie ein saures Klima erzeugen, das Bakterien und Pilze beim Wachsen hemmt. Solche Milchsäurebakterien gibt es in Apotheken in Form von Scheidenzäpfchen zu kaufen.

Östrogensalben lindern Brennen und Schmerzen in der Vagina

"Wenn Milchsäurebakterien allein nicht ausreichen, um die Schleimhaut der Scheide zu regenerieren, kann eine Frau für eine gewisse Zeit ein Östrogenpräparat nehmen", sagt LIFELINE-Expertin Oppelt. Das empfiehlt sich oft für Frauen, die unter chronischem Scheidenpilz leiden und eine entsprechend malträtierte Schleimhaut haben. Solche Arzneimittel müssen von einem Arzt verschrieben werden. Es gibt sie als Cremes und Zäpfchen, die in die Scheide eingeführt werden. Die Präparate, die auch gegen Scheidentrockenheit in den Wechseljahren eingesetzt werden, enthalten z.B. das Hormon Östriol. Das wirkt, indem es die Durchblutung der Vagina fördert und zugleich das gesunde, saure Scheidenmilieu erhält. Östrogensalben und –zäpfchen werden in der ersten Zeit täglich angewandt und danach noch 1-2 Mal in der Woche - solange bis die Schleimhaut wieder intakt ist, sagt Oppelt: "Wichtig ist, die Behandlung nicht vorzeitig abzubrechen, sondern sich an die Anweisungen des Arztes und die Angaben auf dem Beipackzettel zu halten."

Gleitmittel schützen angegriffene Scheide beim Sex

Anfangs kann die Scheide ein bisschen brennen, wenn ein Östriol-Mittel aufgetragen wird. Doch sobald die Östrogene wieder die normale Anzahl der Zellschichten aufgebaut haben, gehen die Beschwerden zurück, erklärt Dr. Andreas Clad von der Frauenklinik der Universität Freiburg: "Die Wirkung ist nach etwa einem Monat spürbar und nach weiteren vier Wochen vollständig." Frauen, die in dieser Zeit vaginalen Sex haben wollen, sollen sich mit einem Gleitmittel behelfen. Expertin Oppelt empfiehlt dazu das Multigyn-Gel. Es wird nach ihren Erfahrung von vielen Frauen gut vertragen. "Wenn die Trockenheit im Vordergrund steht, ist Multigyn-Gel Liquid zu empfehlen", sagt die Fachärztin. "Es ist noch etwas pflegender." (mj)


Quelle: Nach Informationen von Dr. Anja Oppelt, Frauenärztin und LIFELINE-Expertin sowie Dr. Andreas Clad von der Universitätsfrauenklinik Freiburg
Autor: Martina Janning
Stand: Jan 8, 2008


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