Sexualität
Oralsex oft Quelle für Scheidenpilz
Bei Frauen mit ständigen Pilzinfektionen lassen sich auch außerhalb des Genitalbereichs Hefepilze feststellen. Bei akutem Scheidenpilz erhöht sich die Zahl der Keime sogar noch. Wissenschaftler vermuten, dass diese Reservoirs am Po, im Darm oder Mund für Neuansteckungen verantwortlich sind. Das hat Konsequenzen fürs Vorbeugen, vor allem bei analem und oralem Sex.
Die Wissenschaftler untersuchten 86 Frauen mit wiederkehrendem Scheidenpilz. Sie entnahmen ihnen Abstriche aus dem Genitalbereich, von der Haut um den After, aus dem Darm, dem Mund und aus dem Urin. Das Resultat: Bei über der Hälfte der Frauen fanden sie auch außerhalb des Genitalbereichs Hefepilze. Am häufigsten stießen sie am Po auf Keime (41%); danach folgte der Darm (28%). Seltener entdeckten sie Pilze im Urin (19%) und im Mund (13%). Noch fündiger wurden die Mediziner, wenn die Frauen gerade an einer Scheidenpilzinfektion litten. Bei 74% der Frauen stellten sie dann Hefepilze am Gesäß fest, bei 52% im Darm, bei 35% im Urin und bei 17% im Mund. Dabei handelte es sich nicht nur um den Pilz Candida albicans, der in den meisten Fällen für Vaginalmykosen verantwortlich ist, sondern um diverse Pilzsorten. Dies kann ein Hinweis für behandelnde Ärzte sein, auch anderen Hefepilzen mehr Beachtung zu schenken, wenn sie nach Ursachen für ständige Neuinfektionen fahnden.
Enge und synthetische Kleidung als Risikoquelle verkannt
Dass auch andere Körperbereiche eine Quelle für die Wiederansteckung mit Scheidenpilz sein können, hat Auswirkungen auf die Vorbeugung. Konkret auf sexuelle Praktiken und die Kleidung. Die untersuchten Frauen zogen diese Verbindung bislang nicht, stellten die Wissenschaftler fest, als sie die Frauen nach bestimmten Lebensgewohnheiten befragten. Die Schweden resümieren in ihrer Studie: Weder oraler noch analer Sex wurden mit der Besiedlung des Mundes und des Darms in Verbindung gebracht. Auch zwischen eng anliegenden Hosen oder synthetischer Unterwäsche sahen die Frauen keinen Zusammenhang mit Hefepilzen am Po. Sowohl feuchte Wärme als auch Reibung begünstigen jedoch die Vermehrung von Hefepilzen. Daher sollte Kleidung im Schritt locker sitzenden und Slips aus Baumwolle sein. Tägliches Wechseln der Unterwäsche und Waschen bei mindestens 60° Grad senken die Gefahr für Scheidenpilze.
Ungeschützter Anal- oder Oralsex kann Pilze übertragen
Oral- und Analsex können eine Ursache dafür sein, dass sich Frauen immer wieder mit Scheidenpilz infizieren. Da sich im Mund aber offenbar deutlich weniger Keime befinden, als im Darm und am Po, stellt Analverkehr das größere Risiko dar. Bei beiden sexuellen Praktiken können jedoch Kondome einer Infektion mit Scheidenpilz vorbeugen. (BSMO/mj)










