
Liebe, Lust & Scheidenpilz
Sex-Regeln fürs Gesundbleiben
Sex hält fit - solange sich keine Infektionen übertragen. Um sich vor Scheidenpilz zu schützen, müssen Paare auch bei analem und oralem Verkehr aufpassen.
Liebesnächte stärken das Immunsystem
Sex macht fit, schön, gesund und hält jung: Er kurbelt die Durchblutung und den Kreislauf an. Er hält schlank bis zu 500 Kilokalorien können beim Liebesspiel verbraucht werden. Er macht eine schöne Haut. Denn Schwitzen reinigt die Poren, und die gute Durchblutung hält Haut und Schleimhäute jung. Und er stimuliert das Immunsystem. So fanden Wissenschaftler der Universität heraus, dass Sex die Zahl der weißen Blutkörperchen und der natürlichen Killerzellen auf das Doppelte erhöht. Eine interessante Nachricht, besonders für Frauen mit chronischem Scheidenpilz. Schließlich ebnet ein schwaches Immunsystem Krankheitserkeimen den Weg in den Körper. Eine Pilz-Geplagte, die ihre Abwehrkräfte durch Sex stärkt, beugt also aktiv vor. Solange jedenfalls, wie sie es verhindert, sich beim Liebesakt mit Scheidenpilz anzustecken.
Beim ersten Mal nie ohne Kondom
Beim ersten Mal mit einem neuen Partner sollte eine Frau stets auf ein Kondom bestehen, empfehlen Gynäkologen. Präservative verhindern, dass die Frau eine Pilzinfektion auf den Mann überträgt, und dieser sie später wieder ansteckt. Um solche Ping-Pong-Effekte zu vermeiden, sind Gummis auch in langjährigen Partnerschaften ein bewährter Mittel. Außerdem schützen befeuchtete Kondome die Vagina, sagt LIFELINE-Expertin Dr. Anja Oppelt. Ihr Gleitfilm komme der Schleimhaut zugute.
Scheidenpilz durch Anal- und Oralverkehr
Dass sich jemand bei vaginalem Sex mit Scheidenpilz anstecken kann, leuchtet unmittelbar ein. Weithin unbekannt ist jedoch, dass dies auch bei oralem und analen Verkehr möglich ist. Schwedische Wissenschaftler, die bei Frauen mit chronischen Pilzinfektionen Abstriche nahmen, entdeckten bei der Hälfte der Untersuchten auch außerhalb des Genitalbereichs Pilzsporen am häufigsten am Po (41%). Danach folgte der Darm (28%), der Urin (19%) und der Mund (13%). Hatten die Frauen gerade eine akute Pilzinfektion der Vagina, fanden die Mediziner deutlich mehr Pilze am After (74%), im Darm (52%), im Harn (35%) und im Mund (17%).
Nach Analsex das Kondom wechseln auch bei Dildos
Die Ergebnisse der schwedischen Forscher legen den Schluss nahe, dass Oral- wie Analsex dafür verantwortlich sein können, dass manche Frauen sich immer wieder mit Scheidenpilz infizieren. Besonders Analverkehr scheint ein unterschätztes Risiko darzustellen. Um sich bei dieser sexuellen Spielart vor einer Pilzinfektion zu schützen, sollten Präservative übergestreift werden. Nicht vergessen: Dringt der Mann nach dem Analverkehr in die Scheide der Frau ein, muss er ein neues Kondom verwenden. Paare sollten auch Dildos ein Gummi überstreifen oder sie nach dem Gebrauch gründlich mit Wasser und Seife reinigen, rät Oppelt. Spaßkondome schützen übrigens nicht vor Infektionen. Außerdem könnten sie die Schleimhäute der Vagina reizen, berichtet die Gynäkologin. Unschön, wenn die Scheide sowieso schon empfindlich ist.
Fetthaltige Gleitmittel greifen Latexkondome an
Bei analem, aber auch vaginalem, Sex ist es wichtig, Latexkondome nicht mit fetthaltigen Gleitmitteln zu verwenden: Sie machen die Gummis porös und steigern das Ansteckungsrisiko. Nach dem Eindringen in den After muss unbedingt ein frisches Kondom übergezogen werden, um keine Pilze in die Scheide zu verschleppen. Paare, die auf Nummer Sicher gehen wollen, sollten auch beim Oralverkehr zu Kondomen greifen. Dafür gibt es auch eine spezielle Variante für Frauen. Solche Femidome bestehen aus Polyurethan und haben an jedem Ende einen flexiblen Ring. Der eine wird über den Muttermund gezogen, der andere liegt vor dem Scheideneingang.














