Verhütung
Pille bei Scheidenpilz nicht absetzen
Frauen, die verhüten, leiden häufiger unter Scheidenpilz, so die Statistik. Schuld ist wahrscheinlich nicht die Verhütungsmethode, sondern dass diese Frauen häufiger Geschlechtsverkehr haben. Dennoch läst sich nicht mit Sicherheit ausschließen, ob nicht auch die Art der Verhütung eine Rolle bei Scheidenpilzinfektionen spielen kann. Viele Frauen fragen sich daher, welches für sie das beste Mittel ist, um eine Schwangerschaft zu verhindern. Worauf sollten sie und ihr Partner achten?
"Scheidenpilz und Verhütungsmethode haben nichts miteinander zu tun", urteilt Dr. Albrecht Scheffler von Berufsverband der Frauenärzte. "Früher glaubte man z.B., dass der in der Scheide hängende Faden einer Spirale das Aufsteigen einer Infektion begünstigen kann. Das ist so falsch." Auf Pilzinfektionen trifft dies grundsätzlich nicht zu; bei bakteriellen Infektionen kommt es selten vor. Die damit verbundenen Beschwerden führen eine Frau in der Regel schnell zum Frauenarzt.
Strittig: Einfluss der Pille auf Scheidenpilz
Unter Frauen mit häufigen Scheidenpilzinfektionen kursiert immer wieder der Rat, die Anti-Baby-Pille zu wechseln. Ob die Zusammensetzung einer Pille Einfluss auf Vaginalmykosen hat, ist bei Fachleuten umstritten. Einen Versuch sei es aber wert, meint LIFELINE-Expertin Dr. Anja Oppelt und empfiehlt ein Präparat mit einem anderen Gestagen auszuprobieren. Dieses künstliche Hormone gleicht dem körpereigenen Progestoron (Gelbkörperhormon) und fördert auch den Aufbau der Uterusschleimhaut. Die Pille wegen eines Scheidenpilzes ganz abzusetzen, sei nicht ratsam, erklärt Oppelt. Das bringe nur den Zyklus durcheinander.
Entscheidend: Verhütungsmittel muss zur Frau passen
Grundsätzlich gilt auch bei einer Neigung zu Scheidenpilz: "Eine Frau sollte die Verhütungsart wählen, die für sie am praktikabelsten ist", sagt Gynäkologe Scheffler. Entscheidend ist also, welche Variante den Lebensumständen der Frau am besten entspricht, womit sie sich am wohlsten und am sichersten fühlt. Die Vorlieben im Punkte Verhütung sind eindeutig. Die meisten Frauen bevorzugen eine Anti-Baby-Pille. An zweiter Stelle steht die Spirale, dann folgen Verhütungsmethoden wie Vaginalring oder Verhütungspflaster, berichten Frauenärzte aus ihrer Praxis. Gemeinsam ist all diesen Methoden, dass sie kaum in den Lebensrhythmus der Frau eingreifen und vor allem: sehr sicher sind.
| Verhütungsmethode | Pearl-Index (durchschnittliche Anzahl der Schwangerschaften innerhalb eines Jahres bei 100 Frauen) |
| Verhütungsstäbchen | kleiner als 0,1 |
| Hormonspirale | 0,05-0,1 |
| Anti-Baby-Pille | 0,1-0,9 |
| Vaginalring | 0,65 |
| Verhütungspflaster | 0,88 |
| Spirale | 0,05-3 |
| Kondom | 2-12 |
| Kalendermethode | 9 |
| Keine Verhütung | 85 |
Wichtig: Vaginaltabletten beschädigen Latexkondome
Sorgfalt bei der Kondomwahl ist geboten, wenn der Scheidenpilz einer Frau gerade mit Vaginaltabletten behandelt wird. "Dann dürfen nur latexfreie Präservative verwendet werden", erklärt Oppelt. "Die Anti-Pilz-Mittel greifen Latex an und machen das Kondom porös." Es verliert jede Schutzfunktion. Auch Gleitcremes mit Wachs oder Fett machen Latexkondome brüchig. Daher nur wasserlösliche Produkte verwenden. Gerade wenn eine Infektion erst seit kurzem überstanden ist, empfinden viele Frauen Gleitmittel beim Sex als sehr angenehm. Sie schonen die gereizte Schleimhaut.










