Sex & Verhütung
Trotz Scheidenpilz sicher verhüten
Vaginalzäpfchen und Cremes gegen Pilzinfektionen können den Schutz von Kondomen, Diaphragmen und spermizider Verhütungssalben beeinträchtigen.
In der Vagina wirkende Verhütungsmethoden können versagen
Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt und Apotheker dieser Satz ist vielen in Fleisch und Blut übergegangen. Die wenigsten denken bei Medikamenten aber an Wechselwirkungen. Die können jedoch schwer wiegen, etwa wenn eine Frau trotz Verhütung ungewollt schwanger wird, weil ein Arzneimittel, das sie einnimmt, den Schutz schmälert. Solche Effekte kennen Frauenärzte auch bei Mitteln gegen Scheidenpilz. "Zu Beeinträchtigungen kann es bei allen lokal wirksamen Verhütungsmethoden kommen", sagt LIFELINE-Expertin Dr. Anja Oppelt. "Diaphragmas und Portiokappen können durch Antipilzcremes und zäpfchen (Antimykotika) verrutschen." Außerdem sei die Gefahr groß, dass spermienabtötende Gels und Schaumzäpfchen mit Antimykotika reagieren, urteilt Dr. Thomas Gent vom Berufsverband der Frauenärzte in Hamburg: "Ich würde eine Patientin auf jeden Fall auf diese Gefahr hinweisen."
Pille ist durch Pilzmedikamente nicht beeinträchtigt
Hormonelle Verhütungsmethoden wie die Antibabypille, ein Verhütungsring oder pflaster werden durch Antimykotika in ihrer Schutzwirkung nicht beeinträchtigt, urteilt Gynäkologin Oppelt. Gleiches gelte für eine Spirale. Anders sehe es bei Präservativen aus. "Kondome können durch ein Antipilzmittel brüchig werden", sagt die Frauenärztin. Fatal: Gleichzeitig sind Kondome der einzige wirksame Schutz, um Scheidenpilz beim Verkehr nicht auf den Partner zu übertragen. Paare, die dieses Risiko vermeiden wollen, sollten während einer akuten Pilzinfektion auf Sex verzichten, rät die LIFELINE-Expertin.
Gleitcremes können Latexkondome angreifen
Aber: Vielen Frauen ist Sex während einer Scheidenpilzinfektion sowieso verleidet. Das Eindringen eines Penis tut den meisten weh immerhin ist ihre Schleimhaut entzündet. Manche Paare versuchen die schmerzhafte Reibung zu reduzieren, indem sie Gleitmittel benutzen. Die vertrügen Frauen mit Scheidenpilz unterschiedlich gut, berichtet Oppelt. Besondere Sorgfalt ist bei Kondomwahl geboten: Gleitcremes mit Wachs oder Fett machen Präservative aus Latex brüchig. Daher nur wasserlösliche, fettfreie Gleitmittel verwenden oder Kondome aus Polyurethan überstreifen. Sie sind genauso sicher wie gute Latex-Kondome.
Mit Milchsäurebakterien und Estriol heilt die Schleimhaut schneller
Nach einer Pilzinfektion dauert es in der Regel eine Woche, bis die Schleimhaut der Scheide sich regeneriert hat. Tabletten mit Milchsäurebakterien können dabei Aufbauhilfe leisten. Auch Estriol trüge zur raschen Erholung der Scheide bei, sagt Doktor Oppelt. Der Wirkstoff wird lokal als Vaginalzäpfchen oder Salbe angewandt und fördert Wachstum und Durchblutung der Schleimhaut. Trockenheit und Schmerzen beim Sex verschwinden.










