Schwangerschaftskontrolle
Ohne Pilzrisiko sicher verhüten
In den vergangenen Jahren sind einige neue Verhütungsmittel auf den Markt gekommen. LIFELINE hat nachgefragt, welchen Einfluss Hormonimplantate, Vaginalringe und Hormonspiralen auf Pilzinfektionen haben.
Antibabypillen machen manchmal anfälliger für Scheidenpilz
Scheidenpilz ist mehr als lästig, besonders wenn die Infektion regelmäßig wieder aufflammt: Das ständige Jucken und Brennen, Sexverzicht oder Schmerzen beim Verkehr zerren an den Nerven. Betroffene Frauen suchen daher intensiv nach den Gründen, warum sie immer wieder eine Pilzinfektion bekommen. Dabei gerät meist auch die Verhütung auf den Prüfstand.
Von der Antibabypille ist bekannt, dass die enthaltenen Hormone bei manchen Frauen die Anfälligkeit für Scheidenpilz erhöhen. Wissenschaftliche Belege dafür gibt es zwar nicht, aber Frauenärzte beobachten diesen Zusammenhang immer wieder. Ob die verwendete „Pille" mitverantwortlich für chronische Pilzinfektionen ist, kann ein Test zeigen: „Die Frau sollte ein anderes Präparat ausprobieren“, rät LIFELINE-Expertin Dr. Anja Oppelt. Kommt es dann zu weniger Scheidenpilzinfektionen, ist die Ursache schnell gefunden.
Als Alternative zur Antibabypille sind in den vergangenen Jahren einige neue hormonelle Verhütungsmittel auf den Markt gekommen. Für pilzgeplagte Frauen stellt sich nun die Frage, welchen Einfluss diese Präparate auf die Entstehung von Scheidenpilz haben. LIFELINE ist dem nachgegangen:
Hormonimplantate – gut bei Pilzproblemen
Ein Hormonimplantat ist ein Stäbchen, das das Hormon Gestagen enthält. „Es ist auszuschließen, dass es die Häufigkeit von Scheidenpilz beeinflusst“, sagt Dr. Thomas Gent, Frauenarzt aus Hamburg. Ein Hormonimplantat eignet sich daher für Frauen, die Östrogen nicht vertragen und oft Pilzinfektionen haben.
Da viele Anwenderinnen das Stäbchen aufgrund von Nebenwirkungen wieder entfernen lassen, empfehlen Ärzte vor dem Einlegen, drei Monate lang eine Minipille mit dem Gestagen Desogestrel auszuprobieren, da der Inhaltsstoff in beiden Produkten fast gleich ist. Als Nebenwirkung können Zwischenblutungen, Brustspannen, Kopfschmerzen, schwankende Stimmung oder sexuelle Unlust auftreten. Außerdem wird die Monatsblutung oft unregelmäßig – das stört viele Frauen und sollte daher vor Einsetzen des Implantats abgeklärt werden.
Hormonspiralen – ohne Effekt auf Scheideninfektionen
Der Unterschied zu einer herkömmlichen Spirale besteht darin, dass eine Hormonspirale Hormone an den Körper abgibt. Da es sich dabei um Gestagene handelt, sieht Gynäkologe Gent keinen Zusammenhang mit Scheidenpilz. Im Gegenteil eignen sich Hormonspiralen gut für Frauen, die durch das Hormon Östrogen Probleme bekommen.
Vaginalringe – manchmal ein Pilzförderer
Ein Vaginalring ist ein weicher Kunststoffring, der die gleichen Hormone wie viele Antibabypillen enthält: eine Kombination aus einem Östrogen und einem Gestagen. Bei einem Vaginalring sei nicht auszuschließen, dass er Pilzinfektionen fördert, erklärt Gynäkologe Gent. Scheidenpilz-Experten diskutieren, „ob die Östrogenbelastung bei manchen Frauen zu einer Veränderung des sauren pH-Werts der Scheide führt und die Anhebung die Abwehr der Scheidenflora schwächt und somit zu einem Co-Faktor für wiederkehrende Pilzinfektionen wird.“
Milchsäure normalisiert das Scheidenmilieu
Bei pilzgeplagten Frauen, die Östrogen nicht vertragen, ist es am einfachsten, das Hormon zu vermeiden und ein östrogenfreies Verhütungsmittel zu verwenden. Zusätzlich bestehe die Möglichkeit, die Scheide mit Milchsäureprodukten anzusäuern, um Pilzinfektionen vorzubeugen, erklärt Gent. Allerdings müsse dies dann permanent geschehen. Das heißt, Frauen sollten eine Milchsäurekur am besten nach Ende der Monatsblutung durchführen. Eine konsequent regelmäßige Anwendung kann die Scheidenflora stabilisieren.












