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Feigwarzen

Feigwarzen: Indiz für schwache Abwehr

Die Fragerin im Expertenrat Scheidenpilz ist verzweifelt. Sie leidet seit zwei Monaten an einer Pilzinfektion. Hartnäckig trotzt der Scheidenpilz bislang jeder Behandlung. Nun haben sich auch noch kleine Hautgeschwüre gebildet, berichtet sie. Besteht da ein Zusammenhang? LIFELINE-Expertin Dr. Anja Oppelt vermutet Feigwarzen, verursacht durch Humane Papillom-Viren.

"Feigwarzen deuten auf ein geschwächtes Immunsystem", erklärt Oppelt. "Dadurch wird die Frau auch anfälliger für Bakterien und Pilze." Um sicher zu gehen, ob es sich bei den Knötchen um Feigwarzen handelt, sollte die Fragerin beim Frauenarzt einen Abstrich nehmen lassen, rät die Gynäkologin. Die auch Kondylome genannten Warzen können Wochen, aber auch erst Monate nach dem Anstecken auftreten. In 10-30% verschwinden die Knötchen spontan wieder - dank intakter Körperabwehr. Beim Auftreten von Feigwarzen gilt es daher, das Immunsystem bewusst zu stärken. Das wappnet zugleich gegen Scheidenpilz!

Die Kondylomen selbst können durch lokale Verätzung, Kältetherapie oder mit einem Laser entfernt werden. Äußerlichen Warzen gehen Ärzte zudem oft mit einer imiquimodhaltigen Creme an den Kragen. Sie stimuliert das Immunsystem des Körpers.

HP-Viren begünstigen Krebs im Gebärmutterhals

Hinter der Bezeichnung "Humane Papillom-Viren" (HPV) verbirgt sich eine Vielzahl unterschiedlicher Viren. Allein bei Infektionen im Genitalbereich haben Forscher bislang 40 Untergruppen des HP-Virus nachgewiesen. Darunter gibt es gefährliche und harmlose Vertreter. Unbestritten ist z.B., dass HPV an der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs beteiligt ist. Andererseits verursachen HP-Viren auch Feigwarzen. Diese meist stecknadelkopfkleinen, rötlichen bis grau-gelben Knötchen jucken, brennen und nässen; sind aber ansonsten ungefährlich.

HPV: Weltweit zweithäufigste Geschlechtskrankheit

HP-Viren werden hauptsächlich beim Sex übertragen. Sie sind weltweit die zweithäufigste Geschlechtskrankheit, berichtet das Robert-Koch-Institut in Berlin. Infektionsquellen können aber auch Saunen, Whirlpools oder gemeinsam genutzte Handtücher sein. Sehr viele Frauen stecken sich in jungen Jahren mit HPV an. In 90% der Fälle jedoch heilt die Infektion unbemerkt wieder aus. Aber: Das Virus bleibt im Körper und erhöht das Risiko für Gebärmutterhalskrebs. Frauen, die sich einmal mit HPV infiziert haben, sollten sich daher regelmäßig untersuchen lassen, um einen Tumor frühzeitig erkennen und behandeln zu können. Diesen Krebsabstrich zahlt einmal im Jahr die Krankenkasse. Zusätzlich wird ein so genannter HPV-Test angeboten, den Patientinnen selbst begleichen müssen. Kosten zwischen 70 und 100 Euro. Der Nutzen ist jedoch umstritten, da ein positiver HPV-Test häufig unnötige Panik auslöst. Denn bei weitem nicht einmal jede zehnte Frau, die das Virus in sich trägt, entwickelt später tatsächlich Krebs. Zurzeit laufen viel versprechende Versuche, um eine Impfungen gegen HPV zu entwickeln. Doch bis zur Marktfähigkeit wird es wohl noch einige Jahre dauern.

Um sich vor HP-Viren zu schützen, empfiehlt es sich, auf Hygiene zu achten. Am effektivsten ist es jedoch, beim Sex stets Kondome zu benutzen.


Quelle: Robert-Koch-Institut, Pro Familia, bsmo-Gespräch mit Dr. Anja Oppelt, Gynäkologin und LIFELINE-Expertin
Autor: Springer Medizin
Stand: Mar 29, 2005


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