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Genitaler Juckreiz

Pilz oder eine Allergie?

Jucken und Brennen in der Scheidenregion sind oft auf eine Pilzinfektion zurückzuführen. Doch auch Kontaktallergien durch Duftstoffe in Hygieneartikeln oder Waschmitteln nehmen zu. Hier die wesentlichen Unterschiede.

Bei Symptomen wie Jucken und Brennen in der Intimregion, liegt es nahe, an eine Pilzinfektion zu denken. Doch nicht immer ist ein Vaginalpilz schuld an solchen Beschwerden. Besonders wenn eine Anti-Pilz-Behandlung keine Besserung bringt, besteht die Möglichkeit, dass die Beschwerden durch eine Allergie hervorgerufen werden. Auslöser können Duftstoffe und Konservierungsmittel in Waschlotionen, Intimsprays, Toilettenpapier oder Slipeinlagen sein, mit denen die Haut und Schleimhäute in Berührung kommen. Aber auch Waschmittel oder Latexkondome rufen bisweilen allergische Reaktionen hervor.

Mediziner sprechen in solchen Fällen von einer Kontaktallergie. Wie bei anderen Allergien auch, reagiert der Körper dabei auf Substanzen, die eigentlich harmlos sind. Doch das Immunsystem identifiziert sie als Fremdstoffe und aktiviert spezielle Abwehrzellen. Als Folge kommt es zu Rötungen und Juckreiz an der Kontaktstelle. Bei einer starken Reaktion kann die Haut anschwellen, Bläschen bilden und nässen.

Die Symptome klingen zwar nach einigen Tagen ab, jedoch bleibt die Kontaktallergie gewöhnlicherweise ein Leben lang bestehen. Beschwerden lassen sich am besten verhindern, indem der Auslöser gemieden wird. Es gibt aber auch spezielle Salben, die im Fall des Kontakts mit dem auslösenden Allergen Juckreiz und Hautausschlag lindern können.

Oft ist es gar nicht so einfach, den Auslöser einer Kontaktallergie zu finden – die Beschwerden treten nämlich erst ein bis drei Tage nach dem Kontakt mit dem Allergen auf. Falls der Verdacht besteht, dass in Verbindung mit bestimmten Hygienemitteln oder anderen Artikeln Beschwerden im Intimbereich auftreten, empfiehlt sich der Gang zum Hautarzt. Er kann durch Tests ermitteln, ob und in Verbindung mit welchen Substanzen eine Kontaktallergie vorliegt. Sind die Auslöser bekannt, lässt sich den Beschwerden durch das Meiden der entsprechenden Stoffe oder Kosmetika vorbeugen.

Quarkähnlicher Ausfluss deutet auf Scheidenpilz hin

Liegt zusätzlich zum Jucken und Brennen ein weißer, bröckeliger Ausfluss vor, deutet dies eher auf eine Scheidenpilzinfektion hin. Verursacher ist meist der Hefepilz Candida albicans. Dieser tritt natürlicherweise vermehrt im Darm auf und kann u. a. durch Waschlappen oder Handtücher, in Schwimmbädern und Saunen und beim Geschlechtsverkehr, wenn der Partner infiziert ist, übertragen werden.

Zu einer Pilzinfektion kann es kommen, wenn die Vaginalflora aus dem Gleichgewicht gerät. Das kann z. B. durch eine geschwächte Körperabwehr, hormonelle Schwankungen, Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Stress oder übertriebene Hygiene mit aggressiver Seife oder Intimsprays geschehen.

Eine Scheidenpilzinfektion lässt sich mit einem Anti-Pilz-Mittel (Antimykotikum, z. B. KadeFungin 3) behandeln. Häufig werden kombinierte Präparate, die sowohl Vaginaltabletten zum Einführen in die Scheide als auch eine Creme für die äußere Anwendung enthalten, vom Arzt empfohlen. Da es sich bei der Standardtherapie über 3 Tage um rezeptfreie Medikamente handelt, können diese auch direkt in der Apotheke erworben werden. Wichtig ist, die in der Packungsbeilage angegebene Anwendungsdauer (in der Regel drei oder sechs Tage) genau einzuhalten, auch wenn die Beschwerden bereits abgeklungen sind. Ein vorzeitiger Abbruch der Therapie kann zu einem Wiederauftreten der Pilzinfektion führen. Sind die Beschwerden nach ca. drei Tagen noch nicht abgeklungen, sollte in jedem Fall ein Frauenarzt aufgesucht werden, damit er der Sache auf den Grund geht. Möglicherweise handelt es sich um eine besondere Pilzart, die auf die herkömmlichen Anti-Pilz-Präparate nicht anspricht. Der Arzt kann dies feststellen, indem er einen Vaginalabstrich nimmt und ihn von einem Labor untersuchen lässt.


Quelle: Nach Informationen der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft: Leitlinie zur Vulvovaginalkandidose, AWMF-Leitlinien-Register Nr. 013/004 Entwicklungsstufe: 1 + IDA, Stand August 2006, und der Barmer GEK online: „Krankheiten von A-Z – Kontaktallergie“,Stand: 24.05.2010; URL:
www.barmergek.de/barmer/web/Portale/Versichertenportal/Gesundheit_20und_20Krankheit/Lexikon_20Krankheiten/Eintr_C3_A4ge/Kontaktallergie.html?w-cm=CenterColumn_tdocid
Autor: Martina Janning
Stand: May 9, 2011


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