Herpes Genitalis
Erhöhte Pilzgefahr bei Herpes genitalis
Eine Infektion mit Herpes genitalis stört das Scheidenmilieu. Das kann Pilzen und Bakterien ihr Werk erleichtern. Ein Grund mehr, sich durch Kondome beim Sex zu schützen. Hat es einen dennoch erwischt, ist schnelles Handeln gefragt. Antivirale Mittel lindern den Verlauf von Herpes genitales - heilbar ist die Geschlechtskrankheit aber nicht.
Es juckt und brennt im Schritt? Das kann auf eine Pilzinfektion deuten - muss es aber nicht. Auch Herpes genitalis führt zu solchen Beschwerden. Dennoch lassen sich die beiden Erkrankungen klar unterscheiden. Für Scheidenpilz ist bröckeliger, grauweißer Ausfluss typisch. Bei Herpes genitalis bilden sich Gruppen von kleinen Bläschen, die erst mit einer hellen, später eitrigen Flüssigkeit gefüllt sind. Nach einigen Tagen reißen sie auf und nässen. Dann verkrusten die Wunden und verheilen im Laufe von 2-3 Wochen. Außerdem sind in der Regel die Lymphknoten an der Leistenbeuge geschwollen, und es treten Schmerzen auf.
Scheidenpilz als Komplikation bei Herpes genitalis
Herpes genitalis ist unangenehm - und noch mehr: Gerade Frauen mit chronischem Scheidenpilz sollten auf der Hut vor einer Infektion sein. "Es besteht die Gefahr, dass sich eine zusätzlich Pilzinfektion aufpfropft", erklärt Gynäkologin Anja Oppelt. Durch den Herpes genitalis sei das Scheidenmilieu gestört und anfälliger. Auch bakterielle Infektionen können dann leichter Fuß zu fassen, berichtet die LIFELINE-Expertin. Kritisch: Aufsteigende Bakterien können im schlimmsten Fall zu Unfruchtbarkeit führen. Bereits beim ersten Kribbeln sollten Frauen daher unverzüglich einen Gynäkologen aufsuchen. Oppelt: "Je früher die Therapie beginnt, umso weniger langwierig und stark ist der Verlauf von Herpes genitalis." Zur Behandlung gibt es spezielle Salben und Tabletten, die die Viren am Vermehren hindern.
Herpesinfektion kann immer wieder aufflammen
Herpes genitalis wird beim Sex übertragen. So lange Bläschen vorhanden sind, besteht Ansteckungsgefahr", erläutert Prof. Jan C. Simon, Direktor der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie am Universitätsklinikum Leipzig. "Die Bläschen sind voller Viren, die leicht durch direkten Kontakt übertragen werden können." In Europa sind bis zu 50 % der Bevölkerung mit Herpes genitalis infiziert - allerdings treten nicht unbedingt Beschwerden auf. Das Besondere an den verantwortlichen Herpes-simplex-Viren: Sie bleiben nach einer Infektion im Körper. Kein Problem, solange das Immunsystem intakt ist. Lassen die Abwehrkräfte des Körpers jedoch nach, können die Viren wieder aktiv werden und erneut eine akute Entzündung hervorrufen. Patienten mit chronischen Erkrankungen wie einer HIV-Infektion, Krebskranke oder Menschen, die eine Organtransplantation hinter sich haben, sind daher besonders anfällig.
Kaiserschnitt kann vor Ansteckung schützen
Normalerweise ist Herpes genitalis nicht sehr gefährlich. "Aber bei Babys deren Immunsystem noch nicht ausgereift ist oder Patienten mit Neurodermitis bzw. mit einer Störung der Immunabwehr, können die Folgen gravierend sein", sagt Simon. "Hier können schwere Schädigungen, z. B. des Zentralnervensystems, oder eine schwere Hautkrankheit auftreten." Deshalb gilt: Jeden Kontakt mit Herpes-Bläschen vermeiden! Bei Schwangeren mit einer akuten Herpes-genitalis-Infektion wird daher meist ein Kaiserschnitt gemacht. Der beste Schutz beim Sex sind Kondome.
(mj)










