
Geschlechtskrankheit
Genitalherpes - für immer und ewig
Wer sich einmal mit Herpesviren infiziert hat, behält sie sein Leben lang im Körper. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn sich Hautbläschen bilden und diese zu nässen beginnen. Dann überträgt sich das Virus leicht.
Jedes Jahr 20 Millionen Neuansteckungen
Lippenherpes kennt fast jeder. Sein Bruder, der Genitalherpes, ist weniger bekannt - aber weit verbreitet. Jedes Jahr stecken sich weltweit über 20 Millionen Menschen neu mit Herpes genitalis an. Insgesamt seien über 500 Millionen Menschen auf der Welt infiziert, erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Sommer 2008. In Deutschland, so schätzen Experten, tragen rund 15 Prozent der Bevölkerung das Virus in sich, also mehr als 12 Millionen Menschen.
Die meisten Menschen infizieren sich beim Sex
Genitalherpes wird durch das Herpes-simplex-Virus (HSV) verursacht. Das gibt es in zwei Varianten: Typ 2 (HSV-2) befällt vor allem Penis, Scheideneingang, Anus und Po, während Typ 1 (HSV-1) normalerweise Lippenherpes hervorruft. Doch bei schlechter Hygiene können sich Viren von Herpesbläschen am Mund auf die Genitalzone übertragen. Das geschehe durch Schmierinfektion, erklärt der Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte, Christian Albring: ?Beispielsweise durch ungewaschene Hände oder oralen Geschlechtsverkehr." Gewöhnlich überträgt Genitalherpes sich jedoch bei vaginalem Sex.
Typisch: kleine Gruppen von schmerzhaften Bläschen
Es dauert einige Tage, manchmal sogar Wochen, bis sich Genitalherpes bemerkbar macht. Bei manchen Menschen verläuft die Infektion so schwach, dass sie sie gar nicht registrieren und das Virus unwissentlich weitergeben. Oft beginnt eine Infektion aber damit, dass die Haut kribbelt und juckt. Dann bilden sich schmerzhafte Bläschen, die mit gelblicher Flüssigkeit gefüllt sind, und die oftmals kleine Grüppchen bilden. Schließlich platzen die Bläschen auf und werden zu Geschwüren. Zusätzlich schwellen die Lymphknoten in der Umgebung an und schmerzen. Wenn jemand zum ersten Mal Genitalherpes bekommt, hat er oft sogar Fieber und fühlt sich insgesamt krank. Bis die Geschwüre abheilen, dauert es meist 2-3 Wochen.
Virus bleibt ein Leben lang im Körper
Auch wenn keine Bläschen mehr zu sehen sind, ist die Sache nicht ausgestanden: Wer einmal an Herpes genitalis erkrankt, ist lebenslang Virusträger. Nach dem Abheilen der Geschwüre zieht das Virus sich in die Knotenpunkte der versorgenden Nerven zurück. Von hier aus kann es immer wieder in die Haut wandern und neue Krankheitsschübe auslösen. Dies geschieht oft durch Stress, Fieber, anderen Erkrankungen oder während der Menstruation. In den ersten Jahren nach der Ansteckung treten die Symptome meist sehr häufig und stark auf. Mit der Zeit nehmen sie ab. Heilbar ist Genitalherpes nicht. Die Hautbläschen lassen sich aber gut mit Salben und Tabletten behandeln. Diese hindern die Viren daran, sich zu vermehren.
Lästig, aber meistens harmlos
Im Normalfall ist Genitalherpes nicht sehr gefährlich. Aber bei Menschen mit einer gestörten Immunabwehr kann das Virus das zentrale Nervensystem schädigen. Gleiches gilt für Babys, da deren Immunsystem noch nicht ausgereift ist. Bei Schwangeren mit einer akuten Herpes-genitalis-Infektion machen Ärzte daher meistens einen Kaiserschnitt, damit sich das Kind bei der Geburt nicht ansteckt.
Vorsicht, wenn die Geschwüre nässen
Wenn die Bläschen blühen und sich Geschwüre bilden, ist die Ansteckungsgefahr besonders groß. Aber auch in der symptomfreien Zeit kann ein Infizierter das Virus weitergeben. Dazu reichen kleine Verletzungen der Haut oder Schleimhaut. Kondome können vor einer Ansteckung schützen. Hundertprozentig sicher sind sie jedoch nicht, zumal sie nicht die ganze Intimzone abdecken. Mediziner raten daher, bei einem Herpesausbruch auf Sex zu verzichten.













