
Sexuell übertragbare Krankheit
Tückischer Tripper
Gonorrhö - besser bekannt als Tripper - ist eine alte Geschlechtskrankheit, mit der sich heute zunehmend junge Menschen anstecken. Frauen ahnen oft nichts von der Infektion, weil sie keine Beschwerden haben.
Ist das Scheidenpilz oder Tripper?
Die junge Frau ist unsicher: Hat sie sich einen Tripper eingefangen? "Ich hatte im vergangenen Jahr wiederholt Beschwerden mit Scheidenpilz, die aber nach der Behandlung mit Salbe immer sofort verschwanden. Nun hat mein Freund wahrscheinlich Gonorrhö, also Tripper, und ich frage mich: War das gar kein Scheidenpilz, sondern habe ich eine chronische Gonorrhö?", schreibt sie im Scheidenpilzforum an die LIFELINE-Expertin Dr. Anja Oppelt. Die Frauenärztin beruhigt die 23-Jährige: "Wenn die bisherige Therapie bei den Pilzinfektionen jeweils prompt angeschlagen hat, war das ganz sicher keine Gonorrhö." Sie rät ihr aber vorsichtshalber zum Test auf Tripper: "Denn theoretisch kann Gonorrhö über einen langen Zeitraum zur Unfruchtbarkeit führen."
Oft keine Beschwerden, aber ansteckend
Bei Frauen kann Tripper sich durch einen Ausfluss bemerkbar machen, der gelblich-grün wie Eiter gefärbt ist. Das unterscheidet ihn von dem weißen bröckeligen Ausfluss, der für eine Pilzinfektion der Scheide typisch ist. Zu dem Ausfluss kann bei Gonorrhö ein leichtes Brennen beim Wasserlassen kommen. Doch etwa die Hälfte der infizierten Frauen erlebt gar keine Beschwerden. Bei den Männern hat nur rund ein Viertel keine Symptome. Die Mehrheit plagen indes brennende Schmerzen beim Wasserlassen, oft beschrieben als ein Gefühl ?als ob sich Glassplitter in der Harnröhre befänden?. Typisch ist ferner ein schleimiger Ausfluss aus der Harnröhre, der später gelblich-cremig wird und zunimmt.
Kondome können Tripper verhindern
Gonorrhö ist ein häufiges Mitbringsel von Reisen in Entwicklungsländer. Dort ist die Infektion vielfach noch sehr verbreitet. Hierzulande haben andere Sexkrankheiten wie Herpes genitalis und Chlamydien dem Tripper inzwischen den Rang abgelaufen. Bei jungen Erwachsenen nimmt Gonorrhö allerdings zu. Der Grund dafür ist Sex ohne Kondom. Wichtig zu wissen: Tripper kann sich bei vaginalem, oralem und analem Geschlechtsverkehr übertragen.
Mögliche Spätfolge: Unfruchtbarkeit
Gonorrhö wird durch das Bakterium Neisseria gonorrhoeae ausgelöst. Eine Infektion damit sollte auf jeden Fall behandelt werden. Ansonsten kann ein Tripper ernste Folgen nach sich ziehen. Bei Frauen besteht z. B. die Gefahr, dass die Bakterien aus der Scheide aufsteigen und sich Gebärmutter, Eileiter und Eierstöcke entzünden. Das kann im schlimmsten Fall zu Unfruchtbarkeit führen. Deshalb hat Dr. Oppelt der jungen Fragerin im Forum zum Test beim Arzt geraten, obwohl sie lediglich einen Verdacht hat und die weiteren Umstände eigentlich nicht auf einen Tripper hindeuten. Auch bei Männern kann eine Gonorrhö zu Unfruchtbarkeit führen, wenn die Infektion die Samenleiter verklebt. Weitere Spätfolgen können eine Blutvergiftung (Sepsis), schmerzhafte Gelenkschwellungen und beim Mann eine Verengung der Harnröhre sein.
Antibiotika - auch für den Sexpartner
Um herauszufinden, ob es sich tatsächlich um Gonorrhö handelt, macht der Arzt einen Abstrich, d. h. er entnimmt mit einem sterilen Wattetupfer etwas Flüssigkeit aus der Harnröhre, der Scheide oder dem After. Dann untersucht er den Abstrich unter dem Mikroskop auf die Gonorrhö-Bakterien. Um ganz sicher zu gehen, gibt er festgestellte Erreger in ein Labor, das dann eine Bakterienkultur züchtet. Falls sich der Verdacht auf Gonorrhö erhärtet, ist es wichtig, dass auch der Sexualpartner behandelt wird. Ansonsten droht ein sogenannter Ping-Pong-Effekt, bei dem die Partner sich immer wieder neu anstecken. Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika. Während dieser Zeit sollte Sex unterbleiben, um kein erneutes Infizieren zu riskieren.













