Arztwahl
Sympathie ist nicht alles
Kein anderer Körperbereich ist für eine Frau so sehr mit Emotionen besetzt wie die Intimzone. Kein Wunder, dass zwischen Patientin und Gynäkologe/in ein besonderes Vertrauensverhältnis bestehen muss. Was macht eine gute Frauenärztin oder einen guten Frauenarzt aus?
Wenn es um ein so privates Thema wie den weiblichen Intimbereich geht, steht für viele Patientinnen die Vertrauenswürdigkeit ihrer Frauenärztin oder ihres Frauenarztes im Vordergrund. Kaum ein anderer Zweig der Medizin ist darum so sehr auf die optimale Harmonie zwischen Behandelndem und Patientin angewiesen. Die Kriterien, die ein Gynäkologe oder eine Gynäkologin aus der Sicht der Frau erfüllen muss, sind darum vor allem Sympathie, Vertrauenswürdigkeit, Einfühlungsvermögen und nicht zuletzt das richtige Maß zwischen Distanz und Vertrautheit. In manchen Fällen, zum Beispiel bei Muslima, ist auch die Religion ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl einer Frauenärztin. Doch auf einem guten Gefühl allein sollte ein gutes Arzt-Patienten-Verhältnis nicht beruhen.
Keine reine Gefühlssache
Aus medizinischer Sicht sollte jede Patientin darauf achten, dass ihr Arzt oder ihre Ärztin stets Sorgfalt und Umsicht walten lässt. Vorsorgeuntersuchungen wie das regelmäßige Abtasten der Brust durch den Gynäkologen oder die Gynäkologin sind überaus wichtig und dürfen niemals schnell "im Vorbeigehen" abgehandelt werden. Der erste Besuch in einer Arztpraxis sollte mit einem ausführlichen Gespräch zwischen Behandelndem und Patientin beginnen. Dabei sollte der Arzt oder die Ärztin nicht nur eventuelle Schwangerschaften, Geburten oder Vorerkrankungen ansprechen. Auch die Lebensumstände der Patientin sowie ihre familiäre Situation können dem Arzt oder der Ärztin wichtige Informationen für die weitere Beratung geben. Zum Beispiel bei den Verhütungsmethoden: Eine Frau, die in wechselnden Tag- und Nachtschichten arbeitet, wird eventuell Probleme bekommen, wenn es um die regelmäßige Einnahme der Pille geht. Vielleicht sollte in solchen Fällen eine andere Verhütungsmethode bevorzugt werden.
Einfühlungsvermögen ist gefragt
In vielen Fällen bestimmt aber nicht allein das medizinische Know-how, ob sich eine Frau bei einem Gynäkologen oder einer Gynäkologin gut aufgehoben fühlt. Zuhören können ist eine der wichtigsten Eigenschaften eines guten Frauenarztes oder einer guten Frauenärztin. Oft sind es keine rein medizinischen Probleme, die eine Frau in der Arztpraxis zu lösen versucht. Besonders so sensible Themen wie der Kinderwunsch, die Verarbeitung von traumatischen Erlebnissen wie einer Fehlgeburt oder sogar Probleme in der Partnerschaft fordern dem Behandelnden ein großes Maß Sensibilität und Einfühlungsvermögen ab.










