Scheidenpilz
Frauen klagen oft über Ärzte
Ein Blick ins LIFELINE-Forum Scheidenpilz zeigt: Frauen, die immer wieder Scheidenpilz bekommen, sind mit den Nerven oft am Ende. Es juckt und brennt, doch der Arzt scheint ihr Leiden für eine Lappalie zu halten. Sind die Ärzte wirklich so ignorant? Und: Wie können Frauen dafür sorgen, dass der Arzt sie ernst nimmt? Ein Interview mit LIFELINE-Expertin Dr. Anja Oppelt.
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Warum verzweifeln viele Patientinnen mit chronischem Scheidenpilz geradezu? Sie leiden doch nicht unter einer ernsthaften Erkrankung
Dr. Anja Oppelt
Die Patientinnen entwickeln schnell einen Leidensdruck, denn das Jucken und Brennen ist sehr unangenehm. Die Symptome sind nicht gefährlich, doch sie schränken im alltäglichen Leben ein. Darum sind die Frauen relativ rasch ungeduldig, wenn sie merken, dass dieses und jenes Medikament nicht hilft oder der Scheidenpilz im nächsten Monat schon wieder auftritt.
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Warum reagieren viele Ärzte so gleichgültig?
Dr. Anja Oppelt
Es ist nicht unbedingt Gleichgültigkeit. Teilweise wissen die Ärzte selbst nicht mehr weiter. Hinzu kommt, dass mancher Arzt seine Patientin nicht aufklärt, was sie zusätzlich gegen Scheidenpilz unternehmen kann. Er informiert sie z.B. nicht über Hygienemaßnahmen oder die Möglichkeit der Prophylaxe.
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Was können die Frauen unternehmen, damit sie ernst genommen werden?
Dr. Anja Oppelt
Sicherlich ist es eine gute Idee, sich vor dem Arztbesuch eine Liste mit Fragen zu schreiben. Denn vielen Frauen fallen die Fragen erst ein, wenn sie schon wieder draußen sind.
Man sollte keine Hemmungen haben, alles, was einem unverständlich ist, anzusprechen. Für die Ärzte ist es ja gar nicht so leicht, sich in die Patientinnen hineinzuversetzen: Sie wissen nicht, welche Vorkenntnisse die Frauen haben. Außerdem: Wie soll der Arzt wissen, ob die Patientin ihn verstanden hat, wenn sie keine Fragen stellt.
Hinzu kommt: Es gibt Frauen mit ganz unterschiedlichem Körperbewusstsein. Wenn sie ein gutes Körperbewusstsein haben, wollen sie genau wissen, was in ihnen vorgeht. Andere Frauen dagegen sind recht schmerzunempfindlich und haben darum nicht solch ein großes Wissensbedürfnis.
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Wenn eine Frau Fragen stellt und trotzdem das Gefühl hat, der Arzt beschäftigt sich nicht richtig mit ihrem Problem - was soll sie tun?
Dr. Anja Oppelt
Das Beste ist, die Sache direkt anzusprechen und offen zu sagen: "Ich fühle mich nicht ernst genommen." Ich finde es als Ärztin im Praxisalltag oft leichter, wenn mir Patientinnen Rückmeldungen geben - ob positive oder negative. Damit kann ich etwas anfangen, es gibt mir die Möglichkeit, Dinge zu ändern.
(kig)










