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Arztgespräch

Was will der Arzt bei Verdacht auf Scheidenpilz wissen?

Die Ursachen von lästigen Beschwerden wie Jucken, Brennen, Ausfluss in der Intimregion herauszufinden, ist auch für den Arzt nicht in jedem Fall einfach. Das Patientengespräch kann wichtige Hinweise liefern. Daher lohnt es sich, gut vorbereitet zu sein.

Jucken, Brennen und Scheidenausfluss sind häufige Frauenprobleme. Sie stehen oft im Zusammenhang mit einer Scheidenpilzinfektion. Dennoch kommen auch eine Reihe weitere Erkrankungen als Auslöser dieser Symptome infrage. Damit der Arzt möglichst schnell die richtige Ursache erkennt, benötigt er genaue Angaben der Frau über die Krankengeschichte und ggf. bereits durchgeführte Maßnahmen.

Was genau interessiert den Arzt?

Das Patientengespräch im Vorfeld der Untersuchung dient dem Arzt dazu, sich ein möglichst genaues Bild von den Beschwerden, der Dauer ihres Bestehens, den Umständen ihres Auftretens und Risikofaktoren für Scheideninfektionen zu machen, die bei der Frau möglicherweise vorliegen. Bereits an dieser Stelle kann sich der Verdacht auf Scheidenpilz erhärten. Die Schilderungen der Frau können den Arzt aber auch zu anderen möglichen Ursachen führen. Daher ist es wichtig, dass die Frau die Fragen des Arztes so genau wie möglich beantwortet.

Welche Angaben liefern wichtige Hinweise?

Berichtet die Patientin beispielsweise, dass sich die Beschwerden in den Tagen vor der Regel verstärken, kann dies ein Zeichen für Scheidenpilz sein, da die in dieser Zyklusphase vorherrschenden erhöhten Östrogenspiegel Scheidenpilz fördern. Auch wenn die Frau kürzlich ein Antibiotikum eingenommen hat, ist dies ein zusätzlicher Hinweis für den Arzt auf Scheidenpilz, der in diesem Zusammenhang häufig auftritt. Weitere Risikofaktoren für Scheidenpilz stellen z.B. Schwangerschaft, falsche und übertriebene Hygienemaßnahmen oder eine nicht ausreichend behandelte Diabetes-Erkrankung dar. Scheidenpilzsymptome können sich vor allem auch nach dem Sex bemerkbar machen. Dagegen deutet ein stark übel riechender Geruch des Ausflusses, den die Frau vielleicht wahrgenommen hat, eher auf eine andere Ursache hin. Hier wird der Arzt auf das Vorliegen einer sogenannten bakteriellen Vaginose prüfen.

Welche Fragen könnte der Arzt stellen?

Unter anderem könnten den Arzt bei Verdacht auf Scheidenpilz folgende Fragen interessieren, die die Patientin möglichst vor dem Arztbesuch schon einmal für sich beantworten sollte:

  • Welche Beschwerden liegen vor (z.B. Ausfluss, Juckreiz, Rötung, Schmerzen in der Intimregion)?
  • Wie lange bestehen die Symptome schon?
  • Ist der Ausfluss übel riechend?
  • Ist in der Vergangenheit bereits eine Behandlung wegen Infektionen im Intimbereich erfolgt?
  • Wurde eine Selbsttherapie mit freiverkäuflichen Präparaten aus der Apotheke durchgeführt und was wurde angewendet?
  • Erfolgte kürzlich eine Therapie mit Antibiotika?
  • Besteht sexuelle Aktivität?
  • Liegt eine Schwangerschaft vor?
  • Besteht eine chronische Erkrankung und welche Medikamente werden gegebenenfalls regelmäßig eingenommen?
  • Fragen zur Körperhygiene: Werden Intimsprays oder parfümierte Seifen angewendet und welche Monatshygieneartikel werden genutzt?

Die genauen Angaben helfen dem Arzt nicht nur, schnell die Ursache der Beschwerden aufzuspüren, sondern auch die Risikofaktoren zu erkennen, durch deren Beeinflussung sich hartnäckige Infektionen in Zukunft möglicherweise vermeiden lassen.

Fragen sind keine einseitige Angelegenheit!

Die Patientin sollte das Arztgespräch auch für ihre Fragen nutzen, die sie im Zusammenhang mit den Beschwerden hat. Auch im weiteren Verlauf der Untersuchungen und Behandlung empfiehlt es sich, immer wieder nachzufragen, wenn etwas nicht verstanden wird oder noch Unklarheiten bestehen. Gelten beispielsweise spezielle Vorgaben, wie die Medikamente einzunehmen sind? Was ist zu tun, wenn die Beschwerden wieder auftreten? Auf welche Symptome soll besonders geachtet werden? Um nichts zu vergessen, lohnt es sich, eigene Fragen - soweit möglich - jeweils vor dem Arztbesuch zu notieren.


Quelle:

Mayo Clinic: „Yeast infections (vaginal)”. URL: http://www.mayoclinic.com/health/yeast-infection/DS01182, (Stand: 14.10.2011);

Hof, H.: Vaginale Candidose In: Der Gynäkologe (3) 2006, S. 206-212;

Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), Arbeitsgemeinschaft für Infektionen und Infektionsimmunologie in der Gynäkologie und Geburtshilfe (AGII), Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG), Deutschsprachige Mykologische Gesellschaft (DMyKG): Die Vulvovaginalkandidose. Stand August 2010. URL: http://www.dggg.de/fileadmin/public_docs/Leitlinien/1-4-1-vulvovaginalkandidose-2010.pdf, (Stand: 14.10.2011)

Autor: Claudia Urban
Stand: Oct 21, 2011


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