Salbe und Tabletten
So wird man den Pilz wieder los
Jede Frau mit einer Scheidenpilzinfektion möchte die unliebsamen Gäste natürlich so schnell wie möglich wieder loswerden. In der Regel ist das auch kein Problem. Antipilzmittel, so genannte Antimykotika (zum Beispiel Clotrimazol), machen den Pilzen schnell und sicher den Garaus und sind dabei gut verträglich.
Angewandt werden die Mittel direkt am Ort des Geschehens in Form von Scheidentabletten und Salben. Wichtig ist nur, dass man die Mittel auch nach den Vorschriften des Herstellers regelmäßig und lange genug anwendet. Meist ist das Ganze dann nach wenigen Tagen ausgestanden. Auch in der Schwangerschaft ist eine Behandlung möglich - hier sollte man aber in jedem Fall einen Arzt hinzuziehen.
Was aber, wenn der Pilz immer wieder kommt?
Tritt die Pilzinfektion trotz korrekt durchgeführter Therapie erneut auf, ist das in der Regel nicht darauf zurückzuführen, dass das Mittel nicht gewirkt hat oder die Pilze resistent geworden sind. Vielmehr waren die Bedingungen für das Pilzwachstum wieder mal besonders günstig oder man hat sich erneut angesteckt. Man kann also durchaus erst einmal einen weiteren Behandlungsversuch starten. Bei häufig wiederkehrenden Pilzerkrankungen wird der Arzt unter Umständen ein Antipilzmittel in Tablettenform verschreiben.
In diesen Fällen kann auch ein Blick auf den Partner lohnen. Zeigt dieser ebenfalls Symptome einer Pilzinfektion, muss er in jedem Fall mitbehandelt werden, da es sonst zur gegenseitigen Ansteckung, so genannten Ping-Pong-Infektionen kommen kann. Den Partner in jedem Fall zu behandeln, halten Experten dagegen nicht für unbedingt notwendig.
Wie kann man vorbeugen?
Gerade wenn man zu häufigen Pilzinfektionen neigt, sollte man alles vermeiden, was den Pilzen das Leben erleichtert. Hierzu gehört der Verzicht auf eng sitzende, scheuernde synthetische Kleidung und das sofortige Wechseln des nassen Badeanzugs im Schwimmbad. Der Genitalbereich sollte nur mit einer milden pH-neutralen Seife gereinigt werden. Gelegentlich wird auch eine "Antipilzdiät" empfohlen, bei der die auf Süßes versessenen Hefepilze quasi ausgehungert werden sollen. Auf alle zuckerhaltigen Lebensmittel wird hierbei weitgehend verzichtet und auch Kohlenhydratlieferanten wie Nudeln und Weißbrot stehen nur in kleinen Mengen auf dem Speiseplan.
Besonders wichtig ist, dass man sich nach erfolgreicher Therapie nicht gleich wieder irgendwo ansteckt. Pilzsporen können auf Handtüchern, Waschlappen und Unterwäsche überleben. Diese Wäsche sollte während einer akuten Pilzinfektion täglich gewechselt werden. Abkochen oder spezielle Desinfektionsmittel sind aber nicht notwendig. Ein 60-Grad-Waschgang mit Vollwaschmittel bringt alle Pilzsporen zur Strecke.
Da Hefepilze sich auch im Mund befinden, gelangen sie auch auf Zahnbürsten, die man in kurzen Abständen erneuern sollte. Auch ein Besuch beim Zahnarzt kann nicht schaden, da Pilze sich gerne in kariösen Zähnen ansiedeln.
Auch im Darm findet sich bei vielen Menschen Candida albicans. Um zu verhindern, dass der Pilz von hier aus wieder zur Scheide gelangt, sollte man immer darauf achten, sich nach dem Toilettengang von vorne nach hinten und nicht umgekehrt abzuwischen.
Eventuell kann es auch sinnvoll sein, die Besiedlung der Scheide mit Milchsäurebakterien zu unterstützen. Hierzu können spezielle Zäpfchen mit Milchsäurebakterien verwendet werden.












