Luna Yoga
Sport gegen Jucken im Intimbereich
Hinter einem unangenehmen Kribbeln im Intimbereich verbirgt sich meistens ein Scheidenpilz. Manche Frau klagt aber über Juckreiz, ohne dass sich eine körperliche Ursache findet. Antipilzmittel in Form von Zäpfchen und Salben sind in diesem Fall keine Hilfe. Machtlos sind die Patientinnen trotzdem nicht. Es gibt einige sanfte Methoden, die den Juckreiz lindern können.
Helga Seyler, Frauenärztin bei Pro Familia, ist überzeugt: Ein gutes Körpergefühl ist bei chronischen Missempfindungen im Intimbereich hilfreich. Die Gynäkologin empfiehlt darum, die Durchblutung im kleinen Becken anzuregen. Das geschieht am besten durch Bauchtanz oder Luna-Yoga, ein spezielles Yoga für den Unterleib, das Anfang der 80er-Jahre von der Journalistin Adelheid Ohlig in Israel entwickelt wurde. Inzwischen gibt es auch in Deutschland eine Reihe von Luna-Yoga-Lehrerinnen, deren Adressen sich auf der Homepage von Luna-Yoga-Netz finden.
Beckenbodengymnastik fördert die Durchblutung
Frauen, die vor dem Besuch eines Kurses zurückschrecken, können es auch mit Beckenbodengymnastik versuchen. Beckenbodengymnastik wird normalerweise zur Stärkung der Beckenbodenmuskulatur empfohlen - etwa, um einer Harninkontinenz vorzubeugen. Da die konzentrierte Muskeltätigkeit gleichzeitig die Durchblutung - und folglich die Entspannung - fördert, eignet sich die Gymnastik aber auch bei Juckreiz im Intimbereich.
Eine einfache und zugleich effektive Beckenbodenübung kann Prof. Heinz Kölbl, Direktor der Klinik für Gynäkologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, empfehlen: Zwei Finger in die Scheide einführen und mit dem Scheidenmuskel hochziehen - zweimal pro Minute. Dabei sollte gut zu spüren sein, wie sich der Muskelbauch rechts und links gegen die Finger drückt.
Seife und Slipeinlagen schaden den Schleimhäuten
Grundsätzlich ist es ratsam, bei Juckreiz die Schleimhaut nicht zusätzlich durch Seife und spezielle Waschlotionen zu reizen, die Deodorants oder Desinfektionsmittel enthalten. Zu viel Hygiene schädigt die Bakterienflora und macht die Vagina anfällig für Infektionen. Seit ein paar Jahren gibt es Intim-Waschlotionen mit Milchsäure. Ihr pH-Wert entspricht dem natürlichen sauren Milieu der Scheide und die Milchsäurebakterien können einer angegriffenen Schleimhaut beim Regenieren helfen.
Seyler rät Frauen außerdem davon ab, gewohnheitsmäßig Slipeinlagen zu tragen. Dieser populäre Hygieneartikel wird inzwischen zwar kaum mehr mit Plastikbeschichtung produziert, so dass ein feuchtes, pilzförderndes Milieu meistens nicht mehr entsteht. Doch trocknen Slipeinlagen durch ihre Saugwirkung die Schleimhäute aus.










