Scheidenpilzinfektionen
Exoten auf den Vormarsch
Noch in den 70er Jahren war in über 90 Prozent der Fälle der Hefepilz Candida albicans für eine Scheidenpilzinfektion verantwortlich. In den letzten Jahrzehnten hat sich hier eine Wandlung vollzogen: Immer häufiger findet man bei Pilzinfektionen der Scheide exotische Pilze mit so ausgefallenen Namen wie Candida tropicalis, Candida krusei oder Candida glabrata.
Der Blick ins Mikroskop mit der Diagnose "Aha, ein Pilz" reicht daher in vielen Fällen nicht mehr aus. Um die einzelnen Stämme zu unterscheiden, müssen sie in einer Kultur angezüchtet werden.
In Österreich wurde so eine Untersuchung bei 716 Patientinnen mit einer Scheidenpilzinfektion vorgenommen. Nur 49 Prozent der Frauen wiesen eine reine Candida-albicans-Infektion auf. Besonders stark vertreten waren die exotischen Keime bei chronischen Pilzinfektionen. Aber auch bei einer erstmalig auftretenden Scheidenpilzinfektion muss heute gehäuft mit den neuen Candida-Arten gerechnet werden.
Die verschiedenen Pilzstämme lassen sich mit herkömmlichen Antipilzmitteln behandeln. In besonders hartnäckigen Fällen sollte nicht wahllos ein Antimykotikum (Antipilzmittel) verschrieben werden. Der Arzt sollte vor der Behandlung testen, auf welches Medikament der jeweilige Pilz am besten anspricht.












