Chronischer Pilz
Schutz der Schleimhaut versagt
Was Wissenschaftler bereits bei weiblichen Affen und Mäusen festgestellt hatten, scheint auch auf Frauen zuzutreffen: Die Schleimhaut ihrer Vagina enthält einen natürlichen Schutz gegen Scheidenpilzinfektionen. Bei Frauen mit chronischen Vaginalmykosen zeigte sich, dass dieser Abwehrmechanismus nicht ausreichend funktioniert. Dies ist ein möglicher Grund, warum es einige Frauen immer wieder trifft.
5-10% aller Frauen leiden an chronischen Scheidenpilzinfektionen - Gründe unbekannt. Vor diesem Hintergrund begannen US-Forscher sich für die Scheidenschleimhaut zu interessieren. Könnte sie eine Begründung für wiederkehrende Infektionen liefern? "Ja", resümieren die Wissenschaftler vom Louisiana State University Health Sciences Center in New Orleans nach einer Reihe von Studien. Im Tierversuch entdeckten sie bereits vor einigen Jahren, dass die Schleimhaut der Scheide einen natürlichen Abwehrmechanismus gegen den Hefepilz Candida albicans enthält, der in den allermeisten Fällen für eine Infektion mit Scheidenpilz verantwortlich ist. Bei Untersuchungen mit Zellgewebe aus der Scheide von Frauen bestätigten sich die früheren Ergebnisse: Bei gesunden Frauen, die keine Probleme mit Scheidenpilz hatten, setzte sich die Schleimhaut gegen eine mögliche Infektion zur Wehr. Dabei machte es nicht mal einen Unterschied, ob die Frau gerade einen erhöhten Östrogenspiegel hatte, also potenziell anfälliger war. Bei Frauen mit chronischem Scheidenpilz reagierte die Schleimhaut dagegen nicht mit Abwehr - die Pilze konnten sich vermehren.
Schutzschild Scheidenschleimhaut aufbauen
Ob das Abwehrsystem der Scheidenschleimhaut gestört ist lässt sich an ihrem pH-Wert feststellen: In einer gesunden Scheide herrscht ein saures Milieu (pH-Wert 4), das Infektionen verhindert. Bei Frauen mit chronischen Pilzerkrankungen hilft es daher häufig, ein saures Scheidenklima zu schaffen - z.B. durch eine Impfung. Der Impfstoff Gynatren stärkt die Immunabwehr im Scheidenmilieu. Er regt die Bildung von Antikörpern an und fördert die Produktion der so genannten Döderlein- bzw. Milchsäure-Bakterien, die für die saure Vaginaflora sorgen. "Eine Impfung kann für Frauen mit wiederkehrendem Scheidenpilz sinnvoll sein" erklärt Dr. Thomas Gent vom Hamburger Berufsverband der Frauenärzte. "Sie kann bis zu zwei Jahre gegen Scheidenpilz schützen" Danach ist eine Auffrischung nötig. Kosten für die Grundimmunisierung belaufen sich auf etwa 50 Euro, für eine Auffrischung auf rund 20 Euro.
Doch es gibt auch ein einfaches Hausmittel, um ein gestörtes Scheidenmilieu wieder ins Gleichgewicht zu bringen: Ansäuern durch eine lokale Therapie mit Milchsäurebakterien. Hochwertige Milchsäurekuren gibt es in der Apotheke.
Natürliche Abwehr der Vagina erhalten
Die Ergebnisse der US-Forscher lehren Frauen auch, mit ihrer Scheide sorgsam umzugehen, denn aggressive Seifen und Waschlotionen können das Säuremilieu empfindlich Stören. Bei rund 40% der Patientinnen, die wegen eines Scheidenpilzes in seine Praxis kommen, schließt Frauenarzt Gent auf übermäßige Intimhygiene. Tatsächlich ist jedoch, um die Schleimhaut funktionstüchtig zu erhalten, weniger Reinigung oft mehr. Sanfte Intimwaschlotionen mit Milchsäurezusatz und dem physiologischen pH-Wert von 4 unterstützen die richtige Pflege.












