
Urlaub
Scheidenpilz ist manchmal Urlaubssouvenir
Exotische Hefepilze sind zwar auch in der Ferne vergleichsweise selten, Infektionen aber meist hartnäckig. Damit Jucken und Brennen die Ferien nicht vermiesen, ist Vorbeugen Trumpf. Über Pools, Pilze und Prävention.
Im Urlaub sind Frauen oft anfällig für Scheidenpilz. Ein Grund ist Stress. Hektik bestimmt den Alltag vor der Auszeit. Im Job muss die Abwesenheit vorbereitet, Termine verschoben und Arbeiten übergeben werden; nach Feierabend stehen allerhand Besorgungen auf der To-do-Liste. Spätestens nach den Reisevorbereitungen sind viele tatsächlich urlaubsreif. Das hat Folgen. Stress ist nämlich Gift fürs Immunsystem: Der Körper reagiert auf Krankheitserreger anfälliger als sonst - Infektionen haben leichtes Spiel. Das Klima in südlichen Urlaubsländer tut ein Übriges. "Wärme fördert die Vermehrung von Scheidenpilzen", sagt Dr. Anja Oppelt, Frauenärztin und LIFELINE-Expertin.
Scheidenpilzfalle Pool
Manchmal sind Pilzinfektionen im Urlaub auf schlechte hygienische Verhältnisse zurückzuführen. Aber auch in gepflegten Hotelanlagen gibt es typische Ansteckungsquellen. Beispiel Schwimmen: In warmen Pools fühlen sich Pilze besonders wohl. Da Chlorwasser zusätzlich das Scheidenmilieu angreift, kann sich leicht eine Vaginalmykose entwickeln. Frauen mit ständigen Neuinfektionen raten Ärzte daher, nicht in Schwimmbecken und Whirlpools zu steigen. Manchen Frauen hilft ein Einfetten der Intimzone, z. B. mit Vaseline. Allerdings darf man nicht zu lange im Wasser bleiben, da die schützende Schicht mit der Zeit durchlässig wird. Um Scheidenpilz vorzubeugen, empfiehlt Oppelt: "Nasse Badesachen auf jeden Fall ausziehen." Meerwasser ist übrigens kein Problem. Im Gegenteil, urteilt die Gynäkologin. Ist die Scheidenflora z. B. durch eine Pilzinfektion angegriffen, helfe die salzige See beim Regenerieren. Tipp: Frauen, die zu Scheidenpilz neigen, sollten beim Packen ihrer Reiseapotheke an ein Anti-Pilz-Mittel (Antimykotikum) denken.
Intimpflege im Sommer
Viele Menschen duschen im Sommer häufiger mal zwischendurch. Hitze und leichte Kleider schüren die Sorge, durch schlechten Geruch aufzufallen. Das verführt manche Frauen dazu, im Intimbereich besonders gründlich zu Werke zu gehen. Doch Seife und Intimspray sind ein Desaster für die Scheidenflora: Sie stören das empfindliche Gleichgewicht und können einer Pilzinfektion den Boden bereiten. Waschen mit klarem Wasser oder einer milden Intimwaschlotion mit pH 4 schützt die Scheide am besten.
Exotische Länder, exotische Hefepilze?
Meistens wird eine Vaginalmykose durch Candida albicans verursacht - auch in fernen Ländern. Dass Frauen von einer Reise exotische Hefepilze mit nach Hause bringen kommt eher selten vor, berichtet Fachfrau Oppelt. Insgesamt verursachen aber heute häufiger andere Pilze eine Infektion als vor 30 Jahren. Gerade bei wiederkehrendem Scheidenpilz finden sich häufig Hefetypen wie Candida tropicalis, Candida krusei und Candida glabrata. Die gängigen Antimykotika wirken vor allem gegen Candida albicans. Will eine Infektion partout nicht weichen, ist dies häufig ein Indiz für einen anderen Hefepilz. Um dagegen vorzugehen, muss zunächst die betreffende Art identifiziert werden. Dazu nimmt ein Gynäkologe einen Abstrich aus der Vagina und lässt im Labor eine Pilzkultur anlegen. Die Behandlung erfolgt dann meist mit Anti-Pilz-Mitteln in Tablettenform.













