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Salbe und Vaginaltabletten

So wenden Sie Scheidenpilz-Medikamente richtig an

Jucken und Brennen im Intimbereich, weißer bröckliger Ausfluss - viele Frauen leiden wiederholt unter diesen Symptomen. Ist die Ursache ein Scheidenpilz können sie sich oft ohne Arztbesuch selbst helfen: Die Infektion lässt sich sehr einfach mit freiverkäuflichen Tabletten und einer Salbe aus der Apotheke behandeln. Trotzdem gibt es bei der Anwendung einiges zu beachten.

Scheidenpilz-Präparate (Antimykotika) - etwa mit dem Wirkstoff Clotrimazol - sind unkompliziert in der Anwendung. Das sollte Frauen aber nicht zur Unaufmerksamkeit verleiten: Wichtig ist, dass sie die drei Vaginaltabletten wirklich aufbrauchen und nicht schon nach einer Tablette die Therapie beenden, weil bereits eine Besserung eingetreten ist. Denn sämtliche Pilze müssen abgetötet werden - dies gelingt aber nur mit der vollständigen Wirkstoff-Dosis von drei Tabletten. Außerdem gilt: Die Vaginaltabletten an aufeinander folgenden Tagen einführen. Liegen mehr als 24 Stunden zwischen den einzelnen Dosen, kann dies ebenfalls den Therapieerfolg beeinträchtigen.

Tabletten tief einführen

Die Gynäkologin und LIFELINE-Expertin Dr. Anja Oppelt empfiehlt, die Tabletten abends einzuführen: Das Präparat wird durch die Körperwärme flüssig und würde darum tagsüber herausfließen, ohne in der Scheide wirken zu können. Zum Einführen ist es ratsam, den der Packung beiliegenden Applikator zu verwenden. Mit diesem gelangt die Tablette wirklich tief in die Scheide; mit dem Finger eingeführt bleibt es häufig vorne liegen und kann nicht die gesamte Pilz befallene Schleimhaut erreichen. Schwangere sollten jedoch aus Gründen der Sicherheit auf den Applikator verzichten.

Creme breitflächig auftragen

Eine Behandlung mit Vaginaltabletten zu Zeiten der Menstruation ist nicht sinnvoll, da die Wirkstoffe mit dem Blut nach draußen gespült werden. Scheidenspülungen sind grundsätzlich unnötig und schädlich - Frauen die dennoch nicht auf sie verzichten wollen, sollten sie zumindest während einer Scheidenpilz-Therapie unterlassen.

Die antimykotische Creme braucht nur dünn - etwa 1-2 mal täglich - aufgetragen zu werden. Dabei dürfen Damm und After nicht ausgespart bleiben, denn manchmal breitet sich der Pilz über den Genitalbereich hinweg aus.

Wenn sich nach 2-3 Tagen antimykotischer Therapie keine Besserung eingestellt hat, ist ein Arztbesuch fällig: Vermutlich steckt dann kein Scheidenpilz, sondern eine bakterielle Infektion - etwa mit Gardnerella - hinter den Beschwerden.

Was Frauen, deren Partner mit Kondomen verhütet, keinesfalls vergessen sollten: Latex kann durch Scheidenpilz-Tabletten seine Reißfestigkeit verlieren.


Autor: Kirsten Gaede
Stand: Jun 30, 2003


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