Lange Antibiotika-Gabe fördert Scheidenpilz

Nehmen Frauen Antibiotika ein, lässt der Scheidenpilz oft nicht lange auf sich warten. Aus einer Studie geht hervor, dass das Risiko einer Scheidenpilzinfektion mit der Dauer der Antibiotikatherapie ansteigt.

Antibiotika
Auch wenn die Einnahme von Antibiotika Scheidenpilz fördert, sollten Sie die vom Arzt empfohlene Dauer der Einnahme einhalten.
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Jedes Antibiotikum stört die Zusammensetzung der Keimbesiedlung in der Scheidenschleimhaut, und das fördert das Pilzwachstum. Deshalb erhöht die Einnahme von Antibiotika bei Frauen das Risiko einer Scheidenpilzinfektion - wie sehr, hängt vor allem von der Dauer der Antibiotikatherapie ab. Das hat eine Studie an der Gynäkologischen Klinik in Pavia in Italien gezeigt.

Risiko für Scheidenpilz durch Antibiotika verdoppelt

Die Wissenschaftler fragten 684 Frauen mit Scheidenpilzinfektion und 901 Krebsvorsorge-Patientinnen ohne Pilzinfektion, ob sie im Monat zuvor Antibiotika eingenommen hätten. Fast jede fünfte Frau mit Scheidenpilzinfektion bejahte die Frage. Grund für die Medikamenteneinnahme waren meist Atemwegs- oder Harnwegsinfektionen. Von den Frauen ohne Pilzinfektion hatten nur zwölf Prozent eine Antibiotikatherapie hinter sich. Für Frauen mit einer Antibiotikatherapie war das Risiko einer Vaginalpilzinfektion doppelt so hoch.

Dauer der Antibiotikatherapie entscheidend

Doch war nicht das Präparat entscheidend, sondern die Dauer der Einnahme. So erhöhte die bei Blaseninfektionen übliche Einmal-Therapie das Risiko überhaupt nicht. Doch sollten diese Ergebnisse Frauen selbst bei ausgeprägter Neigung zu Scheidenpilz nicht dazu verleiten, ihre Antibiotikatherapie eigenmächtig abzukürzen. Vielmehr empfiehlt es sich, den Arzt bereits bei der Verordnung auf das Problem ansprechen. Er könnte dann vorbeugend Antipilzmittel oder Milchsäurebakterien verschreiben.

Die körpereigene Abwehr stärken

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Letzte Aktualisierung: 18. November 2015

Beitrag zum Thema aus der Community
  • Expertenrat Scheidenpilz
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    10.09.2013 | 15:24 Uhr

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