Stress & Co.
Wann sind Frauen anfällig für Scheidenpilz
Pilze können sich vor allem dann in der Schleimhaut ausbreiten, wenn die mit ihnen um Nährstoffe konkurrierenden Bakterien aus irgendeinem Grund geschwächt sind und somit das mikrobielle Gleichgewicht der Scheide gestört ist. Für dieses Ungleichgewicht kann es verschiedene Ursachen geben.
... bei hormonellem Chaos
Jedesmal wenn sich die hormonelle Situation bei Frauen stark verändert, hat dies auch Einfluss auf die Mikroorganismen in der Scheide. Höhere Spiegel der weiblichen Hormone Östrogen und Gestagen erleichtern den Pilzen die ungehemmte Vermehrung. Aus diesem Grund tritt eine Scheidenpilzinfektion sehr häufig in der Schwangerschaft auf. Die erhöhten Hormonspiegel können auch Ursache dafür sein, dass bei pubertierenden Mädchen das Frausein gleich mit einem Scheidenpilz anfängt.
Auch die Antibabypille enthält Östrogene und Gestagene. Allerdings sind diese in den heute meist verwendeten Mikropillen so niedrig dosiert, dass Scheidenpilzinfektionen nicht gehäuft auftreten. Anders ist dies bei der wesentlich höher dosierten "Pille danach", die häufiger eine Vaginalmykose nach sich zieht.
... wenn seine "Feinde" abgetötet werden
Eine Antibiotikatherapie hat ja zum Ziel, Bakterien abzutöten, und macht daher auch vor den nützlichen Scheidenbakterien nicht Halt. Da Antibiotika nicht gegen Pilze wirken, bleibt Candida und Co. dann das Feld überlassen.
Einen ähnlichen Effekt kann auch eine übertriebene Intimhygiene mit desinfizierenden Waschlotionen und Ähnlichem haben. Auch hier tötet man nur die Bakterien, die Pilze bleiben am Leben und können sich ausbreiten.
... wenn es schön warm und feucht ist
Nichts liebt Candida mehr als eine schön feuchte, warme Umgebung. Die findet er im Scheidenbereich zwar sowieso schon vor, man kann es ihm aber auch noch richtig gemütlich machen. Für ein warmes feuchtes Klima sorgen enge synthetische Kleidungsstücke, wie Strumpfhosen und Unterwäsche aus Kunstfasern. Auch Slipeinlagen mit Kunststoffbeschichtung können zu einem pilzfreundlichen Klima beitragen. Bei erheblichem Übergewicht finden die Pilze ihr Lieblingsklima auch zwischen Hautfalten, wo wenig Luft hingelangt.
... wenn die Abwehr gestört ist
Auch körpereigene Abwehrzellen sind daran beteiligt, ein übermäßiges Pilzwachstum einzudämmen. Aus diesem Grund können sich die Pilze auch ausbreiten, wenn die Abwehrkräfte zum Beispiel durch Medikamente wie Kortikosteroide oder bei Erkrankungen wie Grippe vermindert sind. Abwehrzellen befinden sich auch in der Scheidenschleimhaut. Wird diese gereizt, zum Beispiel durch aggressive Seifen oder Chlorwasser, können diese so beschäftigt sein, dass sie die Kontrolle über die Pilze vernachlässigen.
... wenn man sich eh schon elend fühlt
Probleme mit dem Partner, Stress im Beruf oder Ärger mit den Kindern - viele Frauen machen die Erfahrung, dass bei solchen Problemen die Scheidenpilzinfektion nicht lange auf sich warten lässt. Über welchen Weg die Psyche den Pilzen den Weg bereitet, weiß man heute noch nicht genau.










