Aufklärung: Das solltet ihr über Sexualität wissen!

Wie sehen Männer und Frauen nackt aus? Was passiert in der Pubertät? Und woher kommt eigentlich das kleine Geschwisterchen? Fragen über Fragen zum Thema sexuelle Aufklärung. Wenn du dir diese oder ähnliche schon mal gestellt hast, bist du hier richtig – wir wollen sie dir beantworten.

Junges Paar unter einer Decke
Immer früher haben Jugendliche ihr erstes Mal – sexuelle Aufklärung ist daher immens wichtig!
iStock

Schon lange vor der Pubertät beginnen wir, unseren Körper und unsere Sexualität zu entdecken: So spielen zum Beispiel Säuglinge bereits wenige Monate nach der Geburt an ihren Genitalien. In der Pubertät verändert sich unser Körper dann zu dem eines erwachsenen Mannes beziehungsweise einer erwachsenen Frau. Diese Veränderungen spielen sich aber nicht nur äußerlich ab: Die Hormone erwachen und bringen ordentlich Schwung in deinen Körper.

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Sexualität: Mädchen starten früher in die Pubertät als Jungen

Im Alter von neun bis 13 Jahren bei Mädchen beziehungsweise elf bis 15 Jahren bei Jungen setzt die Pubertät ein. Sie beginnt im Kopf, denn hier sitzen Hypothalamus und Hypophyse – zwei Hirnstrukturen, die die Produktion von Hormonen in Gang bringen. Durch diese Botenstoffe entwickeln sich nun die Keimdrüsen (Gonaden). Diese wiederum stellen die eigentlichen Sexualhormone – Östrogene und Testosterone – her. Dank ihnen wachsen und reifen unsere Geschlechtsorgane – sowohl die inneren als auch die äußeren.

Mädchen werden dadurch größer, bekommen eine Brust, auf Schamhügel und -lippen beginnen Haare zu sprießen und die Schamlippen werden dunkler. Außerdem nimmt dein Körper weibliche Züge an, denn das Becken wird breiter und es kommt zu Fetteinlagerungen an Bauch, Hüften und Oberschenkeln. Auch die Scheide wächst und die Gebärmutter verändert sich. Ist dein Körper groß und ausgereift genug, um ein Kind bekommen zu können, folgt die erste Monatsblutung (Menarche). Meist passiert das im Alter zwischen elf und 14 Jahren. Bereits ein halbes bis ganzes Jahr vorher kündigt weißlicher Ausfluss deine erste Menstruation an.

Erste Menstruation und erster Samenerguss: Zeichen der Geschlechtsreife

Aber nicht nur ihr, auch Jungen durchlaufen einige Veränderungen, während sie erwachsen werden: Ihre Körperbehaarung (Genitalbereich, Achseln, Brust, Arme, Beine, Gesicht) verstärkt sich, der Penis wird länger und dicker, die Hoden größer und der Hodensack dunkler. Jungen bauen außerdem mehr Muskelmasse auf (die Zahl der Muskelzellen verdoppelt sich) und Schultern sowie Brust werden breiter. Zusätzlich beginnen Bläschendrüse und Prostata, die einen Großteil des Spermas (männliche Samenflüssigkeit) produzieren, zu reifen. Während bei Mädchen die erste Periode den Übergang zur Geschlechtsreife markiert, ist das männliche Äquivalent der erste Samenerguss (Ejakulation). Dieser bezeichnet das stoßweise Herausschleudern von Sperma aus der Harnröhre.

Falls ihr später auch mal Kinder haben wollt, ist es natürlich wichtig, geschlechtsreif zu sein – denn nur dann seid ihr auch in der Lage, Nachwuchs zu zeugen. Dabei sind männliche und weibliche Körper bis ins letzte Detail aufeinander abgestimmt, sodass im Idealfall am Ende des Geschlechtsverkehrs eine Ei- von einer Samenzelle befruchtet wird.

Kann ich mich beim Sex mit Scheidenpilz infizieren?

Viele Paare machen sich Sorgen, dass es sich beim Scheidenpilz um eine Geschlechtserkrankung handelt. Die Wahrscheinlichkeit sich beim Sex mit Scheidenpilz zu infizieren ist jedoch verhältnismäßig gering.

Kade Fungin

Bis zu 160 Millionen Spermien pro Ejakulation

Bevor ein Mann und eine Frau miteinander schlafen, kommen sie sich meist durch Küsse oder Berührungen immer näher und verspüren eine wachsende sexuelle Lust. Ist ein Junge oder Mann erregt, kannst du das an seinem steifen ("stehenden") Penis sehen. Bei Mädchen oder Frauen wird dagegen die Scheide feucht. Das ist wichtig, damit der Penis gut eindringen und gleiten kann. Rhythmische Bewegungen der Partner reizen deren erogene Zonen immer stärker, bis sie schließlich den sexuellen Höhepunkt – den Orgasmus – erleben.

Dabei werden etwa drei bis vier Milliliter Sperma in die Scheide geschleudert. Darin sind etwa 120 bis 160 Millionen Spermien enthalten. Diese machen sich umgehend auf den rund 20 Zentimeter weiten Weg von der Vagina durch die Gebärmutter bis in einen der beiden Eileiter. Was wenig klingt, ist bei einer Geschwindigkeit von wenigen Millimetern pro Minute eine ziemlich lange Reise. Im Eileiter angekommen treffen die Spermien im Idealfall auf eine reife Eizelle.

Ähnlich wie die Spermien hat auch die Eizelle schon einige Entwicklungen und Wege hinter sich. Zum Zeitpunkt der Geburt eines Mädchens enthalten die beiden Eierstöcke etwa eine Million noch unreifer Eizellen. Bis zur Pubertät verharren sie in diesem Stadium und mit Beginn des Erwachsenwerdens stirbt ein Großteil davon ab. Von den restlichen entwickelt sich jeden Monat eine zu einer befruchtungsfähigen Eizelle (weiblicher Zyklus). Sie wird beim Eisprung aus ihrer schützenden und umgebenden Hülle in den Eileiter geschwemmt. Innerhalb von zwölf bis maximal 24 Stunden muss die Eizelle befruchtet werden, sonst geht sie zugrunde.

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Frauen sind bis zu vier Tage im Monat fruchtbar

Trifft sie in dieser Zeit nicht auf ein Spermium, hört der Körper nach einigen Tagen damit auf, sich auf eine mögliche Schwangerschaft vorzubereiten: Er stößt die Gebärmutterschleimhaut ab und es kommt zur Menstruationsblutung. Der erste Tag der Periode ist gleichzeitig der erste Tag des weiblichen Zyklus. Dieser dauert rund 28 Tage, bei einigen Mädchen und Frauen länger, bei anderen kürzer. Nur in der Mitte des Zyklus – drei Tage vor und bis zu einem Tag nach dem Eisprung (etwa 14. Tag) – können Mädchen und Frauen schwanger werden. Denn wie bereits erwähnt: Die Eizelle überlebt nach dem Eisprung maximal 24 Stunden, Spermien schaffen etwa 72 Stunden.

Kommt es in dieser Phase zu einem Zusammentreffen, kann eine Eizelle nur von einem einzigen der vielen Spermien befruchtet werden kann. Dabei verschmelzen die Samenzelle und die weibliche Eizelle – sie werden also eine gemeinsame Zelle. Diese enthält die Erbinformationen (Gene, DNA) beider Sexualpartner und beginnt nun, sich zu teilen und größer zu werden. Die befruchtete Zelle wandert den Eileiter abwärts und nistet sich nach sieben Tagen in die Schleimhaut der Gebärmutter ein. Dort wächst und wächst und wächst sie, bis schließlich ein kleines Baby geboren wird.

Verhütungsmittel: Nicht nur Schutz vor ungewollter Schwangerschaft

Wenn du nach deiner ersten Menstruation zwar schon Geschlechtsverkehr mit einem Jungen haben, aber (noch) nicht schwanger werden willst, gibt es viele Möglichkeiten, zu verhüten. Welche das im Detail sind, wird dir deine Frauenärztin ganz genau erklären. Wie sicher ein Verhütungsmittel ist, gibt der Pearl-Index an: Je kleiner die Zahl, desto sicherer die Verhütung. Ein Pearl-Index von 0,1 besagt zum Beispiel, dass eine von 1000 Frauen im Zeitraum eines Jahres, in dem sie mit dem entsprechenden Mittel verhütet hat, schwanger wurde. Richtig angewandt sind die sichersten Verhütungsmittel daher:

  Verhütungsmittel Pearl-Index
1. Hormonimplantat 0 – 0,08
2. Antibabypille 0,1 – 0,9
3. Hormonspirale 0,16
4. Kupferspirale 0,3 – 0,8
5. Spritze 0,3 – 0,88
6. Vaginalring 0,4 – 0,65
7. Minipille 0,5 – 3
8. Verhütungspflaster 0,72 – 0,9
9. Basaltemperaturmethode 0,8 – 3
10. Kondom 2 – 12

(Quelle: profamilia)

Nur eine der hier aufgelisteten Verhütungsmethoden kann dich auch vor Geschlechtskrankheiten schützen – das Kondom. Denn Krankheiten wie Syphilis, Tripper, HIV/ Aids, Chlamydien, Feigwarzen, Herpes oder Hepatitis können durch Sex übertragen werden. Auch Scheidenpilz kann mittels Geschlechtsverkehr weitergeben werden. In diesem Fall ist es daher wichtig, dass nicht nur du, sondern auch dein Partner behandelt wird, um den sogenannten Ping-Pong-Effekt zu vermeiden.

Scheidenpilz: Tipps und Regeln für Betroffene

Autor:
Letzte Aktualisierung: 14. August 2017
Quellen: A. Faller, M. Schünke: Der Körper des Menschen, 16. Auflage, Georg Thieme Verlag KG, Stuttgart/ New York, 2012; Pschyrembel Klinisches Wörterbuch, 266. Auflage, Walter de Gruyter Verlag, Berlin/ Boston 2014; Der Gesundheits Brockhaus: Kursbuch Mensch, F.A. Brockhaus GmbH, Mannheim 2001;

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