Das erste Mal beim Frauenarzt

Untersuchung beim Frauenarzt: Ablauf beim ersten Besuch

Im Leben gibt es viele Premieren. Eine davon ist der erste Besuch bei einer Frauenärztin oder einem Frauenarzt. Etwas Lampenfieber davor zu haben, ist ganz normal. Schließlich stellen sich viele Fragen: Muss ich mich ganz ausziehen? Was passiert bei der Untersuchung? Erfahren meine Eltern davon? Ein Blick hinter die Kulissen nimmt die Angst.

Das erste Mal beim Frauenarzt
Lampenfieber vor dem ersten Arztbesuch beim Gynäkologen ist ganz normal.
(c) Thomas Northcut

Es gibt kein konkretes Alter für den ersten Besuch beim Frauenarzt. "Die meisten Mädchen kommen mit 14 oder 15 Jahren zum ersten Mal", ist die Erfahrung von Dr. Anja Oppelt. Eine Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bestätigt die Beobachtung der Gynäkologin. Danach war jede zweite 15-Jährige bereits beim Frauenarzt - die meisten, weil sie Fragen zur Verhütung hatten. Zwei Drittel fanden den ersten Besuch in einer gynäkologischen Praxis übrigens "ganz okay".

Der richtige Zeitpunkt für den Frauenarzt

Gibt es einen richtigen Zeitpunkt für den ersten Besuch beim Frauenarzt? Diese Frage lässt sich nicht allgemein gültig beantworten. Die meisten Mädchen gehen das erste Mal zum Gynäkologen, wenn sie die Pille oder ein anderes Verhütungsmittel verordnet haben möchten. Einige Mütter drängen ihre Töchter zu einem Routinecheck, nachdem die Menstruation einsetzt hat.

Doch solange Du keine Beschwerden hast, gibt es eigentlich keinen Grund dafür. Es sei denn, Du möchtest schon mal wissen, wie es beim Frauenarzt ist, und wie die Untersuchung abläuft. Vielleicht hast Du auch Fragen, die Du Deinen Eltern nicht stellen willst oder sie nicht beantworten können.

Wann sollte eine Frau wegen Scheidenpilz zum Arzt?

Scheidenpilzmedikamente können in der Apotheke auch ohne Rezept vom Arzt erworben werden. In bestimmten Fällen ist der Arztbesuch jedoch unbedingt zu empfehlen. Der Experte Professor Dr. Werner Mendling erklärt im Interview, wann eine Frau wegen einer Vaginalmykose zum Arzt gehen sollte.

Kade Fungin

 

Spickzettel für den ersten Frauenarztbesuch

"Wenn ich weiß, dass ein Mädchen zum ersten Mal kommt, nehme ich mir mehr Zeit als sonst und erkläre ihr schon vor der Untersuchung genau, was ich mache und warum", berichtet LIFELINE-Expertin Oppelt. Deshalb sollte ein Mädchen schon bei der telefonischen Terminvereinbarung sagen, dass sie sich zum ersten Mal in einer gynäkologischen Sprechstunde vorstellt. Manche Ärzte und Ärztinnen haben sogar spezielle Teenagersprechstunden. Am besten fragst Du mal im Kreis Deiner Freundinnen, wer so etwas anbietet, oder Du suchst im Internet.

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Bevor Du Dich dann auf den Weg in die Praxis machst, solltest Du Dir einen Spickzettel mit Deinen Fragen machen, damit Du später in der Aufregung nichts vergisst. Auch sonst kann es nicht schaden, sich ein wenig zu präparieren. Denn einiges will die Gynäkologin oder der Gynökologe garantiert wissen:

  • Wann war die letzte Regel?
  • Wie lange dauert die Menstruation?
  • Wie stark ist die Periode?
  • Wann war die erste Monatsblutung?
  • Hattest Du schon Geschlechtsverkehr?
  • Werden oder wurden Verhütungsmittel benutzt? Wenn ja, welche?
  • Gibt es ernste Erkrankungen oder aktuelle gesundheitliche Probleme, auch in der Familie?
  • Welche Kinderkrankheiten hattest Du?
  • Welche Impfungen wurden vorgenommen?

Wichtig ist, die Versichertenkarte einzustecken, sonst kann der Arzt nicht mit der Krankenkasse abrechnen. Wenn Du Dich nicht traust, Deine Eltern danach zu fragen, kann der Arzt eine Bescheinigung bei der Krankenkasse anfordern. Bei privat Versicherten erfahren die Eltern aber in jedem Fall von dem Arztbesuch, da sie die Rechnung bekommen.

Für die Gynäkologin und den Gynäkologen gilt grundsätzlich Schweigepflicht. Er darf jemand anderem nicht sagen, ob und warum Du bei ihr oder ihm warst. Bei Mädchen unter 14 Jahren muss er allerdings die Eltern informieren und in Entscheidungen einbeziehen, wenn eine Behandlung notwendig ist. Ein Tipp von Fachfrau Oppelt: "Viele bringen zur ersten Untersuchung beim Frauenarzt eine Freundin oder Begleitperson mit, damit sie sich sicherer fühlen."

So läuft die Untersuchung ab

Nach dem Beratungsgespräch folgt die Untersuchung. Darauf brauchst Du Dich nicht speziell vorbereiten - wasch Dich zu Hause einfach wie sonst auch und zieh möglichst bequeme Kleidung an, zum Beispiel ein langes T-Shirt, damit Du Dir nicht "bloßgestellt" vorkommst. "Bei einer Vorsorgeuntersuchung bitte ich das Mädchen, sich zuerst oben auszuziehen, damit ich die Brust abtasten kann", erklärt Oppelt. (Das Abtasten der Brust solltest Du übrigens auch selbst erlernen. So lassen sich Veränderungen frühzeitig erkennen). Danach kannst Du Dein Shirt wieder anziehen.

Untersuchung auf dem gynäkologischen Stuhl

Dann möchte der Arzt oder die Ärztin, dass Du Dich in der Umkleidekabine unten herum freimachst, also auch den Slip ausziehst. Die Untersuchung findet auf einem so genannten gynäkologischen Stuhl statt. Das ist eine Liege, auf der Du auf dem Rücken liegst und Deine Füße links und rechts auf am Stuhl angebrachte Stützen stellst. In der Regel zeigen die Beine nach oben, und die Haltung erinnert ein wenig an die eines gestrauchelten Käfers. Zugegeben, es gibt Schöneres - aber besonders schlimm ist es auch nicht. Versuche Dich zu entspannen: Nicht die Luft anhalten, sondern den Po schwer machen und tief ein- und ausatmen.

Zunächst schaut die Ärztin oder der Arzt, ob außen alles okay ist - also keine Hautveränderungen oder Infektionen da sind. Anschließend untersucht sie Scheide und Muttermund. "Wenn das Mädchen schon Geschlechtsverkehr hatte, nehme ich einen Abstrich vom Muttermund und aus dem Gebärmutterhals", berichtet Oppelt. Dazu führt sie ein langes Wattestäbchen ein, mit dem sie vorsichtig etwas Sekret und Zellgewebe abstreicht. Ist die Patientin noch Jungfrau, entfällt der Abstrich.

Als nächstes tastet die Ärztin beziehungsweise der Arzt Blase, Gebärmutter und Eierstöcke ab: Sie oder er streift dünne Gummihandschuhe über und führt einen oder zwei Finger in die Scheide ein. Mit der anderen Hand drückt der Arzt / die Ärztin gegen die Bauchdecke. Das ist etwas ungewohnt, aber nicht schmerzhaft, so lange Du nicht verkrampfst.

Ultraschall-Untersuchung

Ersatzweise oder zusätzlich kann die Gynäkologin beziehunsgweise der Gynäkologe eine Ultraschallaufnahme durch die Scheide machen. Die gesamte Untersuchung dauert nur wenige Minuten. Keine Sorge, ein guter Gynäkologe bzw. eine gute Gynäkologin erklärt Dir alles Schritt für Schritt. Sollte Dir etwas unangenehm sein oder schmerzen, dann sag das ohne Scheu. Ist die Untersuchung beendet, fordert Dein Arzt bzw. Deine Ärztin Dich auf, Dich wieder anzukleiden. Anschließend bespricht er das Ergebnis der Untersuchung mit Dir.

Bei Scheidenpilz bitte zum Arzt!

Wenn Du Symptome für eine Pilzinfektion bemerkst, also Deine Scheide juckt und brennt und Du weißen, krümeligen Ausfluss hast, kannst Du darüber nachdenken, zum Frauenarzt zu gehen. Das solltest Du auch tun, falls Du Dir nicht sicher bist, ob es wirklich ein Scheidenpilz ist. Du musst Dich dafür auch nicht schämen, denn durch die Hormonumstellung während der Pubertät sind junge Frauen besonders anfällig für eine Pilzinfektion.

Es gibt auch rezeptfreie Mittel gegen Scheidenpilz in der Apotheke, die Du ohne Arztbesuch kaufen kannst. Die Tabletten und Cremes sind leicht anzuwenden. Jedoch wird gerade jungen Mädchen empfohlen, beim ersten Auftreten von Scheidenpilz zum Gynäkologen zu gehen. Er kann feststellen, ob es sich um eine Pilzinfektion oder um eine andere Infektion mit schwerwiegenderen Folgen handelt.

Schlimmstenfalls führen Bakterien dazu, dass sich die Eileiter entzünden und verkleben. Die Folge kann Unfruchtbarkeit sein (lies auch den Artikel über Chlamydien) Auch immer wiederkehrende Pilzinfektionen gehören in die Hände einer Frauenärztin oder eines Frauenarztes. Sie können ebenfalls anderen Keimen den Weg bereiten. Typisch ist zum Beispiel, dass bei einer Blasenentzündung die Erreger wandern und auch die Nieren befallen. Scheidenpilz selbst hat aber keine langfristigen Folgen für Deine Gesundheit. Er ist eben nur extrem lästig.

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Scheidenpilzmedikamente können in der Apotheke auch ohne Rezept vom Arzt erworben werden. In bestimmten Fällen ist der Arztbesuch jedoch unbedingt zu empfehlen. Der Experte Professor Dr. Werner Mendling erklärt im Interview, wann eine Frau wegen einer Vaginalmykose zum Arzt gehen sollte.

Kade Fungin

Autor:
Letzte Aktualisierung: 08. September 2017

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