Informationen für Mädchen mit Scheidenpilz

Sex und mangelnde Hygiene – wenn es nach Ansicht vieler Laien geht, sind das die Auslöser für Scheidenpilz. Die betroffenen Mädchen sind daher unsicher und schämen sich für die Erkrankung. Dabei hat die Infektion meist weniger strittige Ursachen.

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Das Internet bietet eine anonyme Informationsmöglichkeit - auch zum Thema Scheidenpilz.
Getty Images/iStockphoto

Du fühlst Dich schon seit einigen Tagen nicht mehr wohl in Deiner Haut? Deine Scheide ist gerötet, juckt und brennt. Außerdem findest Du weißen, bröckeligen Ausfluss in Deinem Slip. Mädchen, die die Symptome einer vaginalen Pilzinfektion bemerken, haben oft große Angst vor Vorurteilen.

Viele verschiedene Ursachen für Scheidenpilz

Denn viele denken, Scheidenpilz bedeute mangelnde Sauberkeit oder dass ein Mädchen mit einem Jungen geschlafen, und sich dort angesteckt habe. Beides ist aber totaler Quatsch!

Die größten Mythen rund um Scheidenpilz

Im Gegenteil: Scheidenpilz ist keine Geschlechtskrankheit. Lediglich bei hartnäckigem und immer wiederkehrendem Scheidenpilz könnte ein sogenannter Ping-Pong-Effekt, bei dem der Pilz zwischen Dir und Deinem Freund immer hin und her wandert, der Auslöser für Scheidenpilz sein. Wenn das der Fall ist, sollte auch Dein Freund auf eine Pilzinfektion untersucht und gegebenenfalls behandelt wird.

Auch häufiges Waschen mit aggressiven Seifen, Duschgels oder Scheidenspülungen schadet mehr, als es nützt: Denn sie können den Intimbereich anfälliger für Scheidenpilzinfektionen machen. Wasche Dich daher lieber nur mit klarem Wasser oder einer Intimwaschlotion mit Milchsäure.

Scheidenpilz durch Schmierinfektion

Einer der häufigsten Auslöser für die vaginale Pilzinfektion ist, dass Pilze aus dem Darmbereich in die Scheide verschleppt werden. Das passiert etwa, wenn Du Deinen Po nach dem Toilettengang falsch abwischt. Richtig ist es, immer von vorne nach hinten zu putzen.

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Veränderungen der Hormone begünstigen Scheidenpilzinfektion

Sehr häufig bringen Hormone das Gleichgewicht in der Scheide aus dem Lot. Mit acht bis zehn Jahren beginnt Dein Körper, Geschlechtshormone zu produzieren. Viele Mädchen bekommen daher einen Scheidenpilz noch bevor sie ihre erste Menstruation erleben. Schuld daran ist die Hormonumstellung. Sie verändert das Milieu in der Scheide und erleichtert Pilzen die Vermehrung.

Die Gefahr existiert übrigens immer, wenn sich die hormonelle Situation bei einer Frau stark ändert. Deshalb treten Pilzinfektionen oft während einer Schwangerschaft auf, aber auch in den Wechseljahren. Künstlich zugeführte Hormone können sich ebenfalls so auswirken. Manche Mädchen bekommen offenbar von der Anti-Baby-Pille Scheidenpilz. Warum, ist noch ungeklärt. Es kann aber helfen, die Pillensorte zu wechseln. Andere ereilt eine Infektion, nachdem sie mit einer "Pille danach" verhütet haben, die eine Kombination aus den Hormonen Östrogen und Gestagen enthielt.

Bei einer schwachen Körperabwehr haben Pilze leichtes Spiel

Neben Hormonen können viele innere und äußere Einflüsse die Balance in Deiner Scheide stören. Ist beispielsweise Deine Körperabwehr geschwächt, haben es Pilze leichter, sich zu vermehren. Vielleicht warst Du krank und hast Antibiotika bekommen? Oder Du nimmst Kortisone oder andere Medikamente, die Deine Immunabwehr oder Deine Scheidenflora beeinträchtigen?

Oft macht sich Scheidenpilz nach der Periode breit, weil Tampons die Schleimhaut zu sehr ausgetrocknet haben. Aber auch alltägliche Belastungen können das empfindliche Gleichgewicht in Deiner Vagina durcheinander bringen. Wenn Du beispielsweise aus dem kalten Deutschland in ein heißes Urlaubsland fliehst, kann der plötzliche Klimawechsel zu einer Pilzinfektion führen.

Viele Mädchen bekommen außerdem bei Stress einen Scheidenpilz. Läuft es in der Schule schlecht, kann das ebenso der Grund sein, wie Zoff mit den Eltern, Ärger mit der besten Freundin oder Liebeskummer - eben alles, was Dich bedrückt.

Pilzerreger mögen es warm und feucht

Wie anfällig ein Mädchen für Pilzinfektionen ist, variiert stark. Manche erwischt es nie, andere haben ständig damit zu tun. Sie brauchen zum Beispiel nur einmal ins Schwimmbad zu gehen und schon haben sie sich wieder einen Scheidenpilz eingefangen. Das liegt nicht daran, dass es dort vor Erregern wimmelt. Sondern das Chlorwasser greift Deine schützende Scheidenflora an.

Deshalb trockne Dich nach dem Schwimmen immer gut ab und zieh einen trockenen Badeanzug an. Nichts lieben Pilze nämlich mehr als ein warmes, feuchtes Klima.

Jungs! Auch Euch geht Scheidenpilz etwas an

Ja, liebe Jungs und Männer, auch Ihr könnt euch mit Scheidenpilz anstecken. Allerdings hast du dann keine oder nur wenige Beschwerden (Rötungen an der Eichel, kleine Pickel und Jucken). Daher bemerken viele Jungen die Infektion nicht. Hast Du dich aber mit Scheidenpilz angesteckt, kannst Du den Pilz mit der gleichen Creme behandeln, wie Deine Freundin. Wird die Infektion aber nach drei Tagen nicht besser, solltest Du besser zum Urologen gehen.

Auch wenn Du keinen Scheidenpilz hast – leidet Deine Freundin daran, solltest du einige Dinge beachten: Während der Behandlung (drei Tage) der vaginalen Pilzinfektion solltet Ihr darauf verzichten, intim zu werden. Zum einen hat Deine Freundin vermutlich keine Lust auf Sex – vielleicht hat sie beim Geschlechtsverkehr sogar Schmerzen. Das gilt auch für die Zeit nach der Behandlung. Zum anderen können Kondome – sofern Ihr damit verhütet – rissig werden, wenn sie mit einem Anti-Pilz-Mittel in Berührung kommen.

Scheidenpilz: Tipps und Regeln für Betroffene

Auch im gesunden Körper gibt es immer einige Pilze

Klingt komisch, ist aber so: Pilze im Körper zu haben, ist absolut normal. So gibt es in Deinem Körper immer einige Pilze - auch, wenn du völlig gesund bist. Sie befinden sich zum Beispiel auf den Schleimhäuten im Mund, im Magen-Darm-Trakt und eben in der Scheide.

Für gewöhnlich hält unsere Körperpolizei die Pilze in Schach. Erst wenn das Gleichgewicht gestört ist, können sie sich vermehren und die unangenehmen Symptome einer Scheidenpilz-Infektion auslösen.

Viele Mütter wissen nur wenig über Pilzinfektionen

Da so vieles Falsches über Scheidenpilz existiert, solltest Du genau überlegen, wem Du Dich anvertraust. Viele Mütter sind im Punkte Pilzinfektion nicht auf dem neuesten Stand der Dinge, Deine Freundinnen sind wahrscheinlich genauso ratlos wie Du. Eine gute Möglichkeit, Fragen zu stellen, die Dir vielleicht sogar ein wenig peinlich sind, ist das Internet. Hier im Special Scheidenpilz kannst Du anonym alles zum Thema loswerden, was Dich beschäftigt. Die Lifeline-Experten antworten kundig und verständlich.

Natürlich solltest Du, wenn die Symptome das erste Mal auftreten, direkt zu einem Gynäkologen gehen, um Dich untersuchen und beraten zu lassen. Medikamente gegen Scheidenpilz, sofern er nochmals auftritt, bekommst Du aber auch ohne Rezept in der Apotheke.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 14. August 2017
Durch: sl / Lifeline

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