Risiko Rasieren?

Gesund trotz Intimrasur

Rasierte Bikinizone macht anfälliger für Haarwurzelentzündungen

Gesund trotz Intimrasur
Rasieren im Intimbereich muss nicht schädlich sein - wenn auf bestimmte Dinge geachtet wird.
Getty Images/Pixland

Spätestens seit es Bikinis gibt, gebieten Frauen Wildwuchs zwischen den Beinen entschieden Einhalt. Da wird gestutzt, geschäumt und rasiert, was die Haut aushält. Pickelchen und Entzündungen sind oft – vermeidbare – Folgen. Ganz sicher geht damit keine größere Anfälligkeit für Infektionen mit Scheidenpilz einher.

Für die meisten Frauen ist es selbstverständlich, Schamhaare in der Bikinizone zu entfernen; manche rasieren sich auch den gesamten Intimbereich. Extraglatt finden sie schick, aber ist es auch gesund? Im Lifeline-Forum berichtet eine Leserin über ihre Scheidenpilzinfektion. Ihre Frauenärztin habe ihr neben der Anwendung eines Anti-Pilzmittels geraten, ihre Intimrasur aufzugeben, weil die Schamhaare ein natürliches Schutzschild darstellen. "Darauf möchte ich aber eigentlich aus ästhetischen Gesichtspunkten nicht verzichten", meint die Betroffene. "Muss sie auch nicht", urteilt Lifeline-Expertin Dr. Anja Oppelt. "Die Rasur und das Fehlen der Schamhaare macht nicht anfälliger für Pilzinfektionen."

Haarwurzeln entzünden sich leicht

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Allerdings beobachtet die Gynäkologin etwas anderes: "Frauen, die sich rasieren, sind anfälliger für Haarwurzelentzündungen." Dabei gehen Bakterien buchstäblich unter die Haut. Die Wurzeln der Haare infizieren sich, und es entstehen kleine Eiterpickel wie Männer sie manchmal im Bartbereich haben. Um das Eindringen von Keimen zu verhindern, sollten gerade Frauen mit trockener und empfindlicher Haut darauf achten, sich beim Rasieren nicht zu verletzen.

Verletzungen unbedingt vermeiden

Bei einer Nassrasur sollte eine Frau daher stets eine frische Klinge nehmen. Das reduziert die Verletzungsgefahr deutlich. Auf keinen Fall aber mit der gebrauchten Klinge einer anderen Person zu Werke gehen. Weiche Haut ist resistenter gegen Schnitzer - daher zum Beispiel beim Duschen rasieren, rät Oppelt. Außerdem öffnet Wärme die Poren und das Entfernen der Haare fällt leichter. Bevor es losgeht, die Haare am besten erst mit einer Schere kürzen. Rasierschaum oder Duschgel erleichtern der Klinge das Gleiten. Es sollte immer in Wuchsrichtung der Haare vorgegangen werden. Anschließendes Cremen, Ölen oder Pudern mindert das Entstehen von Pickeln, eventuell zusätzlich ein alkoholfreies Antiseptikum auftragen.

Besser keine Enthaarungscremes im Intimbereich

Eine Trockenrasur ist für den Intimbereich eher ungeeignet, da sie die Haut stark reizt. Ein Elektrorasierer eignet sich allenfalls zum Vorscheren der Schamhaare. Auch Enthaarungscremes sollten Frauen besser meiden, wenn es um einen glatten Schritt geht. Neben Reizungen und Allergien besteht vor allem die Gefahr, dass die Schleimhäute in Mitleidenschaft gezogen werden. Eine Alternative zur Nassrasur ist Epilieren mit Warm- und Kaltwachs. Beim Auftragen sollten Frauen allerdings Vorsicht walten lassen. Außerdem: Epilieren wirkt zwar lange, ist aber recht schmerzhaft.

Autor: Lifeline
Letzte Aktualisierung: 11. Juli 2013
Quellen: Nach Informationen eines Gesprächs mit Dr. Anja Oppelt, Gynäkologin und Expertin im LIFELINE-Spezial Scheidenpilz

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