Feigwarzen weisen auf schwache Abwehr hin

Humane Papillomviren (HP-Viren) werden hauptsächlich beim Sex übertragen und verursachen eine der häufigsten Geschlechtskrankheiten: Feigwarzen. Die Erkrankung verläuft in vielen Fällen unbemerkt, bei manchen kommt es zu den typischen kleinen Knötchen im Genital- und Analbereich. Wie Sie Feigwarzen erkennen und welche Behandlung Wirkung zeigt.

Whirlpool_HPV_Infektionsquelle
Whirlpools können wie Saunen oder gemeinsam genutzte Handtücher Infektionsquellen für HP-Viren sein.
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"Feigwarzen deuten auf ein geschwächtes Immunsystem hin", erklärt Gynäkologin Anja Oppelt aus Linz in Österreich. "Dadurch wird eine Frau auch anfälliger für Bakterien und Pilze." Um sicher zu gehen, ob es sich bei Knötchen im Genitalbereich um Feigwarzen handelt, sollten Betroffene beim Frauenarzt einen Abstrich nehmen lassen, rät die Gynäkologin.

Die auch als spitze Kondylome bezeichneten Feigwarzen werden meist durch Sex mit infizierten Personen übertragen und können Wochen oder Monate nach der Ansteckung auftreten. In zehn bis 30 Prozent aller Fälle verschwinden die Knötchen spontan von selbst – dank intaktem Abwehrsystem. Beim Auftreten von Feigwarzen gilt es daher, das Immunsystem bewusst zu stärken. Das wappnet zugleich gegen Scheidenpilz.

Die körpereigene Abwehr stärken

Verschwinden die Kondylome nicht von selbst, können sie durch lokale Verätzung, Kältetherapie oder mit einem Laser entfernt werden. Liquimodhaltige oder podophyllotoxinhaltige Creme ist verschreibungspflichtig und eignet sich für die Selbstbehandlung, jedoch nicht für schwangere Frauen.

HP-Viren begünstigen Krebs im Gebärmutterhals

Hinter der Bezeichnung Humane Papillomviren (HPV) verbirgt sich eine Vielzahl unterschiedlicher Viren. Allein bei Infektionen im Genitalbereich haben Forscher bislang über 40 Untergruppen des HP-Virus nachgewiesen. Darunter gibt es gefährliche und harmlose Vertreter. Unbestritten ist inzwischen, dass HPV an der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs beteiligt ist.

HP-Viren des Typs sechs oder elf sind meistens die Ursache für Feigwarzen. Die Infektion verläuft allerdings in den allermeisten Fällen symptomlos ab. Nur bei einer kleinen Zahl von Betroffenen kommt es zu den meist stecknadelkopfkleinen Feigwarzen, die einzeln oder flächig auftreten und in fortgeschrittenem Stadium zu wuchern beginnen. Die weißlichen, rötlichen oder grau-gelben Knötchen können jucken und nässen, Schmerzen treten in der Regel allerdings keine auf.

HPV: Weltweit zweithäufigste Geschlechtskrankheit

HP-Viren werden hauptsächlich beim Sex übertragen. Aber auch andere Infektionsquellen kommen infrage: Saunen, Whirlpools oder gemeinsam genutzte Handtücher. Sehr viele Frauen stecken sich in jungen Jahren mit HPV an. In 90 Prozent der Fälle jedoch heilt die Infektion unbemerkt wieder aus. Unterschätzen darf man Humane Papillomviren allerdings keinesfalls: Sie lösen die weltweit zweithäufigste Geschlechtskrankheit aus, berichtet das Robert-Koch-Institut in Berlin. Nicht nur Feigwarzen, auch Gebärmutter-, Mund- und Rachenkrebs sind auf eine Infektion mit HPV zurückzuführen.

Auch wenn es unbemerkt ausheilt, bleibt das Virus im Körper und erhöht das Risiko für Gebärmutterhalskrebs. Frauen, die sich einmal mit HPV infiziert haben, sollten sich daher regelmäßig untersuchen lassen, um einen Tumor frühzeitig erkennen und behandeln zu können. Den Krebsabstrich zahlt einmal im Jahr die Krankenkasse. Zusätzlich wird ein so genannter HPV-Test angeboten, den Patientinnen selbst begleichen müssen. Kosten zwischen 70 und hundert Euro fallen an. Der Nutzen ist jedoch umstritten, da ein positiver HPV-Test häufig unnötige Panik auslöst. Denn bei weitem nicht einmal jede zehnte Frau, die das Virus in sich trägt, entwickelt später tatsächlich Krebs.

Junge Mädchen können sich inzwischen gegen HPV impfen lassen - geraten wird, dies vor dem ersten Geschlechtsverkehr zu tun.

Um sich generell vor HP-Viren zu schützen, ist auf Hygiene zu achten. Am zuverlässigsten ist es jedoch, beim Sex stets Kondome zu benutzen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 18. September 2017
Durch:
Quellen: Robert-Koch-Institut, Pro Familia, Gespräch mit Dr. Anja Oppelt, Gynäkologin

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