Sport mit Scheidenpilz: Was ist wichtig?

Bei einer Scheidenpilzinfektion geht der Spaß an der Bewegung schnell verloren. Umso wichtiger, den Scheidenpilz gezielt und frühzeitig zu behandeln.

Auf sportliche Bewegung sollten Frauen deshalb jedoch nicht verzichten.Denn Bewegung hebt die Stimmung und hilft,  das Körpergewicht zu halten. Durch Sport fallen Stress und Anspannung von einem ab. Nicht zuletzt stärken Sport das Immunsystem und schützen uns zum Beispiel besser vor einem Angriff durch Erkältungsviren.

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Ob Sie sich lieber auf dem Laufband im Fitness-Studio, beim Bahnen-Schwimmen in der Schwimmhalle oder beim Joggen in der freien Natur so richtig verausgaben – mit Sport sind Sie auf der richtigen Seite.

Was tun, wenn sich ein Scheidenpilz seinen Weg gebahnt hat? Juckreiz, Brennen, Rötung, Ausfluss – bei den Symptomen einer Pilzinfektion ist an Sport kaum zu denken. Vor allem, weil die zusätzliche Reibung von enger Sportkleidung bei Bewegung, aber auch von Reitsattel oder Fahrradsitz die Beschwerden verschlimmert.

Vorbeugung von Scheidenpilzinfektionen beim Sport

Neigen Sie zu Scheidenpilzinfektionen? Durch Schwitzen entsteht ein feuchtwarmes Scheidenmilieu. Dies sorgt für ein erhöhtes Infektionsrisiko.

Tipps gegen Scheidenpilz - darauf sollten Sie beimund nach dem Sport achten:

  • Funktionsunterwäsche tragen: Diese trocknet schnell und sorgt dafür, dass die Feuchtigkeit nach außen geleitet wird.
  • Slipeinlagen meiden: Slipeinlagen verstärken das feuchtwarme Milieu im Scheidenbereich und verhindern so die positiven Effekte von Funktionsunterwäsche. Zudem können sie die empfindliche Schleimhaut im Intimbereich durch die Reibung zusätztlich reizen. Verzichten Sie deshalb auf Slipeinlagen beim Sport.
  • Duschen & Intimpflege: Vermeiden Sie Intimsprays oder Seifen für den Intimbereich, um das saure Milieu der Vaginalflora nicht negativ zu beeinflussen. Besser sind klares Wasser oder spezielle Waschlotionen, die den natürlichen sauren pH-Wert der Scheide nicht angreifen.
  • Solarium: Tanken Sie nach dem Sport noch Sonne, bitte nicht ohne vorherige Desinfektion der Liegefläche.
Die körpereigene Abwehr stärken

Kann ich mit Scheidenpilz baden gehen?

Manche Frauen plagen Scheidenpilzinfektionen derart, dass sie einen großen Bogen um jede Bademöglichkeit machen. Dabei ist Abstinenz nicht in jedem Fall nötig. Gegen einen Sprung in einen See mit Süßwasser ist nichts einzuwenden, wenn er sauber ist. In Deutschland wird die Qualität von Badegewässern kontrolliert.

Nasse Badesachen zügig ablegen

Allerdings lässt der Aufenthalt im Wasser die Schleimhäute im Intimbereich aufquellen, dadurch wird das Eindringen von Pilzen erleichtert. Die wichtigste Regel zur Vorbeugung gegen Scheidenpilz: Ziehen Sie nach dem Baden die feuchten Sachen aus. Die Oberhaut quillt durch nasse Badeanzüge auf und erleichtert Pilzen das Eindringen. Duschen Sie nach dem Schwimmen gründlich und trocknen Sie sich gut ab.

Ziehen Sie danach trockene Wäsche an. Am besten leichte, luftige Bekleidung aus Baumwolle. Gerade beim Sonnen führt synthetische Badekleidung schnell zu einem Wärme- und Feuchtigkeitsstau im Schritt. Beides sind potenzielle Pilzförderer und Auslöser für Scheideninfektionen.

Vorsicht bei gechlortem Wasser

Damit sich Krankheitskeime nicht ungehindert vermehren, wird das Wasser in öffentlichen Bädern gechlort. Chlor greift jedoch die Scheidenflora an und mindert ihre Schutzfunktion. Manchmal hilft es, wenn Frauen eine Fettsalbe benutzen, beispielsweise mit Vaseline als Grundlage im Intimbereich. Frauen sollten nicht zu lange in gechlortem Wasser bleiben, da der Fettfilm dadurch seine Barrierewirkung verliert. Zudem unterläuft das Einfetten die Hygienebemühungen von Badeanstalten.

Meerwasser hilft bei Scheidenpilz

Salzwasser schädigt den natürlichen Schutzwall der Vagina dagegen nicht. Im Gegenteil. Ist die Scheidenflora durch eine Pilzinfektion angegriffen, helfe ihr die salzige See sogar beim Erholen, erklärt Lifeline-Expertin Dr. Anja Oppelt.

Sind Sauna und Dampfbad bei Scheidenpilz tabu?

Saunabaden macht Spaß und ist gesund - vor allem in der kalten Jahreszeit. Viele pilzgeplagte Frauen versagen sich aber das Schwitzvergnügen, denn sie haben Angst, sich oder andere zu infizieren. Wer verantwortungsvoll sauniert, muss sich jedoch keine Sorgen machen.

Bei Pilzinfektion trockenes Handtuch unterlegen

"Auch für Frauen mit häufigen Scheidenpilzinfektionen  spricht nichts gegen Saunieren - wenn sie darauf achten, sich und andere nicht zu gefährden", urteilt die Gynäkologin und Lifeline-Expertin Dr. Anja Oppelt. "Am wichtigsten ist es, sich immer auf ein Handtuch zu setzen oder zu legen." Die Ärztin empfiehlt, immer mehrere Handtücher mitzunehmen.

So könne nach jedem Abduschen ein Handtuch zum Abtrocknen benutzt und ein trockenes untergelegt werden. Sorgfältiges Abtrocknen hält Scheidenpilze im Zaum: je trockener die Umgebung, desto geringer die Ansteckungsgefahr.

Regel Nummer Zwei: Nicht ins Tauchbecken steigen!  Denn dort können sich Pilze tummeln und vermehren. Zum Abkühlen stattdessen immer mit einem Schlauch abspritzen. 

Dampfbäder und Biosaunen bei Vaginalpilz meiden

Vor Dampfbädern hingegen warnen Experten. Im Gegensatz zur heißen und trockenen Sauna herrscht im Dampfbad eine hohe Luftfeuchtigkeit. Sie erleichtert Pilzsporen die Vermehrung. Gleiches gilt für so genannte Biosaunen. Sie sind im eigentliche Sinne keine Saunen, sondern "feuchte Warmluftbäder". Mit 50 Grad Temperatur und 50 Prozent Luftfeuchtigkeit liegen "Biosaunen" zwischen Dampfbad und Sauna.

Mit Sport Stress abbauen und Scheidenpilzinfektionen vermeiden

Stress gilt als einer der zentralen Risikofaktoren für Scheidenpilzinfektionen. Nutzen Sie Sport gezielt zum Stressabbau und gehen Sie es ruhiger an. Grundsätzlich reduzieren Ausdauersportarten wie Dauerlauf oder Tanzen den Stress. Wählen Sie bewusst immer wieder entspannende Sportarten, damit Körper und Geist gleichermaßen zur Ruhe kommen. Sport und Bewegung mit Relax-Faktor bieten viele fernöstliche Sportarten wie Yoga, Pilates, Tai Chi und Qi Gong.

Die größten Mythen rund um Scheidenpilz

 

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Letzte Aktualisierung: 16. August 2017
Durch: es
Quellen: Quelle: Mendling, W.: Vaginalkandidose. In: Vaginose, Vaginitis, Zervizitis und Salpingitis, 2. Aufl., Heidelberg, Springer 2006, S. 131-132; Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), Arbeitsgemeinschaft für Infektionen und Infektionsimmunologie in der Gynäkologie und Geburtshilfe (AGII), Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG), Deutschsprachige Mykologische Gesellschaft (DMyKG): Die Vulvovaginalkandidose. Stand August 2010. URL: http://www.dggg.de/fileadmin/public_docs/Leitlinien/1-4-1-vulvovaginalkandidose-2010.pdf (25.05.2011) Gießen, H.: Klassische Substanzen aus dem OTC-Bereich: Clotrimazol. In: DAS PTA MAGAZIN (02) 2008, S. 54 f.

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