Syphilis: Mehr Fälle als je zuvor

Die Syphilis ist in Deutschland wieder im Kommen, immer mehr Menschen stecken sich mit der Geschlechtskrankheit an. Im Jahr 2015 wurden dem Robert Koch-Institut 6.834 Syphilis-Fälle gemeldet, im Jahr 2013 waren es noch 5.015 Fälle. Schuld daran sei ein Trend zu ungeschütztem Sex, sagen Experten. Sie raten: Auch beim Oralverkehr ein Kondom benutzen.

Kondom
Kondome schützen vor Syphilis – auch bei Oralverkehr!
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Syphilis, auch Lues, harter Schanker oder medizinisch Ulcus durum, ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die durch Sex übertragen wird. Der Erreger der Geschlechtskrankheit ist das Bakterium Treponema pallidum, das vor allem beim Sex übertragen wird und über kleinste Verletzungen der Haut oder Schleimhäute in den Körper gelangt. Unbehandelt kommt es je nach Stadium der Syphilis zu schmerzhaften Geschwüren, Schleimhautentzündungen bis hin zu Hör- und Sehstörungen und lebensgefährlichen Organschäden.

Symptome von Geschlechtskrankheiten erkennen

Die Zahl der bekannten Syphilis-Infektionen in Deutschland hatte sich zwischen 2004 und 2008 auf 3.000 bis 3.500 Neuerkrankungen pro Jahr stabilisiert. 2009 sank die Zahl unter die 3000-Marke. Seit 2010 aber registriert das Berliner Robert Koch-Institut (RKI) einen Anstieg an Neuerkrankungen. 2015 meldete das RKI 6.834 neue Fälle.

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Doch die Dunkelziffer ist hoch: Denn oft wird eine Syphilis gar nicht erkannt. Gerade junge Ärzte wissen nicht mehr, wie das Krankheitsbild aussieht. Außerdem ist Syphilis sehr wandlungsfähig – ihre drei Stadien ziehen sich über etliche Jahre.

Zahlen der Syphilis-Neuinfektionen steigen an

Besonders oft stecken sich homosexuelle Männer an. So ist die Meldezahl von 6.834 neuen Syphilis-Fällen im Jahr 2015 nach Informationen des RKI vor allem auf den Anstieg der Krankheitsfälle unter homosexuellen Männern in größeren deutschen Städten zurückzuführen. Als Grund sehen Mediziner einen Trend zu Sex ohne Kondom. Ein folgenreicher Verkehr – besonders, weil Syphilis und HIV sich gegenseitig verstärken: Ist jemand HIV-positiv und steckt sich zusätzlich mit Syphilis an, kann die HIV-Infektionsgefahr für Sexualpartner um das Zehnfache steigen. Andererseits haben Syphiliskranke ein erhöhtes Risiko, sich mit HIV zu infizieren. Und: Beide Krankheiten zusammen verlaufen schlimmer, die Erfolgsaussichten einer Therapie sinken.

Die vielen Stadien der Syphilis

Syphilis wird in den meisten Fällen durch Sex übertragen. Schwangere können ihr ungeborenes Kind aber auch über den Blutweg infizieren, da die Krankheitserreger über infektiöses Blut weitergegeben werden können. Im ersten Stadium, drei bis vier Wochen nach der Ansteckung, entsteht ein schmerzloses, nässendes Geschwür an der Infektionsstelle. Ein bis zwei Wochen später schwellen die benachbarten Lymphknoten an. Auch unbehandelt heilen die Geschwüre von selbst wieder ab. Vor allem im Frühstadium ist Syphilis durch die nässenden Wunden extrem ansteckend.

Im zweiten Stadium, etwa acht Wochen nach der Ansteckung, kommt es oft zu grippeartigen Beschwerden. Alle Lymphknoten sind vergrößert. Nach zehn Wochen erscheint meist ein Hautausschlag, bei dem sich schwachrosa gefärbte Flecken langsam zu kupferfarbenen Papeln verwandeln. Oft kommt die Syphilis jetzt zu einem Stillstand.

Im dritten Stadium, nach drei bis fünf Jahren, haben sich die Erreger im ganzen Körper ausgebreitet und auch innere Organe befallen. Auf der Haut bilden sie Knoten und mitunter große Geschwüre. Wenn die Knoten aufbrechen, zerstören sie das umliegende Gewebe. Ohne Behandlung kann es zehn bis zwanzig Jahre nach Beginn der Syphilis zu schweren neurologischen Störungen wie Lähmungen kommen. Ein Viertel der Patienten erkrankt an chronischer Hirnentzündung, die zu geistiger Behinderung führt. Auch das Rückenmark und seine austretenden Nerven werden geschädigt.

Antibiotika bekämpfen Syphilis

Seit es Antibiotika gibt, hat die einst gefürchtete Syphilis viel von ihrem Schrecken verloren. In den meisten Fällen wird eine Infektion mit Penicillin behandelt. Um eine Ansteckung mit der Geschlechtskrankheit zu verhindern, raten Mediziner, beim Sex Kondome zu benutzen. Das gilt auch für Oralverkehr. Denn dabei kann Syphilis über die Mundschleimhäute übertragen werden. Falsch ist hingegen das Gerücht, dass man sich über Toilettenbrillen, in Schwimmbädern oder durch gemeinsam benutztes Besteck anstecken kann.

Sex und Scheidenpilz: 10 goldene Regeln

Autor:
Letzte Aktualisierung: 19. Oktober 2017
Durch: jg
Quellen: Informationen des Robert Koch-Instituts (https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2016/Ausgaben/50_16.pdf?__blob=publicationFile) und der Leitlinien der Deutschen STD-Gesellschaft, Diagnostik und Therapie der Syphilis, 07/2008

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