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Häufige Harnwegsinfektion

Scheidenpilz oder Blasenentzündung: Symptome im Vergleich

Sowohl Scheidenpilz als auch Blasenentzündung sind häufige Ursachen für Beschwerden im Intimbereich von Frauen. Obwohl beide Erkrankungen sehr unangenehm sein können, unterscheiden sie sich hinsichtlich Ursachen, Symptomen und Behandlung.

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© Getty Images/Charday Penn

Kurzübersicht: Blasenentzündung

Ursachen: Eine Blasenentzündung ist eine Infektion der Harnblase, die in den meisten Fällen durch Bakterien entsteht.

Symptome: Betroffene müssen häufig auf die Toilette. Es sticht und brennt beim Wasserlassen.

Therapie: Bei leichten Harnwegsinfekten reichen meist viel Trinken und Hausmittel wie das Auflegen einer Wärmflasche. In manchen Fällen ist eine Antibiotika-Therapie notwendig.

Artikelinhalte im Überblick:

Juckreiz, Ausfluss, Brennen: Was kann alles dahinterstecken?

Was ist eine Blasenentzündung?

Eine Blasenentzündung, auch Zystitis genannt, ist eine bakterielle Infektion der Harnblase. Sie entsteht meist durch Bakterien, die aus dem Darm in die Harnröhre und von dort aus in die Blase gelangen. Nur in seltenen Fällen sind Pilze, die auch Scheidenpilz auslösen, die Ursache.

Blasenentzündung oder Scheidenpilz: Symptome im Vergleich

Sowohl bei einer Blasenentzündung als auch bei Scheidenpilz kann es zu Schmerzen im Unterleib kommen. Dennoch unterscheiden sich die Symptome meist eindeutig. Während bei einer Blasenentzündung Schmerzen beim Wasserlassen im Vordergrund stehen, ist für eine Scheidenpilzinfektion starker Juckreiz im Intimbereich charakteristisch.

Symptome im Überblick:

Blasenentzündung Scheidenpilz
  • brennende Schmerzen beim Wasserlassen
  • häufiger Harndrang, oft mit nur kleinen Urinmengen
  • nächtliches Wasserlassen
  • unwillkürlicher Urinabgang
  • trüber oder blutiger Urin
  • Unterbauchschmerzen oder Krämpfe
  • Juckreiz und Brennen im Vaginalbereich
  • weißlicher, bröckeliger Ausfluss
  • Rötung und Schwellung der Vulva und Vagina (Scheide)
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder beim Wasserlassen

Übrigens kann auch eine bakterielle Scheideninfektion (bakterielle Vaginose) ähnliche Beschwerden verursachen. Typisch ist in diesem Fall aber ein gelb-grauer oder gräulicher Ausfluss mit einem starken Fischgeruch.

Ursachen: Wie entsteht eine Blasenentzündung?

Eine Zystitis wird meist durch die Darmbakterien Escherichia coli (kurz: E. coli) verursacht. Diese kommen natürlicherweise in der Darmflora vor, können aber in bestimmten Fällen in die Harnwege gelangen und dort eine Blasenentzündung auslösen.

Mögliche Risikofaktoren für eine Infektion mit E. coli sind:

  • falsche Wischtechnik nach dem Toilettengang (von hinten nach vorne)
  • gestörte Scheidenflora (etwa durch übertriebene Intimhygiene)
  • häufiger Geschlechtsverkehr; die mechanische Reibung beim Sex kann die Schleimhäute der Vagina reizen (Honeymoon-Zystitis)
  • geschwächtes Immunsystem (zum Beispiel durch grippalen Infekt)
  • hormonelle Veränderungen (etwa Schwangerschaft, Wechseljahre)
  • Einnahme von Antibiotika
  • Vorerkrankungen wie Diabetes mellitus

Eine Blasenentzündung kann zwar auch bei Männern auftreten, meist sind allerdings Frauen betroffen. Das hat vor allem anatomische Gründe: Die weibliche Harnröhre ist kürzer als die männliche, weshalb Erreger einfacher bis in die Blase vordringen können.

Blasenentzündung und Scheidenflora

Scheidenpilz und Blasenentzündung sind in der Regel auf verschiedene Krankheitserreger zurückzuführen. Scheidenpilz wird am häufigsten durch Pilze der Gattung Candida albicans verursacht, eine Zystitis hingegen meist durch Bakterien. Nur in sehr seltenen Fällen sind ebenfalls Pilze beteiligt.

Wie bei Pilzinfektionen spielt aber auch bei Blasenentzündungen die Scheidenfloraeine wichtige Rolle. Das körpereigene Abwehrsystem verhindert, dass sich schädliche Keime ausbreiten können. Besiedeln allerdings zu wenig schützende Milchsäurebakterien (Laktobazillen) die Scheidenflora und der pH-Wert ist nicht mehr sauer genug, gerät das Scheidenmilieu aus dem Gleichgewicht. Dies kann die Entstehung beider Erkrankungen begünstigen.

Wie wird eine Blasenentzündung behandelt?

Eine Blasenentzündung sollte immer ärztlich behandelt werden – auch um seltene Komplikationen wie eine Nierenbeckenentzündung zu verhindern. In manchen Fällen kann eine Behandlung mit Antibiotika notwendig sein. Die Medikamente töten Bakterien wirksam ab.

Bei unkomplizierten Harnwegsinfektionen werden heutzutage allerdings nicht mehr so schnell Antibiotika verschrieben. Oftmals klingt eine leichte Blasenentzündung innerhalb weniger Tage selbst ab. Betroffenen wird empfohlen, viel zu trinken, um die Krankheitserreger durch die erhöhte Flüssigkeitsmenge schneller aus der Blase zu spülen. Auch Hausmittel wie harntreibende Blasentees aus der Apotheke sowie Wärme unterstützen die Heilung.

Bessern sich die Beschwerden nicht, verordnet der*die Arzt*Ärztin möglicherweise eine Therapie mit Antibiotika. Meist reicht eine kurze Einnahme von ein bis drei Tagen. Nur in seltenen Fällen, wenn der Harnwegsinfekt nicht abheilt, ist eine antibiotische Therapie über mehrere Tage notwendig.

Gut zu wissen:

Antibiotika wirken nicht nur gegen krankmachende Bakterien, sondern sie verringern auch die Anzahl nützlicher Laktobazillen. Dadurch steigt das Risiko, dass sich Hefepilze ausbreiten können und es zu einer Pilzinfektion kommt.

Zur Normalisierung der gestörten Vaginalflora nach einer Antibiotikabehandlung können daher zur Prävention Vaginalkapseln mit Milchsäurebakterien hilfreich sein. Diese unterstützen dabei, die Scheidenflora wieder aufzubauen. Betroffene können sich diesbezüglich in ihrer Apotheke oder ärztlichen Praxis beraten lassen.

Gesunde Scheidenflora: Die besten Tipps