Candida albicans löst Scheidenpilz aus

Candida albicans ist der mit Abstand häufigste Pilz, der im Genitalbereich zu Problemen führt. Dabei handelt es sich um einen Hefepilz, der sich bei einer Temperatur von etwa 37 Grad am wohlsten fühlt. Candida albicans findet sich natürlicherweise auf verschiedenen Schleimhäuten des Körpers, jedoch in winzigen Spuren.

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Der Hefepilz Candida albicans ist der häufigste Verursacher einer Scheidenpilz-Infektion. Mit Antimykotika ist er gut behandelbar.
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Der Erreger der Scheidenpilzinfektion gehört zu den Hefepilzen. Er unterscheidet sich aber deutlich von den kultivierten Hefen, die man zum Beispiel bei der Herstellung von Bier, Wein oder Backwaren einsetzt. Die hauptsächlich für Vaginalmykosen verantwortlichen Hefepilze zählen zur "wilden" Gattung Candida, wobei Candida albicans der häufigste Vertreter ist.

Der Grund warum sich Candida albicans so gerne auf menschlichen Schleimhäuten ansiedelt, ist unsere für diesen Pilz sehr angenehme Körpertemperatur von 37 Grad. Auch bei völlig Gesunden finden sich häufig einzelne Pilzsprossen im Mund-Rachenraum, im Darm oder in der Scheide.

Symptome einer Infektion mit Candida albicans

Für das Auge sichtbar und für die Frau spürbar wird der Scheidenpilz erst, wenn er sich übermäßig vermehrt hat. Rund drei Viertel aller Frauen entwickeln mindestens einmal im Leben eine Scheidenpilzinfektion – und kennen die Anzeichen recht genau.

Typische Symptome einer Infektion mit dem Pilz Candida albicans sind

  • starker, manchmal kaum auszuhaltender Juckreiz im Genitalbereich,
  • bröckeliger, weißer Ausfluss, der leicht süßlich riechen kann,
  • weißlicher Belag auf der Schleimhaut der Scheide und Schamlippen,
  • unangenehmes Brennen der Scheide,
  • Vagina kann gerötet sein, ihre Schleimhaut ist leicht geschwollen,
  • unter Umständen Schmerzen beim Wasserlassen oder Geschlechtsverkehr.

Den weißlichen Belägen verdankt der Hefepilz im Übrigen auch seinen Namen. Das lateinische Wort candidus bedeutet "glänzend weiß" und albicare wird übersetzt mit "weiß sein".

Gesunde Scheidenflora: Die besten Tipps

 

Selbstdiagnose und Arztbesuch

Wer einmal die Symptome einer Scheidenpilzinfektion am eigenen Leib verspürt hat, glaubt in der Regel, sie beim nächsten Mal sofort wiederzuerkennen. Jucken, Brennen und der weißliche Ausfluss sind so typisch, dass viele Frauen ihre eigene Diagnose stellen und sich auch mit den heute zum Teil rezeptfrei in Apotheken erhältlichen Medikamenten behandeln.

Allerdings haben Selbstdiagnose und Selbstbehandlung ihre Grenzen. Denn nicht immer handelt es sich bei den aufgeführten Symptomen um Candida albicans. Auch andere, exotischere Pilzarten der Gattung Candida können Ursache für die Symptome sein.

Gerade bei wiederkehrenden, chronischen Scheidenpilz-Infektionen oder bei untypischen Beschwerden ist ein Pilznachweis durch den Gynäkologen sinnvoll. Dies gilt auch bei der ersten Pilzinfektion mit Candida albicans. Auch wenn die Pilze im Intimbereich immer wieder auftreten und die Symptome auch trotz Behandlung nicht verschwinden, in der Schwangerschaft sowie bei Fieber und Unterleibsschmerzen muss der Arzt aufgesucht werden.

Pilznachweis: Was macht der Arzt?

Der Arzt kann mit einem genauen Pilznachweis herausfinden, ob es sich um Candida albicans oder eine andere Art handelt oder auch um eine Scheidenentzündung durch Bakterien. Um die genaue Pilzart nachzuweisen, wird der Frauenarzt oder die Frauenärztin mit einer Art Wattestäbchen einen Abstrich aus dem hinteren Scheidengewölbe entnehmen. Bei direkter Betrachtung unter dem Mikroskop kann man dann in der Regel schon die Pilze erkennen. Findet der Arzt auf den ersten Blick keine Pilze oder gehören Sie zu den Patientinnen, bei denen der Pilz immer wieder auftritt, wird der Arzt den Abstrich auch zur Diagnostik einschicken, damit eine Kultur des Pilzerregers angelegt wird.

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Wenn Sie immer wieder von den Pilzen geplagt werden, sollte auch nach anderen Ursachen in Frage kommen, die eine Frau womöglich besonders anfällig für Scheidenpilz machen. Dies kann zum Beispiel die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) sein, die der Arzt durch Blutuntersuchungen ausschließen kann.

Behandlung: Was hilft bei Infektion mit Candida albicans?

Bei der Behandlung eines Hefepilzbefalls in der Scheide werden heute vorrangig Präparate mit antimykotischen, das heißt pilzabtötenden Wirkstoffen (zum Beispiel Clotrimazol) eingesetzt. Diese sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Die Kombination aus Salbe und Tabletten ist unkompliziert in der Anwendung. Um alle Pilze abzutöten, müssen die Tabletten an drei aufeinanderfolgenden Tagen in die Scheide eingeführt werden. Zusätzlich wird der Genitalbereich mit einer Antipilzsalbe behandelt.

Wenn die Symptome der Candida-albicans-Infektion jedoch nach drei Tagen der Anwendung noch nicht verschwinden, sollte die betroffene Frau einen Arzt aufsuchen. Bei häufig wiederkehrender oder hartnäckiger Scheidenpilzinfektionen kann es sich auch um einen anderen Candida-Pilz handeln. Besonders die Hefen Candida glabrata und Candida krusei haben eine geringe Empfindlichkeit gegenüber bestimmten Antipilzmedikamenten und machen somit einen Umstieg auf ein anderes Antipilzmittel erforderlich.

Von Versuchen mit Hausmitteln raten Mediziner ab. Jogurt, Knoblauch oder Essigwasser zerstören die empfindliche Scheidenflora, reizen die Schleimhäute zusätzlich und sind nicht selten Nährboden für eine weitere Infektion. 

Nach einer ausgeheilten Scheidenpilzinfektion kann eine Kur mit Milchsäurepräparaten die angegriffene Scheidenflora wieder aufbauen und einer erneuten Infektion vorbeugen. Auch bei einer beginnende Pilzinfektion kann eine Frau versuchen, das Scheidenmillieu mit Milchsäurebakterien zu stabilisieren.

Wie Frauen sich mit Candida albicans infizieren

Die Frage, wie der Pilz in die Scheide kommt, lässt sich oft gar nicht einfach beantworten, weil der Pilz in geringen Mengen schon lange vor der Infektion zur normalen Schleimhautbesiedlung gehören kann. Fest steht: Beinahe jeder Mensch trägt Hefepilze der Art Cancida albicans mit sich herum. Doch nicht immer lösen sie Beschwerden aus. Es kommt vielmehr darauf an, in welcher Form die Candida-Pilze vorliegen.

Der Hefepilz ist sehr anpassungsfähig und robust. Er kann im menschlichen Körper die Rolle eines harmlosen Mitbewohners einnehmen. Dann liegt Candida albicans in kugeliger Gestalt vor, der sogenannten Yeast- oder Y-Form (engl. "yeast" = Hefe). Womöglich nützt der Pilz in diesem Zustand sogar der Scheidenflora. Milöchsäurebakterien sorgen dafür, dass ihre Zahl gering bleibt und sie sich nicht unkontrolliert vermehren.

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Risikofaktoren für Candida-albicans-Infektion

Wenn die Abwehr allerdings geschwächt ist, können die Hefepilze in ihre H-Form (Hyphe = Pilzfaden) übergehen, die Scheidenschleimhaut oder andere Gewebe infizieren. Das passiert beispielsweise häufig nach einer Antibiotikatherapie, beim Vorliegen einer Immunschwäche-Krankheit wie Aids oder großer psychischer Belastung, etwa durch Stress. Auch ein schlecht eingestellter Diabetes, sowie hormonelle Schwankungen durch Schwangerschaft oder die Einnahme der Antibabypille begünstigen Scheidenpilz.

Dass es manche Frauen häufiger als andere oder sogar immer wieder trifft, erklärt sich mit Unterschieden in der Zusammensetzung der Scheidenflora sowie der komplexen Abwehrmechanismen des Körpers. In der krank machenden H-Form produzierten die Erreger zudem Stoffe, die es ihnen ermöglichen, sich vor dem menschlichen Immunsystem zu verstecken.

Auf der anderen Seite kann der Pilz natürlich auch von außen kommen. Ansteckungsmöglichkeiten sind überall da, wo es warm und feucht ist, also zum Beispiel beim Geschlechtsverkehr durch einen Wechsel von Anal- zu Vaginalverkehr oder über feuchte Handtücher, die von einer Person mit Candida-albicans-Infektion benutzt wurden.

Zusammenhang mit anderen Pilzerkrankungen

Candida albicans verursacht nicht nur Vaginalmykosen. Im Mund-Rachen-Raum kann er Soor auslösen und auch für die Windeldermatitis des Säuglings ist dieser Pilz oft mit verantwortlich. Da Candida albicans nicht nur Wärme, sondern auch eine gewisse Feuchtigkeit braucht, befällt er vor allem Schleimhäute. Erkrankungen wie Fuß- und Nagelpilz werden dagegen durch andere Pilzarten verursacht, ebenso wie die meisten Pilzerkrankungen der Haut.

Pilzinfektion - und was ist mit den Männern?

Was Pilzinfektionen im Genitalbereich angeht, sind Männer durch ihre Anatomie etwas bevorzugt. Auf dem eher trockenen Penis können die Hefepilze in der Regel nicht lange überleben. Unter bestimmten Bedingungen, wie einer sehr engen Vorhaut (Phimose), kann sich ein Genitalpilz aber doch auf der Eichel ausbreiten. Erkennen kann man dies an einer Rötung und weißlichen Belägen. Auch bestimmte Erkrankungen, wie zum Beispiel Diabetes mellitus oder eine Immunschwäche, können Männer anfälliger für Genitalpilzerkrankungen machen.

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Letzte Aktualisierung: 09. August 2017
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