Sexuell übertragbare Infektion (STI)

Filzläuse erkennen und behandeln

Wenn es an behaarten Stellen im Intimbereich juckt und die Haut dort gerötet und entzündet ist, kann ein Befall mit Filzläusen die Ursache sein. Die blutsaugenden Parasiten werden bei engem Hautkontakt übertragen – wirksame Medikamente helfen gegen diese sexuell übertragbare Infektion.

Jucken im Genitalbereich
Typisches Symptom bei Filzläusen ist Juckreiz im behaarten Intimbereich.
© iStock.com/Doucefleur

Filzläuse sind kleine Parasiten, die bevorzugt den behaarten Intimbereich befallen, in dem sich viele Schweißdrüsen befinden. Denn dort finden die Läuse optimale Lebensbedingungen. Manchmal wandern sie auch an andere behaarte Körperstellen wie die Achseln, Wimpern oder Augenbrauen. Filzläuse ernähren sich vom Blut ihres Wirts und die Weibchen legen Eier (Nissen) am Haarschaft ab, aus denen innerhalb weniger Wochen neue Läuse schlüpfen.

Artikelinhalte im Überblick:

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Ansteckung mit Filzläusen

Durch engen Körperkontakt werden Filzläuse von Mensch zu Mensch übertragen. Das geschieht zum Beispiel leicht beim Sex, weshalb ein Befall mit Filzläusen (Phthiriasis) zu den sexuell übertragbaren Infektionen (STI) zählt. Besonders betroffen sind Jugendliche und junge Erwachsene. In seltenen Fällen werden die Parasiten auch von Eltern auf ihre Kinder übertragen – dann befinden sich die Filzläuse meist im Bereich der Wimpern. Auch durch infizierte Bettwäsche, Handtücher, Kleidung, Handtücher oder Bettwäsche kann man sich mit den kleinen Insekten anstecken. Da die Filzlaus jedoch nicht länger als 24 Stunden ohne Wirt überlebt, ist eine Ansteckung über gemeinsam genutzte Gegenstände eher selten.

Anzeichen und Symptome einer Infektion mit Filzläusen

Die kleinen Insekten sind nur 1,5-2 mm groß und mit dem bloßen Auge kaum sichtbar, zumal sie sich kaum bewegen, sobald sie sich am Haar festgekrallt haben. Um an das Blut ihres Wirts zu kommen, stechen Filzläuse in die Haut und saugen sich mit Blut voll. Damit das Blut nicht gerinnt, spritzen sie dabei ihren Speichel in die Einstichstelle – dadurch bemerken Betroffene von dem Stich meistens auch nichts. Erst das Immunsystem erkennt Bestandteile des Speichels als Fremdstoff und reagiert darauf mit einer Immunreaktion in Form von Juckreiz und Rötung an der Einstichstelle.

Häufige Anzeichen für Filzläuse:

  • Juckreiz (nachts stärker ausgeprägt)
  • Gerötete Haut
  • Entzündungen der Haut
  • Hautschwellung
  • Hellbraune Punkte am Haarboden
  • Kleine Nissen in den Haaren
  • Bläuliche Flecken an den Bissstelllen
  • Rotbraune Flecken in der Unterhose

Bei starkem Juckreiz kann es vorkommen, dass die Haut durch das Kratzen verletzt wird. Dann kann es zu sekundären Infektionen oder Hauterkrankungen als Komplikation kommen. Dazu zählen andere sexuell übertragbare Krankheiten wie Genitalherpes, Gonorrhö, HIV, Krätze, Syphillis oder Trichomoniasis.

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Diagnose der Infektion durch den Arzt

Wer unter anhaltendem oder starkem Juckreiz im Intimbereich oder der Analregion leidet, sollte frühzeitig einen Arzt aufsuchen. Er wird sich die betroffenen Hautstellen genau ansehen, bei Bedarf mit einer Lupe, da die Filzläuse und ihre Nissen in den Haaren nicht immer leicht erkennbar sind. Betroffene sollten dem Arzt von allen Symptomen und Veränderungen berichten. Wenn er die Diagnose Filzläuse stellt, kann die Behandlung eingeleitet werden – heutige Medikamente sind sehr effektiv, sodass der Befall mit Filzläusen in der Regel schnell beseitigt werden kann.

Behandlung bei Filzläusen

Um die Filzlaus wieder loszuwerden, kommt eine ähnliche Behandlung wie bei Kopfläusen zum Einsatz: Es werden antiparasitäre Medikamente äußerlich auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen. Meist handelt es sich um Cremes oder Shampoos, die den Wirkstoff Permethrin oder Allethrin enthalten. Um frisch geschlüpfte Larven zu töten, sollte die Behandlung nach sieben bis zehn Tagen einmalig wiederholt werden. Kontaktpersonen sollten am besten mitbehandelt werden, um eine gegenseitige erneute Ansteckung zu verhindern (Ping-Pong-Effekt). Während eines akuten Befalls sollte auf Sex besser verzichtet werden.

Daneben sollte man die betroffenen Körperstellen vollständig rasieren und Kleidung sowie Bettwäsche täglich wechseln. Um die Filzläuse und Eier abzutöten sollte alles bei 60 Grad gewaschen werden – Kleidung, die nicht so heiß gewaschen werden kann, sollte für ein paar Tage luftdicht verpackt werden.

Filzläuse in den Wimpern behandeln

Sind die Wimpern von Filzläusen befallen, sollten hier keine antiparasitären Medikamente eingesetzt werden, um die Augen nicht zu schädigen. Vielmehr sollten die Parasiten und ihre Eier vorsichtig mit einer Pinzette entfernt werden. Etwas leichter lassen sie sich herauszupfen, nachdem die Wimpern mit neutralem Öl oder Vaseline eingestrichen wurden. Das sorgt gleichzeitig dafür, dass die Filzläuse nicht mehr mit Sauerstoff versorgt werden.