Experten-Interview zum Wirkstoff in Antimykotika

Clotrimazol: So wirkt der Stoff in Scheidenpilz-Creme und Co.

Fast jede Frau ist mindestens einmal im Leben von Scheidenpilz betroffen. Gegen das lästige Jucken und Brennen im Intimbereich werden häufig Präparate mit dem Breitband-Antimykotikum Clotrimazol angewendet. Der Wirkstoff in Scheidenpilz-Cremes hat in vielen Fällen schnelle und durchschlagende Wirkung gegen einen Hefepilzbefall in der Scheide.

scheidenpilz salbe
Effektiv und gut verträglich: In Scheidenpilz-Creme steckt oft der Wirkstoff Clotrimazol.
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Salben, Creme und Vaginaltabletten mit Clotrimazol können Frauen, die an Scheidenpilz erkrankt sind, ohne Rezept in der Apotheke kaufen. Vor der Behandlung wollen viele Anwenderinnen aber genau wissen, wie die Scheidenpilz-Creme wirkt und ob es zu unerwünschten Nebenwirkungen oder allergischen Reaktionen kommen kann.

"In den meisten Fällen verläuft die Therapie von Scheidenpilz mit Clotrimazol-Salbe völlig problemlos", sagt Lifeline-Expertin Dr. Anja Oppelt. Darüber hinaus kommt der Wirkstoff auch in Präparaten gegen Fußpilz, zum Beispiel medizinischem Puder, zum Einsatz.

Die häufigsten Fragen, die Nutzerinnen zum Thema Clotrimazol stellen, beantwortet Gynäkologin Dr. Oppelt hier:

Lifeline: Geht Clotrimazol ins Blut? Sind Nebenwirkungen zu erwarten?

Dr. Anja Oppelt: Der Wirkstoff gelangt nicht in den Blutkreislauf. Nebenwirkungen außerhalb der Anwendungsregion, zum Beispiel Kopfschmerzen oder Übelkeit, sind deshalb nicht zu erwarten. Clotrimazol wirkt lokal – also dort, wo Sie entsprechende Arzneimittel wie Creme oder Salbe auftragen. Gelegentlich kann es während der Behandlung gegen Scheidenpilz zu Hautreizungen der Vagina oder bei Überempfindlichkeit gegenüber einem der Inhaltsstoffe zu einer allergischen Reaktion kommen.

Kann blutiger Ausfluss während einer Scheidenpilz-Behandlung etwas mit dem Wirkstoff Clotrimazol zu tun haben?

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A. O.: Ja, unter der Therapie kann manchmal leicht rötlicher Ausfluss auftreten. Meist handelt es sich um geringe Blutbeimengungen, die durch Reizung des Scheidenepithels zustande kommen. In der Regel ist das harmlos und die Behandlung kann fortgesetzt werden. Wenn Sie unsicher sind, ob Sie die Therapie weiterführen sollen, fragen Sie Ihren Gynäkologen oder Ihre Gynäkologin.

Kann es passieren, dass der Pilz wieder kommt, nachdem ich Clotrimazol abgesetzt habe?

A. O.: Das ist häufig der Fall, wenn die Behandlung mit dem Medikament zu früh abgebrochen wurde. Gegen Scheidenpilz hilft Clotrimazol in Form von Vaginaltabletten, die meist an drei aufeinanderfolgenden Tagen angewendet werden müssen. Um Scheidenpilz nachhaltig zu therapieren, muss die Behandlung konsequent durchgeführt werden. Auch, wenn sich die Beschwerden schon nach einem Tag oder zwei Tagen verbessert haben.

Woran merke ich, dass ich auf den Wirkstoff Clotrimazol allergisch reagiere? Kommt eine Allergie gegen den Wirkstoff häufig vor?

A. O.:  Allergien gegen Clotrimazol kommen gelegentlich vor. Der Wirkstoff verursacht dann Rötungen der Haut und Schleimhäute. Auch Schwellungen und langfristiges Brennen können Anzeichen einer allergischen Reaktion sein. Ein kurzes Brennen direkt nach Anwendung ist dagegen ganz normal und kommt häufig vor.

Wie bekämpft Clotrimazol den Pilzbefall der Vagina?

A. O.: Der Wirkstoff hemmt die Bildung des Stoffes Ergosterol, den der Pilz zum Aufbau seiner Zellwände benötigt. Das Wachstum der Hefepilze wird dadurch erheblich gestört und vermindert.

Geht Scheidenpilz auch ohne Chemie wieder weg?

A. O.: Wenn die eigene Scheidenflora stark genug ist, kann der Körper einen leichten Hefepilzbefall aus eigener Kraft wieder eindämmen. Sobald lästige Symptome auftreten, ist es aber ratsam, dem Körper mit einem Anti-Pilz-Präparat zu unterstützen. Um die Scheidenflora nach der erfolgreichen Behandlung gegen weitere vaginale Infektionen zu wappnen, kann eine Milchsäurekur aus der Apotheke (zum Beispiel von KadeFungin) sehr hilfreich sein.

Gesunde Scheidenflora: Die besten Tipps

Autor:
Letzte Aktualisierung: 21. August 2017
Durch: es

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